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Abraham geht, Jovic kommt : Abschied und Comeback bei Eintracht Frankfurt

London, Madrid, Frankfurt: Eintracht-Rückkehrer Jovic (rechts) wird seinem Landsmann Kostic einiges erzählen können. Bild: dpa

Frankfurts Kapitän David Abraham geht nach dem Spiel gegen Schalke 04 nach Hause nach Argentinien. Marijan Cavar ist schon in Fürth – und Luka Jovic endgültig zurück bei der Eintracht.

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          Die letzten Formalitäten sind erledigt, und das Trikot mit der Rückennummer neun ist auch schon beflockt. Seit Donnerstag ist es endgültig offiziell, dass Luka Jovic für seinen neuen alten Klub wieder am Ball sein wird. Das Ausleihgeschäft, auf das sich Eintracht-Sportvorstand Fredi Bobic mit den Verantwortlichen von Real Madrid bis zum Saisonende geeinigt hat, ist ebenso unter Dach und Fach wie die obligatorische sportmedizinische Untersuchung. Zwei Jahre lang, zwischen 2017 und 2019, war Jovic für die Eintracht auf Torejagd gegangen.

          Bundesliga

          36 Treffer in 75 Pflichtspielen haben ihn zu einem der Publikumslieblinge gemacht. Unvergessen sind seine fünf Tore, die er beim 7:1 gegen Fortuna Düsseldorf erzielt hat. „Luka hatte zuletzt keine leichte Zeit in Madrid“, sagte Bobic am Donnerstag. „Für ihn ist es wichtig, wieder in die Spur zu kommen. Es war sein großer Wunsch, zur Eintracht zurückzukehren.“ Da Jovic Ende Oktober an Corona erkrankt war, ist er nach seiner Rückkehr zur Eintracht nicht mehr quarantänepflichtig, wie das Gesundheitsamt Frankfurt in Übereinstimmung mit der Hessischen Corona-Quarantäneverordnung bestätigte. Am Sonntag, wenn die Eintracht  den Bundesliga-Vorletzten FC Schalke 04 (18.00 Uhr im F.A.Z.-Liveticker zur Bundesliga und bei Sky) empfängt, kann Jovic sein Comeback geben.

          Cavar hofft auf bessere Zeiten

          Unterdessen hat sich mit Marijan Cavar jemand von der Eintracht verabschiedet, der nie eine sportliche Rolle gespielt hat. Für den 22 Jahre jungen Bosnier ist es daher das Beste, dass er nun sein Glück woanders sucht. Am Donnerstag hat die Eintracht seinen sofortigen Wechsel von Frankfurt nach Fürth bestätigt. Vor drei Jahren ist Cavar auf wärmste Empfehlung des einstigen Trainers Niko Kovac verpflichtet worden.

          Im Sommer 2021 wäre sein Vertrag ausgelaufen. Bei der zweitklassigen Spielvereinigung Greuther Fürth erhofft sich der Mittelfeldspieler mehr Einsatzzeiten. Die Eintracht hatte ihn damals gleich an NK Osijek ausgeliehen, wo er für den kroatischen Erstligaverein in 15 Pflichtspielen zum Einsatz gekommen ist. „Aufgrund der Qualität unseres Kaders war mehr Einsatzzeit für Marijan bei uns nicht möglich“, sagte Eintracht-Sportdirektor Bruno Hübner. Als sich der damals 19-Jährige der Eintracht anschloss, war Kovac noch voll des Lobes. „Damit haben wir einen sehr guten Fang gemacht“, behauptete der Trainer. „Er kann einer werden, wir wollen versuchen, ihn zu entwickeln.“

          Im Frankenland hofft Cavar auf bessere Zeiten. In Hessen geht unterdessen am Sonntag eine große Karriere zu Ende. David Abraham wird sich ein letztes Mal den Dress der Frankfurter überstreifen und das tun, was er seit 2015 schon mit großem Eifer getan hat: alles für die Eintracht geben. Damit ist jetzt Schluss. Der Kapitän beendet mit dem Heimspiel gegen Schalke seine Laufbahn. Danach geht er zurück in seine argentinische Heimat, um sich vor allem um seinen Sohn zu kümmern. Der vier Jahre alte Alfonso wird Abraham stets an seine nachhaltigste Bundesliga-Station erinnern: Er ist in Frankfurt geboren.

          Abraham will sich mit einem Sieg verabschieden

          Abraham weiß, dass es sportlich mit ihm bei der Eintracht zu Ende geht. Der Verteidiger geht aus freien Stücken. „Mein Credo ist, bis zum Schluss alles zu geben und erst danach daran zu denken, was dann kommt“, sagte er am Donnerstag. „Ich will mich mit einem Sieg gegen Schalke verabschieden.“ Ein guter Plan, der sich durchaus verwirklichen lässt. Im Kerngeschäft Bundesliga hat die Eintracht zuletzt wunschgemäß in die Spur gefunden. Die lange Unentschiedenserie ließ die Mannschaft von Trainer Adi Hütter nicht entscheidend vorankommen.

          Doch seitdem Abraham und Co. kurz vor Weihnachten damit begonnen haben, ihre Spiele zu gewinnen, wird sogar wieder öffentlich über den Traum von Europa gesprochen. Drei Siege am Stück machen selbstbewusst. Auch das Aus in der zweiten Runde des DFB-Pokals, in der die Eintracht am Dienstagabend trotz des 1:4 bei Bayer 04 Leverkusen erfolgversprechend in das K.o.-Spiel gekommen war, soll der guten Stimmung nichts anhaben können. Amin Younes, von Hütter als „Triebfeder unseres Spiels“ bezeichnet, hatte abermals als Torschütze und Spielmacher überzeugt, ehe ihn ein Tritt an die Achillessehne stoppte. Für das Spiel gegen Schalke soll Younes wieder von Beginn an eine Option sein.

          Ein Sieg zum Abschied für Abraham – und zum Wiedereinstieg für Jovic? In Frankfurt ist Schalke ein gern gesehener Gegner. Gegen kein anderes Bundesligateam gab es mehr Heimsiege: 26. In dieser Saison, in der bislang sieben Heimspiele absolviert sind, hat die Hütter-Elf noch kein einziges verloren. Gute Voraussetzungen für Abschied und Comeback.

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          Unser Autor: Cai Tore Philippsen

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