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Eintracht Frankfurt : Chandler will angreifen – und Dost wechseln?

Aus Frankfurt nach Belgien? Stürmer Bas Dost könnte vor dem Absprung stehen. Bild: dpa

In den Kader des Fußball-Bundesligavereins Eintracht Frankfurt könnte Bewegung kommen: Stürmer Bas Dost weckt Interesse. Verteidiger Timothy Chandler träumt derweil von Europa.

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          Timothy Chandler im Trikot des FC Brügge? Undenkbar. Bas Dost beim belgischen Branchenprimus? Nicht ausgeschlossen. Seit Tagen schon wird der 31 Jahre alte Eintracht-Profi Dost mit dem Dauerstarter in der Champions League in Verbindung gebracht. Aus seiner niederländischen Heimat sind von der Zeitung „AD“ entsprechende Signale zu vernehmen. Dost selbst, der am Mittwoch dem Frankfurter Mannschaftstraining fernblieb und stattdessen individuell an Körper und Geist arbeitete, ließ sich auf Anfrage so von seinem Klub zitieren: „Es steht viel in den Zeitungen.“

          In dieser Zeitung stand vor wenigen Tagen zu lesen, wie es um Dost bestellt ist. „Man sieht, dass ich schon viel weiter bin. Ich bin so fit wie seit Jahren nicht“, sagte der verbal angriffslustige Stürmer, der aus seiner aktuellen Fitness folgerte: „Wenn ich so weitermache, kann das eine richtig geile Saison werden.“ Vielleicht bei der Eintracht in Deutschland, bei der er noch vertraglich bis Mitte 2022 gebunden ist. Vielleicht aber auch beim FC Brügge in Belgien. In einer Liga, in der sich zuvor schon sein derzeitiger Mannschaftskollege Daichi Kamada bestens in Szene zu setzen wusste, um nach seiner Rückkehr bei der Eintracht sein Potential zu entfalten.

          Mal überragend, mal schwach

          Dosts bisherige Frankfurter Auftritte sind ein Auf und Ab. Mal überragend, mal durchschnittlich, mal schwach. Ein Stürmer mit einer großen Streubreite und auch einer gewissen Verletzungsanfälligkeit, die aktuell aber überhaupt kein Thema ist, wie Dost kürzlich versicherte. 7,5 Millionen Euro haben es sich die Eintracht-Verantwortlichen im vergangenen Jahr kosten lassen, um den menschlich integren und im Mannschaftskreise beliebten Dost von Sporting Lissabon zu verpflichten.

          Timothy Chandler ist dagegen fast schon immer bei der Eintracht gewesen. Ein kurzes Intermezzo im Frankenland beim Nürnberger „Club“, dann aber schnell wieder zurück in den Schoß seiner großen sportlichen Liebe. Chandler, von der Nationalität her Amerikaner, ist ein Frankfurt Bub durch und durch. Einer, der jetzt 30 Jahre alt ist und plant, seine Karriere bei der Eintracht zu beenden. Dies hat der variabel einsetzbare Verteidiger am Mittwoch nach der vormittäglichen Trainingseinheit im Gespräch in der Frankfurter Arena abermals bestätigt. Chandler ist einer dieser nimmermüden Rackerer und Kämpfer, die alles für die Eintracht geben. Einer, der „alles rein- und raushaut“, wie er sagt – und wie er es auch zukünftig in den beiden Wettbewerben DFB-Pokal und Fußball-Bundesliga tun will. Seit Dienstagabend steht fest, dass es die Eintracht am 12. September in der ersten Runde des lukrativen Pokalwettbewerbs mit den „Löwen“ des TSV München 1860 zu tun bekommt. Der Plan für das K.-o.-Spiel: Na klar, „alles raushauen. Denn wir wollen im Pokal so weit wie möglich kommen.“

          Stets mit vollem Einsatz am Ball: Eintracht-Profi Chandler
          Stets mit vollem Einsatz am Ball: Eintracht-Profi Chandler : Bild: Jan Huebner

          Der nationale Pokal bietet nach wie vor den kürzesten Weg nach Europa. Auch Chandler zieht es dorthin zurück. Doch auch er weiß, dass es sehr schwer werden wird, sich dafür zu qualifizieren. Befragt nach seinen Hoffnungen und Träumen, verlor sich Chandler zunächst im Ungefähren, um dann aber doch halbwegs konkret zu werden. „Wir sollten erst nach dem Start eine Prognose abgeben“, sagt er. „Aber erreichbar ist das Ziel Europa schon. In der Bundesliga wollen wir einen einstelligen Tabellenplatz belegen.“

          Chandler, der Daueroptimist, für den das Glas stets halbvoll und nie halbleer ist. Einer, der mit viel Herzblut dabei ist und sich jeder Herausforderung stellt. In der zurückliegenden Rückrunde hat der Dauerläufer mächtig aufgedreht. Fünf Tore in kurzer Zeit – so etwas ist Chandler in seiner langen Karriere noch nicht passiert. „Ich habe wichtige Tore geschossen“, sagt er mit Stolz in der Stimme. Damals noch in prallgefüllten Arenen. Chandler leidet darunter, dass in Zeiten der Corona-Pandemie vor Geisterkulisse gespielt wurde. Erste Ansätze der Änderung nimmt er freudig zur Kenntnis. „Bei unserem letzten Test in Amsterdam waren 6000 Zuschauer, alle von Ajax. Doch die Leute haben auch uns beklatscht.“

          Chandler ist dankbar, dass er seiner privilegierten Arbeit als Fußballprofi nachgehen kann – in diesen Tagen der sommerlichen Vorbereitung sogar in seiner Heimat Frankfurt. „Ich bin täglich bei der Familie und kann abends zu Hause schlafen“, sagt er und strahlt dabei. Die Eintracht ist Chandlers Herzensverein, „und natürlich würden wir das mit dem Gehaltsverzicht auch weiterhin machen, wenn wir dadurch den Verein unterstützen können“.

          In der vergangenen Bundesligasaison hat Trainer Adi Hütter 22 Mal auf Chandlers Dienste gebaut, der es ihm unter anderem mit fünf Toren dankte. Was die Zukunft für ihn persönlich bringt, weiß Chandler nicht. Nur so viel: „Der Trainer weiß, dass ich da bin, wenn er mich braucht.“

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