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Bundesliga-Saisonfinale : Die Eintracht braucht Kohr und da Costa

  • -Aktualisiert am

Danny da Costa (links) kümmert sich liebevoll um seinen Kollegen, aber Filip Kostic ist der Spaß vergangen. Bild: Jan Huebner

Zwei Spiele vor Schluss wird es für Frankfurt richtig knapp: Doch die beiden Leihspieler können mit Mainz 05 den Eintracht-Traum von der Champions League Wirklichkeit werden lassen.

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          Die Frankfurter Eintracht hat es nicht mehr in eigenen Händen, die Champions-League-Teilnahme zu vollziehen. Aber zwei ihrer Angestellten können mit ihren Füßen noch Einfluss darauf nehmen, ob die Eintracht als Vierter oder Fünfter die Bundesligasaison beendet und damit die Königsklasse oder Europa League erreicht. Danny da Costa und Dominik Kohr spielen mit Mainz 05, mit dem sie Leiharbeiterverträge verbinden, noch gegen den VfL Wolfsburg und Borussia Dortmund. Die beiden Klubs, die als Dritter und Vierter der aktuellen Bundesligatabelle noch in Reichweite der Hessen liegen.

          Peter Heß
          Sportredakteur.

          Nachdem Kohr und da Costa, wie es sich für Profis gehört, ihren Anteil daran hatten, dass die Mainzer am Sonntag in der Frankfurter WM-Arena ein 1:1 erreichten, decken sich nun wieder ihre Interessen mit denen ihres originären Arbeitgebers. Sie spielen mit Mainz quasi doppelt in die eigene Tasche. Sollten die Mainzer tatsächlich dem BVB oder dem VfL zur Königsklasse benötigte Punkte abnehmen, erhielten Kohr und da Costa nicht nur die Mainzer Punktprämien, sondern auch die Frankfurter Champions-League-Prämie.

          Bundesliga

          Der Mainzer Trainer Bo Svensson würde die beiden Eintracht-Profis gern über den Sommer hinaus fest verpflichten. Und auch den beiden Mittelfeldspielern gefällt es am Rhein sehr gut. Doch eine Entscheidung über ihre Zukunft wird erst nach der Saison fallen, nachdem der neue Eintracht-Trainer gefunden ist und er sich ein eigenes Bild von den beiden gemacht hat. Am Sonntag wiesen da Costa und Kohr im direkten Duell mit den Kollegen nach, dass sie keinesfalls zu schlecht für den Eintracht-Kader sind. Rechtsverteidiger da Costa legte Kostic an die Kette, und Kohr riegelte im defensiven Mittelfeld das Zentrum ab.

          In Mainz quasi gesetzt

          Beide hatten allerdings in der Vorrunde beim Frankfurter Trainer Adi Hütter keine guten Karten mehr, wenn es um die Plätze für die Startelf ging. In Mainz sind sie quasi gesetzt, Trainer Svenssons Vertrauen zahlen sie Spieltag für Spieltag mit Leistung zurück. Sie gelten als wichtige Faktoren für den Mainzer Turnaround. Nach sieben Punkten in der Vorrunde haben sie in der Rückrunde 29 Punkte gesammelt. Auch die Eintracht könnte für die letzten beiden Saisonspiele noch eine Trendwende gebrauchen. Aus den letzten vier Begegnungen holten sie nur vier Punkte, und nicht einmal vermochten die Frankfurter spielerisch zu überzeugen.

          Wieder einmal fand die Eintracht gegen einen tief stehenden Gegner keine Lösungen, so wie es in der Vorrunde häufiger gewesen war. Der Spieler, der den Mangel an Ideen behob, war Amin Younes. Doch der Neuzugang vom SSC Neapel wird von Hütter nur noch dosiert eingesetzt. Was einerseits mit seinen Adduktorenbeschwerden zu tun hat, andererseits mit Hütters neu entdeckter Vorliebe für den Einsatz von zwei Stürmern, die von Kamada gefüttert werden sollen. Doch die Nahrungskette vom Japaner zu Jovic und Silva wird von den gegnerischen Verteidigern fast immer unterbrochen. Nach 14 Torvorlagen des Asiaten in dieser Saison ist dem Letzten in der Liga bewusst, wessen Pässe unbedingt unterbunden werden müssen, wenn man gegen die Eintracht nicht verlieren will.

          Und genau darauf konzentrierten sich auch die Mainzer am Sonntag – mit großem Erfolg. Hütter musste sich nach der Partie Fragen gefallen lassen, wieso er erst in der 64. Minute Younes ins Spiel gebracht hatte. Mit dem Nationalspieler lief die Angriffsmaschinerie der Eintracht zwar auch nicht wie geschmiert, aber durch seine Dribblings entstanden doch immer wieder gute Ansätze. Und in der 85. Minute gelang Younes dann doch die entscheidende Aktion, indem er sich bis auf die Torauslinie durchkämpfte und einen präzisen Rückpass auf Hrustic spielte. Im zweiten Versuch brachte der Australier den Ball zum 1:1 im Mainzer Tor unter.

          Hütter erklärte sein Zögern bezüglich Younes mit dessen eingeschränkter Fitness, räumte dann allerdings ein: „Wenn man vorher wüsste, wie es laufen wird, würde man manchmal Dinge anders entscheiden.“ Die Eintracht hat auch schon in der Besetzung Kamada, Silva, Jovic begeisternde Spiele geliefert. Aber das waren jeweils offene Feldschlachten gewesen. Gegen defensiv eingestellte Gegner war es jeweils das Doppelspiel von Younes und Kamada, das die dicht gestaffelten Abwehrreihen aushebelte. Auch gegen Schalke und Freiburg steht nicht zu erwarten, dass die Gegner frisch, fromm, fröhlich, frei mitspielen wollen. Der Schalker Trainer Grammozis kündigte schon an: „Wir werden nichts abschenken und nicht weniger tun. Unser ganz, ganz großes Ziel ist es, die Saison so positiv wie möglich abzuschließen.“ Damit die Eintracht das nach dem 34. Spieltag von sich behaupten kann, reichen ihr keine zwei Siege. Dafür benötigt sie die Hilfe von Kohr, da Costa und allen Mainzern.

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