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5:2 gegen Union Berlin : Die Eintracht und der Kampf ums Ganze

Eintracht Frankfurt darf weiter auf die Champions League hoffen. Bild: Reuters

Frankfurt und Union zeigen eine furiose Halbzeit mit sechs Treffern. Dabei gibt es auch ein kurioses Eigentor. Die Eintracht träumt weiter von der Champions League, zeigt aber ungewohnte Defizite.

          3 Min.

          Langsam, aber sicher wird es ernst. Knapp zwei Monate sind es nur noch, bis abgerechnet wird in der Fußball-Bundesliga. Und für die Eintracht, das lässt sich nach dem 26. Spieltag festhalten, geht es nun endgültig ums große Ganze. Mit dem 5:2 gegen Union Berlin – beim dem längst nicht alles Gold war, was glänzte – verbesserten die Frankfurter ihre Ausgangsposition im Feld hinter der Tabellenspitze.

          Bundesliga
          Marc Heinrich
          Sportredakteur.

          Mit 47 Punkten und dem vierten Rang ist für das Team von Trainer Adi Hütter eine abermalige Qualifikation für den Europapokal nun zum Greifen nahe, zumal der Vorsprung vor den siebtplazierten Köpenickern auf neun Punkte angewachsen ist – bei acht verbleibenden Partien ein ordentlicher Vorsprung, der Phantasien reifen lässt.

          Selbst eine erstmalige Qualifikation für die Champions League ist möglich, wobei die kommende Begegnung nach der Länderspielpause in Dortmund in dieser Hinsicht wegweisenden Charakter besitzen könnte. Der BVB – der beim 2:2 in Köln stolperte – liegt vier Zähler hinter den Hessen in Lauerstellung. „Der Druck ist ganz klar bei der Borussia“, sagte Djibril Sow am Samstag.

          Silva trifft früh zum 1:0

          Für die Eintracht stelle sich die Situation dank des Erfolgs gegen Union „ein bisschen entspannter“ dar. Es sei das Ziel, auch im direkten Duell mit den Dortmundern an Ostern „etwas zu holen“, sagte Sow: „Denn dann würden wir einen Riesenschritt machen.“ Schon nach wenigen Sekunden, beim ersten Vorstoß der Berliner über die Mittellinie, stand der Schweizer im Mittelpunkt des Geschehens und musste auf der Linie für den geschlagenen Kevin Trapp klären.

          Im Gegenzug initiierte Sow sogleich die Führung für die Männer in Schwarz-Rot. Seine Vorlage landete bei Filip Kostic, dessen Hereingabe Silva zum 1:0 verwertete (2.). Union brauchte nicht lange, um Abstimmungsschwierigkeiten der Hessen rund um deren Strafraum auszunutzen: Torschütze Max Kruse profitierte dabei von der Vorarbeit durch Julian Ryerson, der sich vehement gegen Hasebe durchsetzte; der Videoschiedsrichter sah in seinem grenzwertigen Einsteigen kein Foul.

          Kurz darauf war es wiederum Sow, der einen von Joel Pohjanpalo abgefälschten Ball in letzter Sekunde wegschlug, nachdem ihn Trapp nicht zu fassen bekommen hatte (20.). „In der Anfangsphase war ich beinahe ein zweiter Torhüter“, stellte der 24 Jahre alte Mittelfeldgestalter schmunzelnd fest. „Djibril war im Zentrum ungeheuer wichtig“, lobte Hütter später.

          Vor allem bei Standardsituationen leistete sich die Eintracht im ersten Abschnitt Ungenauigkeiten bei der Zuordnung. Nico Schlotterbeck hätte eine der Schludrigkeiten beinahe mit einem Flugkopfball ausgenutzt (33.). Ein Eigentor, das in wenigen Fußball-Fernseh-Jahresrückblicken fehlen dürfte, wendete anschließend das Blatt zugunsten der Frankfurter: Um einen Duell mit Daichi Kamada aus dem Weg zu gehen, entschied sich Robert Andrich für die vermeintlich sichere Option und schlug den Ball aus rund dreißig Metern zum eigenen Schlussmann zurück – doch Andreas Luthe rutschte beim Antritt weg, so dass die Kugel ungehindert ins Netz rollte (35.).

          „Wir können weiter angreifen“

          Bei einem Konter baute Kostic den Vorsprung auf Vorlage von Silva aus (3:1, 39.), ehe Kamada zur Stelle war und Silva in Szene setzte, der nicht lange fackelte (4:1, 41.); es war bereits der 21. Ligatreffer des Portugiesen. Doch damit war es um den Behauptungswillen der „Eisernen“ nicht geschehen. Sie konnten noch vor der Pause verkürzen: Kruse drückte den Ball – in der dritten Minute der Nachspielzeit – mit der Stirn gegen die Laufrichtung von Trapp ins Eck.

          „Zu passiv“, so beurteilte es Sow, hätten sich er und die Mitstreiter bei manchen Aktionen angestellt, zudem hätten sie alle Hinteregger vermisst, „der uns normalerweise mehr Sicherheit gibt“. Zum Ende der zweiten Halbzeit, in der die Berliner nie aufsteckten und der Eintracht in vielen intensiven Zweikämpfen alles abverlangten, setzte der eingewechselte Timothy Chandler nach einem Missgeschick Knoches den Schlusspunkt zum 5:2 (90.).

          Für Fredi Bobic, den Sportvorstand, den es selbst in der Hauptstadt zur Hertha zieht, besaß das Niederringen der emsigen Unioner einen Mehrwert, der sich später beim Bilanzieren als besonders bedeutsam erweisen könnte. Er sprach von einem Sieg „für Europa“. In Anbetracht der kommenden Aufgaben habe die Eintracht zusätzliches Selbstvertrauen getankt: „Die nächsten Wochen werden spannend, und wir können weiter angreifen.“

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