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2:0 gegen Union Berlin : Eintracht „wacher und schärfer“ als der Spitzenreiter

Die Eintracht-Torschützen Mario Götze (links mittig) und Jesper Lindström (rechts mittig) gratulieren sich gegenseitig. Bild: dpa

Frankfurter Heimschwäche? Nicht doch! Die Eintracht zeigt gegen Union Berlin ein starkes Spiel. Zum Start in den heißen Herbst gibt es ein 2:0. Götze und Lindström treffen. Kolo Muani sieht Gelb-Rot.

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          Rein in die Crunchtime! In die wichtige Phase, in der es besonders zählt. Mit Mut, Entschlossenheit, großem Erfolgswillen und kühlem Kopf. Das war der Plan der Frankfurter Eintracht – und er ist zu Beginn des spielplanbedingten heißen Herbstes für die Hessen aufgegangen. Mit dem 2:0-Sieg am Samstag über Union Berlin fügte die Eintracht dem Bundesliga-Tabellenführer am achten Spieltag die erste Saisonniederlage zu. Seit saisonübergreifend 14 Erstligapartien (elf Erfolge, drei Remis) waren die Berliner davor ungeschlagen geblieben.

          Bundesliga
          Jörg Daniels
          Redakteur in der Sportredaktion

          Die Frankfurter wiederum, die lange den Rhythmus bestimmten und auf die sechs Englische Wochen in den kommenden anderthalb Monaten mit noch zwölf Spielen vor der WM in Qatar warten, freuten sich über ihren erst zweiten Heimsieg. Davor war die Eintracht in dieser Runde in fünf Heimspielen wettbewerbsübergreifend nur ein Mal erfolgreich gewesen.

          Die Treffer für die zweikampfstarken Frankfurter erzielten vor 50.500 Zuschauern Mario Götze in der zwölften Spielminute und Jesper Lindström, (42.). Union, das diesmal nicht effizient war, ging leer aus. Die Berliner hatten vor dem Duell am Main nur vier Gegentreffer hinnehmen müssen – Ligabestwert. Doch nun bekamen sie es mit im Abschluss ziemlich konsequenten Hessen zu tun, die in der Tabelle auf Platz fünf vorrückten. Und deren Erfolg noch wertvoller war, weil die Eintracht nach der Gelb-Roten Karte für Randal Kolo Muani mehr als 20 Minuten in Unterzahl spielen musste.

          „Eintracht war wacher und schärfer“

          „Das war richtig gut von der Art, wie wir das Spiel angenommen haben.“ Sportvorstand Markus Krösche – „das war sehr souverän“ – sprach von einer „sehr guten Mannschaftsleistung“. Für Trainer Oliver Glasner war es „ein toller Auftritt. Wir haben das Tempo gut kontrolliert. Wir waren ruhig und haben den Tempowechsel immer forciert“, sagte er. Sein Berliner Kollege Urs Fischer ordnete das Ergebnis als „verdienten Frankfurter Sieg“ ein. „Die Eintracht war wacher und schärfer. Sie hat die Basics so auf den Platz bekommen, wie wir uns das vorstellen“, lobte er den Gegner.

          Viel wurde vor dem Spiel über die Heimschwäche der Eintracht gesprochen. Über die möglichen Gründe, von denen laut Glasner einer sein kann, dass sich die Mannschaft zu viel Druck macht, um vor eigenem Publikum den hohen Erwartungen entsprechen zu können. In fremden Stadien, das ist der Eindruck von Glasner, spiele die Mannschaft, die in diesem Jahr wettbewerbsübergreifend nur drei Heimsiege erzielte, befreiter auf.

          Nur: Psychologische Maßnahmen wie das Hotel zu wechseln, die Ersatzbank zu tauschen oder einen Umweg mit dem Mannschaftsbus zu fahren, um das Gefühl einer Auswärtsfahrt aufkommen zu lassen, kamen für den Trainer nicht in Frage. Und die Eintracht, die von sieben Heimspielen gegen Union bisher nur eins im Profifußball verlor, war auch ohne solche Maßnahmen auf Erfolg eingestellt. „Wir haben zu unserem Spiel gefunden“, fasste Ansgar Knauff den überzeugenden Auftritt zusammen.  

          Auch sein Mitspieler Tuta sieht die Frankfurter dafür gewappnet, „um einen goldenen Oktober zu erleben“. Der Brasilianer war rechts wieder Bestandteil einer Dreierabwehrkette mit Makoto Hasebe als Libero in der Zentrale. Auf den defensiven Mittelfeldspieler Kristijan Jakic (Schleimbeutelentzündung in der Hüfte) musste Glasner verzichten, das Gespann bildeten diesmal Kapitän Sebastian Rode und Daichi Kamada. Der Schweizer Vielspieler Djibril Sow, der auch in seiner Nationalmannschaft ein ordentliches Pensum abspulte, erhielt vom Trainer zunächst eine schöpferische Pause.

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