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2:1 auf Schalke : Frankfurt gewinnt nach Elfmeter-Drama in 99. Minute

  • -Aktualisiert am

Frankfurter Siegtorschütze: Jovic (links) sorgt für Eintracht-Jubel. Bild: Reuters

Unglaubliche Szene in Gelsenkirchen: Als es beim Spiel Schalke gegen Frankfurt nach einem 1:1 aussieht, gibt es einen Videobeweis. In der letzten Aktion der Partie trifft die Eintracht – und die Königsblauen schäumen vor Wut.

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          Die Not von Schalke 04 wird immer größer. Nach der 1:2-Heimniederlage am Samstag gegen die Frankfurter Eintracht beträgt der Vorsprung vor dem VfB Stuttgart und dem Relegationsplatz nur noch fünf Punkte. Bis in die Nachspielzeit hinein schien die Mannschaft von Trainer Huub Stevens am Samstag im Kampf gegen den Abstieg einen Schritt weiter gekommen zu sein. Doch dann unterlief Caligiuri im eigenen Strafraum ein Handspiel. Schiedsrichter Stegemann ließ zunächst weiterspielen, dann gab der Video-Assistent einen Hinweis. Nach ausgiebigem Studium der Fernsehbilder entschied Stegemann auf Elfmeter. Jovic nutzte die Chance zum glücklichen Frankfurter Sieg in der neunten Minute der Nachspielzeit.

          Bundesliga
          Peter Heß

          Sportredakteur.

          In der ersten Halbzeit hatte Stegemann nach Überprüfung der Videobilder noch gegen die Eintracht entschieden, obwohl Bruma den Frankfurter Rebic im Strafraum zu Fall gebracht hatte. Rebic hatte auch die Eintracht in der 13. Minute in Führung gebracht, Serdar war der Ausgleichstreffer in der 21. Minute gelungen.

          Die Schalker Profis begannen das Spiel, als wären sie Fahrschüler bei ihrer ersten Stunde auf der Autobahn. Völlig verunsichert. Ihr einziges Bestreben: Bloß keinen Fehler machen. Obwohl die Frankfurter gar kein allzu hohes Tempo wählten, schlug es dennoch schnell ein. Das 1:0 durch Rebic fiel in der 13.Minute, zuvor hätte schon Jovic die Eintracht in Führung bringen können, doch aus fünf Metern Entfernung traf der serbische Torjäger nur den Gelsenkirchener Torwart Nübel.

          Dass der Rückstand nur ein Lackschaden und kein Totalschaden für Schalke wurde, lag vornehmlich an den Frankfurtern. Die vom Erfolg verwöhnte Mannschaft von Trainer Hütter, 2019 ist sie noch ungeschlagen, wurde überheblich. Viel sprach zwar nicht für den Ausgleich, dennoch fiel er in der 21. Minute durch Serdar. So groß war denn die spielerische Armut der Schalker auch nicht, dass sie nicht in der Lage gewesen wären, einen Eckstoß gefährlich auszuführen.

          Das 1:1 gab dem Bundesligazweiten des Vorjahres so viel Sicherheit, dass die Mannschaft nun fähig war, die einfacheren Arbeiten im Fußball zu verrichten. Rennen und kämpfen. In der zweiten Halbzeit steigerte sich die Eintracht, Stürmer Pacienca für den indisponierten Mittelfeldspieler de Guzman brachte mehr Struktur in die Offensive.

          Doch durchschlagskräftig wurde der Eintracht-Angriff nicht, ehe Jovic in quasi letzter Sekunde den Handelfmeter traumhaft sicher nutzte. Die Schalker schäumten vor Wut und bedrängten den Schiedsrichter. „Ich will nicht zu viel sagen über die letzte Situation“, sagte Trainer Stevens. „Ich bin für den VAR, aber als Trainer darfst du nicht alles sagen, dann kannst du bestraft werden.“ Sein Kollege Adi Hütter verstand das: „Ich muss von einem glücklichen Sieg sprechen, wenn man mit der allerletzten Situation gewinnt. Ich kann mit Schalke mitfühlen“, sagte der Frankfurter Coach.

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