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3:2 gegen Wolfsburg : Frankfurter Glück durch Dreier-Meier

Frankfurts Torjäger Meier entschied die Partie im Alleingang. Bild: AP

Was wäre die Eintracht nur ohne Alex Meier? Als es im Duell mit Wolfsburg nicht gut aussieht für Frankfurt, dreht der Torjäger die Partie – und sorgt dann gar noch für eine unglaubliche Schlusspointe.

          2 Min.

          Zwei grundverschiedene Halbzeiten, fünf Tore, und am Ende ein Finale furioso zwischen der Frankfurter Eintracht und dem VfL Wolfsburg. Was das staunende Publikum am Sonntag zum Rückrundenauftakt sehen bekam, glich einer Achterbahnfahrt – mit dem glücklichen Ende für die Eintracht, für die Kapitän Alexander Meier alle drei Tore zum 3:2-Sieg erzielte. Dabei hatte es lange Zeit überhaupt nicht danach ausgesehen.

          Ralf Weitbrecht
          Sportredakteur.

          Selten waren die Pfiffe verdienter als zur Halbzeitpause. Die 35.000 Zuschauer in der Frankfurter Arena – Minusrekord in der Saison – hatten allen Grund, mit der Darbietung der Eintracht höchst unzufrieden zu sein. Schließlich waren die zuvor absolvierten 45 Minuten das Schlechteste, das die Hessen in dieser Spielzeit bislang gezeigt hatten.

          Was hatten sie sich nicht alles vorgenommen. Trainer Armin Veh wollte die „Reset-Taste“ drücken. Gegen den in der ersten Halbzeit in allen Belangen überlegenen VfL Wolfsburg aber brachte der Tabellenfünfzehnte so gut wie nichts zustande. Keine Spieleröffnung, keine Umschaltaktionen: Es hakte in allen Mannschaftsteilen. Schmeichelhaft für die Eintracht: Zur Pause stand es nur 0:1, weil die Wolfsburger viele erstklassige Chancen sträflich ungenutzt ließen.

          Die Entscheidung in der Nachspielzeit: Meier trifft zum Sieg. Bilderstrecke
          Die Entscheidung in der Nachspielzeit: Meier trifft zum Sieg. :

          Alleine zwischen der 15. und 18. Minute hätten Max Kruse, Daniel Caligiuri und Naldo für klare Verhältnisse sorgen müssen. So dauerte es bis zur 25. Minute, ehe der aufgerückte Dante einen Freistoß von Ricardo Rodriguez zum hochverdienten Wolfsburger 1:0 im Frankfurter Tor unterbrachte. Kurz vor dem Halbzeitpfiff von Schiedsrichter Knut Kircher war es abermals Kruse, der alleine vor dem Eintracht-Gehäuse auftauchte, aber am besten Frankfurter, Torwart Lukas Hradecky, scheiterte. Nur Sekunden später war es Caligiuri, der eine weitere Einschussgelegenheit verstreichen ließ.

          Aktiver, offensiver, mutiger: Veh war mit einem festen Plan aus der Winterpause gekommen, der vorsah, dass man mit altbekannten Frankfurter Tugenden die schwache Hinrunde vergessen machen will. „Wir wollen wieder risikoreicher spielen“, sagte Veh und holte sich dafür mit dem Mexikaner Marco Fabian und dem Ungarn Szabolcs Huszti zwei neue Offensivkräfte.

          Fabian schaute sich das lange Zeit trübe Treiben gegen den Pokalsieger Wolfsburg eine Halbzeit von der Bank aus an, Huszti war vergeblich darum bemüht, auf links Druck zu entfalten. Bis zur Pause tauchte die Eintracht nicht ein einziges Mal mit einem Hauch von Gefährlichkeit vor dem Tor der „Wölfe“ auf.

          Erst nach dem Seitenwechsel, als auch Fabian in die Partie kam, zeigte die Eintracht, dass es sich bei dem Duell mit dem VfL um ein Heimspiel handelte. In der 46. Minute nahm Stefan Aigner mit dem Kopf Maß, scheiterte aber an Diego Benaglio. Und als 180 Sekunden später Huszti mit einem Freistoß nur knapp das Ziel verfehlte, keimte so etwas wie Hoffnung bei den mit der Eintracht sympathisierenden Fans auf. André Schürrle hätte im Gegenteil Tor Nummer zwei für die Niedersachsen erzielen können, scheiterte aber am aufmerksamen Hradecky (64.).

          Dann schlug Alexander Meier zum ersten Mal zu. Halb im Fallen bahnte er sich einen Weg zu dem heranfliegenden Ball und schoss ihn zum 1:1 ins Wolfsburger Tor (66.). Es war Saisontreffer Nummer acht für den Frankfurter Kapitän, der auch mit 33 Jahren noch lange nicht zum alten Eisen gehört. Wie wertvoll Meier für die Eintracht ist, zeigte er nur sieben Minuten später, als er für ungeahnte Frankfurter Glücksmomente sorgte. Gedankenschnell erkannte er die Chance, die sich ihm nach abermaliger Vorarbeit von Aigner bot und zum 2:1 einschoss (73.) – welch eine Wendung.

          Wirklich? Nach Vorarbeit des eingewechselten Sebastian Jung war Schürrle (79.) so frei, für das 2:2 zu sorgen. Doch das sollte noch nicht der Schlusspunkt sein. Denn in der Nachspielzeit setzte sich Fabian entschlossen auf links durch, Benaglio wehrte ungeschickt ab, und Meier, wer auch sonst, war zur Stelle.

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