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Eintracht-Profi Aymen Barkok : Mit Instinkt und Geistesblitzen

  • -Aktualisiert am

Frankfurter Fuddler: Aymen Barkok nimmt es im Dribbling auch schon mal mit mehreren Gegnern auf. Bild: Jan Huebner

Nach einer langen Leidenszeit nimmt Aymen Barkok einen neuen vielversprechenden Anlauf bei der Eintracht. In der marokkanischen Nationalelf ist sein Können schon gefragt.

          3 Min.

          Aymen Barkok lächelt fast die ganze Zeit. Wenn er spricht, und wenn er zuhört. Die Videokonferenz mit den Frankfurter Medien scheint ihm Spaß zu machen, zumindest verunsichert ihn der Kontakt mit der Öffentlichkeit nicht. Das war vor einem Vierteljahr noch anders. Damals, unmittelbar nach seiner Rückkehr zur Frankfurter Eintracht, wirkte der 22-Jährige schüchtern, nervös, ängstlich, etwas Falsches zu sagen.

          Bundesliga
          Peter Heß

          Sportredakteur.

          Der Frankfurter Bub, der mit 18 so furios mit dem Siegtreffer gegen Werder Bremen in seine Bundesligakarriere gestartet war, hatte zwei unglückselige Jahre bei Fortuna Düsseldorf hinter sich. Am Rhein sollte der offensive Mittelfeldspieler die Spielpraxis sammeln und die Sicherheit erlangen, die es ihm ermöglichen würden, sein Talent ganz zur Entfaltung zu bringen. In seiner Heimat am Main war er dazu nicht in der Lage gewesen. Denn der Blitzstart stellte sich als verhängnisvoll heraus. Die Erwartungen der Öffentlichkeit an ihn und die eigenen Ansprüche, die aus dem Debüt erwuchsen, erdrückten ihn.

          Doch Düsseldorf wurde nicht zum Neuanfang, sondern zur Fortsetzung seines Trübsals. „Es war eine einzige Leidenszeit“, sagte Barkok am Mittwoch in die Kamera. „Ich war von den zwei Jahren netto ein Jahr verletzt.“ Und wenn er mal fit war, dann kam er nicht in die Mannschaft. Im ersten Jahr, in der zweiten Liga, versuchte es Trainer Friedhelm Funkel noch ab und zu mit ihm. Der ehemalige Eintracht-Trainer hatte den Deutschmarokkaner schließlich auf Leihbasis verpflichtet. Im zweiten Jahr, in der Bundesliga, gab ihm der neue Trainer Uwe Rösler keine Chance mehr.

          Erst ein Streichkandidat

          Als Barkok im Sommer nach Ablauf des Leihgeschäfts zum ersten Vorbereitungstraining der Eintracht erschien, war nicht klar, ob er länger als ein paar Tage bleiben würde. Der Mittelfeldspieler gehörte zu den ersten Streichkandidaten, schließlich zwang und zwingt Corona die Eintracht dazu, Personalkosten zu sparen. Aber Barkok schaffte es, Trainer Adi Hütter von sich zu überzeugen. „Ich bin froh drum“, sagt Hütter heute. Denn der deutsche Junioren-Nationalspieler, der in sechs verschiedene U-Mannschaften berufen wurde, hat sich als belebendes Element für die Frankfurter Offensive erwiesen.

          Der österreichische Fußballlehrer brachte Barkok in jede der sieben Pflichtpartien ins Spiel. Und bei den meisten seiner Teilzeiteinsätze fiel Barkok auf, sogar in den fünf Minuten gegen die TSG Hoffenheim, als er sich eine große Torchance erarbeitete. Am wirkungsvollsten allerdings agierte das Talent am vergangenen Samstag gegen Werder Bremen. Sein Ballgewinn kurz nach seiner Einwechslung war Ausgangspunkt zum 1:1-Ausgleichstreffer von André Silva. Und auch in den weiteren 30 Minuten machte Barkok vieles richtig. Dabei wurde er nicht wie gewohnt im Zentrum eingesetzt, sondern auf der rechten Außenbahn. „Mir ist es egal, wo ich spiele. Hauptsache, ich spiele. In der Eintracht-Jugend war ich schon rechter Verteidiger, in der Kickers-Jugend sogar linker Verteidiger.“

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