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Bundesliga gegen Leipzig : Eintracht Frankfurt und das Spiel der Wahrheit

  • -Aktualisiert am

Spiel gegen Leipzig: Eintracht-Trainer Hütter muss liefern. Bild: dpa

Gegen Leipzig muss der Frankfurter Trainer Adi Hütter den Worten Taten folgen lassen. Amin Younes fehlt wegen eines positiven Corona-Tests. Wer soll nun die Probleme im krankenden Eintracht-Spiel beheben?

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          Auf Amin Younes wird Eintracht-Trainer Adi Hütter nicht setzen können, wenn es am kommenden Samstag gegen RB Leipzig gilt (18.30 Uhr im F.A.Z.-Liveticker zur Bundesliga und bei Sky), Farbe zu bekennen. Der offensive Mittelfeldspieler fällt nach einem positiven Test auf das Covid-19-Virus aus. Der 27 Jahre alte gebürtige Düsseldorfer wurde bereits am vergangenen Dienstag trotz eines damals negativen Testergebnisses vorsichtshalber in Quarantäne versetzt, da er in seinem privaten Umfeld Kontakt zu infizierten Personen hatte.

          Bundesliga
          Peter Heß

          Sportredakteur.

          Mittlerweile haben weitere Tests bei Younes einen positiven Befund ergeben, so dass er sich weiterhin in Quarantäne befindet. Durch die präventive Herausnahme aus dem Mannschafts- und Trainingsbetrieb hatte er zu keinen Personen von Eintracht Frankfurt Kontakt, und somit ist auch die Austragung des Bundesligaspiels gegen die Sachsen nicht gefährdet. Younes hat gegenwärtig keine Symptome.

          Younes fehlt wegen Corona

          Um die Symptome des zuletzt krankenden Eintracht-Spiels zu beheben, wäre Younes jedoch für viele Fans der Richtige gewesen. Seinen Einsatz in der Startelf hatten sich viele Freunde des Frankfurter Fußballs schon gegen Werder Bremen und den VfB Stuttgart gewünscht. Aber Hütter verharrte in seiner gegen Bielefeld gefundenen Lieblingsformation und korrigierte jeweils erst in der Halbzeit.

          Vor allem das Festhalten an Ilsanker und Zuber, aber auch an Touré hatte dem Österreicher erstmals in seiner Eintracht-Zeit harte Kritik in den Fanforen eingebracht. Die Klubführung sah sich veranlasst, darauf zu reagieren. Zunächst erläuterte Hütter seine Strategie in einem Hintergrundgespräch gegenüber Medien. Eine Berichterstattung war nicht erlaubt. Zwei Tage später wandte sich Hütter dann, um größtmögliche Öffentlichkeit bemüht, via Youtube an die Eintracht-Fans.

          Er erzählte nichts anderes als dem geschlossenen Zirkel, nur formulierte er etwas milder, als er die Leistungen des ein oder anderen seiner Profis beschrieb. Bei seinen Erläuterungen, die er explizit nicht als Rechtfertigung verstanden wissen wollte, vermittelte er den Eindruck eines umsichtigen, jedes Für und Wider bedenkenden Trainers. Und Hütter räumte ein, dass er bei mancher Personalie anders gehandelt hätte, wenn ihm vorher die Leistungen der betreffenden Spieler bekannt gewesen wären.

          Aber das Argumentieren und Wegmoderieren beantwortete längst nicht alle kritische Fragen: Wie kann man annehmen, dass bei sechs so verschiedenen Gegnern wie Hoffenheim, Berlin, Köln, Bremen, Bayern und Stuttgart sechsmal dieselbe Startaufstellung die beste sein könnte? Hütter zeigte viel Verständnis für die Situation von Danny da Costa, dem ehemaligen Stammspieler, der so gut wie keine Chance mehr erhält. Der Trainer widersprach energisch dem Eindruck, er hätte etwas gegen da Costa, das Tischtuch zwischen ihm und dem Außenbahnspieler wäre zerschnitten. Aber wie kommen so viele Beobachter darauf?

          Genauso einfühlsam äußerte sich Hütter über das 21 Jahre alte Verteidigertalent Evan Ndicka, das von Martin Hinteregger blockiert wird sowie vom gleichaltrigen Tuta, dem David Abraham im Weg steht. „Ndicka braucht jetzt Spielzeit“, sagte Hütter wörtlich. Gab sie ihm aber bisher nicht. Der mit 22 Millionen Euro Marktwert gehandelte Franzose trainiert nach Verletzung seit vier Wochen mit der Mannschaft und erhielt nicht eine Minute Einsatzzeit, um ans Team herangeführt zu werden. Dabei ist es dem Eintracht-Trainer bewusst, wie er sagt, dass die Eintracht viel Geld verlieren könnte, wenn Ndickas Entwicklung durch Untätigkeit gestoppt würde.

          Hütter muss sich jedoch an seinen Taten messen lassen und nicht an seinen Worten. Deshalb wird die Auseinandersetzung mit Leipzig sehr interessant werden. Dass Zuber aus der Startelf genommen wird, ist offensichtlich. Filip Kostic kehrte an diesem Dienstag vorzeitig von der Länderspielreise aus Serbien zurück – voll bei Kräften. Er trainierte schon mit der Mannschaft. Aymen Barkok ist mit Marokko noch unterwegs – in der Zentralafrikanischen Republik. Ob der 22 Jahre alte spielstarke Frankfurter gegen Leipzig nach starken Kostproben als Teilzeitarbeiter sein Debüt in der Startelf geben wird? Nach dem Ausfall von Younes ist Barkok die einzige Alternative für mehr Spielkultur.

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