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Kevin-Prince Boateng hatte entscheidenden Anteil am Frankfurter Sieg. Bild: dpa

Eintracht Frankfurt : „Diesen One-Night-Stand nehmen wir gerne mit“

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Zumindest bis zu den Spielen an diesem Samstag steht Frankfurt auf Platz zwei der Bundesliga-Tabelle. Das liegt vor allem an einer besonderen Qualität der Eintracht.

          Den Sprung auf Platz zwei der Bundesliga-Tabelle kommentierte Fredi Bobic ziemlich frivol. „Diesen One-Night- Stand nehmen wir gerne mit“, sagte der Sportvorstand von Eintracht Frankfurt nach dem 2:0 (1:0)-Sieg gegen Borussia Mönchengladbach. „Ich habe schon vor dem Spiel gesagt: Wenn wir heute gewinnen, dann fotografiert die Tabelle und rahmt sie euch ein.“

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          Dafür haben die Frankfurter Spieler an diesem Samstag nur wenige Stunden Zeit. Denn schon am Nachmittag können der FC Schalke 04, RB Leipzig und Borussia Dortmund in der Tabelle wieder vorbeiziehen. Doch ganz egal, ob die Eintracht nun Zweiter, Dritter oder Fünfter ist: Ein ernsthafter Europa-League-Kandidat ist die Mannschaft von Niko Kovac mittlerweile auf jeden Fall. Kaum ein anderes Team in der Fußball-Bundesliga ist physisch so stark. Kaum ein anderes Team arbeitet an seiner Fitness und auch an seinen spielerischen Fortschritten mit so viel Hartnäckigkeit und Energie.

          Gegen Gladbach war die Eintracht am Freitagabend vor 47.500 Zuschauern in der ersten Halbzeit gut und in der zweiten glücklich. Kevin-Prince Boateng erzielte in der 43. Minute das erste Tor, Luka Jovic in der Nachspielzeit das zweite (90.+2). Dazwischen wurde die Borussia immer stärker und verschoss durch Thorgan Hazard zwölf Minuten vor Schluss sogar einen Foulelfmeter.

          Am Ende sind es Schwankungen wie diese, die die Verantwortlichen in Frankfurt weiter sehr zurückhaltend klingen lassen. „Die Liga ist so eng beieinander. Wenn wir jetzt den 33. Spieltag hätten, dann würde ich sagen: Volle Attacke!“, meinte Bobic. „Aber nach dem 20. Spieltag hast du noch nichts erreicht. Innerhalb von zwei, drei Spieltagen kannst du wieder durchgereicht werden auf Platz acht oder neun.“ Auch Trainer Niko Kovac meinte: „Das ist ein großer Sieg, weil uns eine wirklich gute Mannschaft gegenüberstand. Wir wollten den Sieg unbedingt.“ Aber auch er wisse, wie schnell man wieder zurückfallen könne. „Deshalb werde ich jetzt nicht in Euphorie verfallen.“

          Die Aufmerksamkeit in Frankfurt wird ohnehin noch an diesem Wochenende einem anderen Thema gehören: Am Sonntagvormittag beginnt die Jahreshauptversammlung der Eintracht und besonders im Mittelpunkt wird dabei der Präsident Peter Fischer stehen. Der hat sich zunächst in einem Interview in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung Ende Dezember so deutlich wie kein zweiter Fußball-Funktionär gegen die rechtspopulistische AfD gestellt. Das hat ihm neben zahlreichen Unterstützern auch Kritik eingebracht. Bei der Mitgliederversammlung am Sonntag will Fischer zu diesem Thema abermals Stellung beziehen.

          Nach drei Fuß-Operationen und einer Borreliose-Erkrankung steht Torjäger Alexander Meier derweil wieder auf dem Trainingsplatz. Der 35 Jahre alte Stürmer absolvierte dort am Samstag zum ersten Mal wieder einige leichte individuelle Übungen, teilte der Verein via Twitter mit. Der Bundesliga-Torschützenkönig von 2015 stand zuletzt im Mai 2017 beim DFB-Pokal-Endspiel für die Eintracht auf dem Spielfeld. Danach knickte er im Urlaub in Florida beim Laufen um und musste im Juni, September und November operiert werden. Eine Borreliose-Erkrankung nach einem Zeckenbiss behinderte zudem seine Reha-Maßnahmen. „Ich freue mich sehr, dass ich nun doch so schnell auf den Platz zurückkehren kann und hoffe, dass ich noch mal wieder vor unseren Fans auflaufen kann“, sagte Meier in der vergangenen Woche, nachdem die Vereinsärzte sein Trainings-Comeback erlaubt hatten.

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