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Fußball-Bundesliga : Hrustic nimmt den Kampf bei der Eintracht an

  • -Aktualisiert am

Sehen, was kommt: Ajdin Hrustic hat sich bei der Eintracht noch nicht durchgesetzt. Bild: Max Ellerbrake / firo Sportphoto

Ajdin Hrustic ist kein Stammspieler bei der Eintracht. Dennoch lassen den australischen Nationalspieler Gerüchte über einen Abgang aus Frankfurt kalt. Sein nächstes großes Ziel steht schon fest.

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          Ajdin Hrustic ist eine wahre Freude für jeden Mitarbeiter der Kommunikationsabteilung eines Fußball-Bundesligavereins. Der 25 Jahre alte Profi mit bosnisch-rumänischen Wurzeln, der in Australien aufwuchs und deshalb für dieses Land in der Nationalmannschaft spielt, verkauft sich und seine Situation bei der Frankfurter Eintracht glänzend: Eloquent, überzeugend, positiv. Dabei gibt es gar nicht so viel Gutes über seine Karriere in Frankfurt zu berichten – sie stagniert.

          Bundesliga
          Peter Heß
          Sportredakteur.

          In seiner ersten Saison wurde er von Trainer Adi Hütter kaum einmal eingesetzt, in der zweiten von Trainer Oliver Glasner nur ein wenig häufiger. Am vergangenen Samstag stand Hrustic gegen Borussia Dortmund zum fünften Mal in dieser Spielzeit in der Startelf, nachdem er es im Herbst einige Male nicht in den Kader geschafft hatte. Aber es ist nicht gewagt zu behaupten, dass der Mittelfeldspieler auch gegen den BVB zunächst auf der Reservebank Platz genommen hätte, wenn nicht Djibril Sow kurzfristig ausgefallen wäre und der gerade genesene Kristijan Jakic eine Option für die Startelf gewesen wäre.

          Der zentrale Mittelfeldspieler Hrustic, der eher offensiv denkt und fühlt, aber auch den defensiven Part übernehmen kann, ist in der Hierarchie hinter den beiden genannten Konkurrenten, aber auch hinter Sebastian Rode und Makoto Hasebe angesiedelt. Für die Abteilung Attacke im Mittelfeld sind Daichi Kamada und Jesper Lindström im Moment gesetzt. Deshalb gilt Hrustic als einer der Kandidaten, die die Eintracht in der Winterpause verlassen könnten, um bei einem Konkurrenten Spielpraxis zu sammeln.

          „Davon habe ich nichts gehört“

          In den einschlägigen Internetportalen wird der Linksfuß mit dem Eintracht-Gegner des kommenden Sonntags (15.30 Uhr im F.A.Z.-Liveticker zur Bundesliga und bei DAZN), dem FC Augsburg, in Verbindung gebracht. Laut Medienberichten soll Hrustic sogar von der Eintracht offiziell mitgeteilt worden sein, sich einen neuen Verein suchen zu dürfen.

          „Davon habe ich nichts gehört“, ließ Hrustic am Donnerstag in einer virtuellen Presserunde wissen. Er wirkte dabei locker und unverkrampft. Auch, dass sein Abschied aus Frankfurt angekündigt wird, lässt ihn ruhig: „Als Spieler siehst du natürlich viele Meldungen in den sozialen Medien. Aber das lenkt mich nicht von meinem Job, Fußball zu spielen, ab.“ Hrustic gefällt es bei der Eintracht, obwohl er sich noch nicht durchsetzen konnte und deshalb will er weiter mit aller Macht um eine bessere Rolle kämpfen.

          Der in Melbourne geborene Profi liefert durchaus Argumente, warum ihn die Eintracht vor anderthalb Jahren verpflichtet hat. Er hat viel Gefühl im linken Fuß, einen strammen Schuss und weiß sich gut im Raum zu bewegen. Im Jargon werden solche Spieler als echte „Kicker“ bezeichnet, Spieler, die wissen, wie das Bällchen zu laufen hat. Aber Hrustic konnte bisher noch nicht den Nachweis bringen, dass er mit seinen Fähigkeiten der Eintracht besser weiterhilft als die Kollegen um ihn herum. Bisher fehlte die letzte Dynamik, die letzte Entschlossenheit, um sein Spiel wirklich durchzubringen. Und in der Defensive ist er auch nicht der ganz große Abräumer.

          Vielleicht bedarf es jedoch nur etwas mehr Spielpraxis und etwas mehr Selbstgewissheit, um den entscheidenden Schritt zu machen. In der australischen Nationalelf ist ihm dies gelungen. Als er im vergangenen Jahr im WM-Qualifikationsspiel gegen Qatar überraschend die Chance eines Startelf-Einsatzes erhielt, packte er sie beim Schopf. Hrustic schwang sich zum Spielmacher auf und erzielte ein wunderschönes Tor zum 3:0-Sieg seines Teams. Die WM-Teilnahme Ende des Jahres ist das große Karriere-Ziel des Mittelfeldspielers. „Natürlich würde es mir für das Nationalteam helfen, wenn ich bei der Eintracht einen Stammplatz hätte. Ich werde alles dafür tun, es zu schaffen und für die WM nominiert zu werden.“

          Er fühlt sich bei der Eintracht gut aufgehoben, die Stadt, die Fans gefallen ihm und auch Trainer Glasner gebe ihm das Gefühl, „wichtig zu sein, auch wenn ich nicht von Anfang an spiele. Das stärkt mein Selbstvertrauen. Das weiß ich am Trainer zu schätzen.“ An der mündlichen Leistung wird es in seinem Kampf um den Stammplatz nicht scheitern.

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