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Edin Dzeko : „Ich bin kein Typ, der Stress macht“

  • -Aktualisiert am

Träumen von Mailand, Tore für Wolfsburg: Edin Dzeko Bild: AP

Ein Mann mit Prinzipien: Edin Dzeko träumt zwar vom AC Mailand, trifft aber weiter für den VfL Wolfsburg. Und auch wenn es „komisch“ war, als Felix Magath ging - Dzeko will mit den Wolfsburgern in dieser Saison noch besseren Fußball spielen.

          Das Wort „hitzefrei“ kennt Edin Dzeko nicht. Er versteht aber sofort, was gemeint ist. Ein paar Schweißperlen hängen noch an seiner Stirn nach dem Vormittagstraining am heißesten Tag des Jahres, und die Halbliterflasche Apfelschorle ist schnell ausgetrunken. „Zum Glück trainieren wir nicht noch einmal heute“, sagt er. Trainer Armin Veh hat seinen Profis hitzefrei gegeben an diesem strahlenden Donnerstag, drei Tage vor dem Spitzenspiel gegen den Hamburger SV.

          Als Edin Dzeko im Sommer vor zwei Jahren zum VfL Wolfsburg kam, sprach er kein Wort Deutsch. In der Schule in Sarajevo lernte er Englisch. Erst im zweiten Wolfsburger Jahr hat Dzeko die entscheidenden Fortschritte gemacht, im Fußball und in der Sprache. Als sein bosnischer Landsmann Zvjezdan Misimovic 2008 aus Nürnberg zu den „Wölfen“ wechselte, wusste Dzeko bald den besten Vorlagengeber hinter sich. Und den besten Übersetzer.

          Am Anfang übertrug der in München aufgewachsene Misimovic noch alle Antworten Dzekos ins Deutsche. Später nur noch die fürs Fernsehen. Und irgendwann stahl er sich davon, als gerade die Kameras liefen, und ließ Dzeko allein sprechen. Seit einem halben Jahr lässt sich Dzeko nun bereitwillig auf Deutsch interviewen und spricht besser als alle Brasilianer der Liga zusammen. Sein Wort hat Gewicht bekommen. Wer 26 Tore schießt, wird nach jedem Spiel etwas gefragt. Dzeko sagt: „Ich lese vor allem deutsche Zeitungen und Magazine. Bosnische Zeitungen lese ich hier gar nicht. Deutsche Bücher aber auch nicht.“

          Erfolgsduo im Frühssommer. . .

          Dzeko ist kein Glamourboy

          Wenn Dzeko von seinem Urlaubsmonat erzählt, hört man heraus, dass er in der Heimat ein kleiner Held ist. In Sarajevo haben sie ihn auf den Straßen angesprochen, in Kroatien am Strand. „Alle Leute in Bosnien sind stolz auf mich und Misimovic. Jeder dort hat die Bundesliga verfolgt. Ich glaube, alle Bosnier haben das letzte Spiel gegen Werder gesehen.“ In der Hinrunde war noch Hoffenheim der liebste bosnische Klub, erzählt Dzeko lächelnd, wegen Ibisevic und Salihovic. „Aber seit wir 5:1 gegen Bayern gewonnen haben, ging es nur noch um Wolfsburg.“ Auch seine Eltern und seine Schwester haben mitgefiebert, wenn der frei empfangbare bosnische Privatsender die VfL-Spiele übertrug. Leider haben zu dieser Serie die Rechte gewechselt, und Eurosport 2 überträgt - verschlüsselt. Die Dzekos besitzen jetzt eine Satellitenschüssel.

          Dzeko ist kein Glamourboy. Die Haare sind praktisch frisiert, die Kleidung unauffällig. Posen sind ihm peinlich. Keine Skandale. Er wollte nicht auf die Bahamas, um zu entspannen, sondern nach Hause und mal ein paar Tage an den Strand, nach Kroatien. Da konnte er lesen, wie sich das Sommerloch im Juni mit seinem Namen füllte: „Es wurde viel geschrieben. Milan will ihn, Wolfsburg lässt ihn nicht - ich wollte im Urlaub nichts dazu sagen. Ich hatte nur gesagt, dass der AC Mailand mein Traumverein ist.“ Bei den meisten Profis ist ja der Klub der Traumverein, der aktuell das beste Angebot vorlegt. Dzeko schwärmte tatsächlich als Jugendlicher vom AC Mailand, besonders von Andrej Schewtschenko. Man kann das in seinen älteren VfL-Steckbriefen nachlesen.

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