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Edin Dzeko : Hauptsache, nicht mehr Wolfsburg

  • -Aktualisiert am

Zäheknirschend: Edin Dzeko in Wolfsburg Bild: dpa

Edin Dzeko scheint für den VfL Wolfsburg überqualifiziert zu sein. Der Kapitän will weg. Manchester lockt mit Millionen des Scheicht, Juventus mit Ersatzpersonal. Der Bundesligaverein sieht die Chance für einen Neuanfang.

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          Ein Bündel unbequemer Maßnahmen wird ihre Dienstreise prägen. Wenn die Fußballprofis des VfL Wolfsburg an diesem Montag in das schweißtreibende Winter-Trainingslager nach Marbella aufbrechen, soll ihre Mannschaft nach einem Jahr der Enttäuschungen zu lauter guten Vorsätzen für 2011 gedrängt werden.

          „Wir werden aufräumen“, hat Dieter Hoeneß in seiner Enttäuschung über eine Hinrunde der Fußball-Bundesliga angekündigt, in der die teure Wolfsburger Mannschaft ihren eigenen Ambitionen zuletzt ratlos hinterhergelaufen ist. Als Chef der VfL-Geschäftsführung will Hoeneß einen Umbruch einleiten, der einem herben Schnitt gleichkommen dürfte. Selbst der ständig kolportierte Verkauf von Kapitän Edin Dzeko, der immer wahrscheinlicher wird, dient als Mittel, um eine neue Grundlage für langfristig erhofften Erfolg zu schaffen.

          Der Blick zurück bis in den Mai 2009, als der VfL Wolfsburg auch dank der vielen Tore von Dzeko zur deutschen Meisterschaft gestürmt war, offenbart einen beängstigenden Stillstand. Seit dem Abschied von Felix Magath, der als Trainer, Manager und Sportdirektor im Moment des großen Triumphs abgetreten war, suchen die Verantwortlichen nach neuen Strukturen und Bahnen für Erfolg. „Unser Projekt hier ist langfristig und auf dauerhaften Erfolg ausgelegt“, sagt Hoeneß, der sich deshalb kurzfristig entscheiden muss, ob ein Verkauf von Dzeko nicht ein überfälliger Schnitt wäre.

          Es locken die Millionen

          Seit anderthalb Jahren vergeht keine Woche, in der nicht ein neues Gerücht über dessen sportliche Zukunft auf den Tisch kommt. Dass Manchester City den 24-Jährigen am liebsten sofort für mehr als 30 Millionen Euro kaufen möchte, klingt profitabel. Dass eine Wolfsburger Mannschaft, die in dieser Saison dank enormer Verstärkungen zu den Geheimfavoriten auf den Titel gezählt wurde, Klarheit in eigener Sache benötigt, klingt plausibel. Beim Einchecken für den Flug nach Spanien an diesem Montag nicht zu wissen, ob Dzeko mit der Bordkarte in der Hand in der richtigen Schlange steht, muss selbst gestandene Mitspieler verunsichern bis verärgern.

          In der Analyse des Wolfsburger Misserfolgs, der in der 1:3-Niederlage im Achtelfinale des DFB-Pokals gegen den Zweitligaklub Energie Cottbus gipfelte, fand VfL-Trainer Steve McClaren deutliche Worte. „Wir haben Probleme. Auf dem Platz und in der Kabine“, gesteht der Brite, der angesichts eines Mangels an Siegen auf Bewährung arbeitet. Hoeneß erwartet von McClaren, der sich vom mal lustlosen, mal frustrierten Dzeko mehrfach demütigen lassen musste, dass er deutlich härter als bisher durchgreift. Die Freude über 65 Bundesliga-Tore, die Dzeko seit seinem Wechsel im Juli 2007 für den VfL erzielt hat, wird durch eine Abhängigkeit von ihm getrübt. Das Spielsystem und die Aussicht auf Erfolge einzig und allein auf einen Einzelkönner im Sturm auszurichten, der sich zu Höherem als Wolfsburg berufen fühlt, bleibt ein gefährliches Spiel.

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