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Dynamo Dresdens Abstiegsfeier : Singen, trinken, klatschen

  • -Aktualisiert am

Mit viel Rauch: Fans verabschieden ihre Dynamo, als gäbe es kein Corona. Bild: dpa

Sie wussten ja, dass Dynamo absteigen wird. Also feierten die Fans, als hätte es das Coronavirus nie gegeben. Was wohl erst los ist, wenn Dresden aufsteigt? Trainer Kauczinski fand das „geil“. Die Polizei eher nicht so.

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          Als seine Mannschaft endgültig abgestiegen war, dachte Markus Kauczinski schon ans Aufsteigen. Er sah die vielen Fußballfans vor dem Stadion in Dresden, es waren fast 2000, die gekommen waren, um ihre Dynamo, den Tabellenletzten der zweiten Liga, zu verabschieden. Sie standen hinter einem Zaun, dicht gedrängt, sangen und tranken, klatschten und zündelten.

          Das 2:2 gegen den VfL Osnabrück verschlechterte ihre Laune nicht. Sie wussten ja schon, dass ihre Mannschaft absteigt, obwohl es mit fremder Hilfe, einem eigenen Sieg und vielen, vielen Toren theoretisch noch zu verhindern gewesen wäre. Also feierten sie. „Geil“, sagte da Kauczinski, der seit Dezember als Trainer in Dresden arbeitet. Er wolle gar nicht wissen, was hier abgeht, wenn der Verein aufsteige.

          Es ist nicht überall so begeistert aufgenommen worden, was am Sonntagnachmittag in Dresden zu sehen war. Seit dem Re-Start des Profifußballs erinnern die Vereine ihre Fans ständig daran, nicht in großen Gruppen zusammenzukommen. In Dresden aber feierten sie, als hätte es das Coronavirus nie gegeben. Die Polizei filmte die Teilnehmer. Wer identifiziert wird, muss mit einem Verfahren wegen Ordnungswidrigkeit rechnen.

          So endete die Dresdener Saison wie sie vor dem Neustart angefangen hatte: mit reichlich Ärger. Es gibt wohl keinen Klub, der so sehr von Corona beeinflusst worden ist, wie Dynamo. Im Mai infizierten sich zwei Spieler mit dem Virus. Das zuständige Gesundheitsamt schickte die komplette Mannschaft in Quarantäne. Keine Spiele, kein Training. So musste Dynamo Dresden, schon damals Tabellenletzter, die Aufholjagd unter erschwerten Bedingungen antreten als der Rest: neun Spiele in 29 Tagen. Das war zu viel.

          Eigentlich wollte sich Dynamo, das gerade für 20 Millionen Euro ein neues Trainingszentrum eröffnet hat, früher oder später in Richtung Bundesliga orientieren. Jetzt geht‘s in die dritte Liga. Trainer Kauczinski immerhin bleibt. Und die Fans, da kann man sich in Dresden sicher sein, die kommen sowieso.

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