https://www.faz.net/-gtm-a0k7s

Scharfe DFL-Kritik unter Tränen : „Ist denen scheißegal!“

  • Aktualisiert am

Frust bei Chris Löwe wie hier am vergangenen Spieltag: der Dynamo-Profi lässt seinen Emotionen freien Lauf. Bild: dpa

Dynamo Dresden hält in Kiel gut mit, doch nach einem unnötigen Platzverweis und der 17. Saisonniederlage scheint der Abstieg so gut wie besiegelt. Nach dem Spiel sorgt Profi Chris Löwe für Aufsehen.

          2 Min.

          Die Patzer der Konkurrenz nicht genutzt: Schlusslicht Dynamo Dresden hat es verpasst, den Anschluss an den Relegationsrang herzustellen. Das Team von Markus Kauczinski unterlag am Donnerstagabend auch bei Holstein Kiel mit 0:2 (0:1) und hat nur noch sehr geringe Chancen auf den Klassenverbleib in der zweiten Fußball-Bundesliga. Zwei Spieltage vor Schluss haben die Sachsen fünf Zähler Rückstand auf Relegationsplatz-16, der direkte Verbleib in der zweiten Liga ist nicht mehr möglich.

          2. Bundesliga

          „Ich glaube nicht, dass es noch reichen wird“, erklärte Außenverteidiger Chris Löwe beim Pay-TV-Sender Sky. Der 31-Jährige übte zudem heftige Kritik an der Deutschen Fußball-Liga (DFL) und dem engen Terminplan der Dresdner nach dem Wiederbeginn des Spielbetriebs. „Glauben Sie, dass einer in der DFL sich nur eine Sekunde Gedanken macht, was bei uns in den Köpfen vorgeht? Das ist denen alles scheißegal! Wir sind die, die den verfickten Preis bezahlen für den ganzen Scheiß“, sagte er mit zittriger Stimme und den Tränen nah. „Die Leute sitzen in ihren 5000 Euro teuren Bürostühlen, entscheiden über unsere Köpfe hinweg und wir sind die Idioten, die das Ganze ausbaden.“

          Zuvor hatten Emmanuel Iyoha (45.+1) und Lion Lauberbach (80.) Kiel im Holstein-Stadion zum Sieg geschossen und sicherten den „Störchen“ damit endgültig den Klassenverbleib. Dresden spielte ab der 39. Minute nur noch zu zehnt, weil Jannik Müller mit einer Gelb-Roten Karte vorzeitig den Platz verlassen musste. „Das Ding geht auf meine Kappe, ich muss da einfach wegbleiben. Das tut mir einfach nur leid für die Jungs, es war einfach nur dumm“, erklärte der 26 Jahre alte Innenverteidiger nach der Partie.

          „Wir sind durchgenudelt“

          Der Innenverteidiger war einer von sechs Neuen, die Dynamo-Coach Kauczinski im Vergleich zur deutlichen Niederlage bei Arminia Bielefeld brachte. Die Wechsel machten sich zunächst bemerkbar, denn Dynamo begann deutlich aggressiver als am Montag und zeigte sich willens, die Chance auf den Klassenverbleib zu erhalten. Schon früh hätten sie sich für diese couragierte Anfangsphase belohnen können. Doch Ondrej Petrak (10.) scheiterte mit seinem Abschluss von der Strafraumkante an Kiels Torwart Ioannis Gelios, nachdem er den Ball dort zuvor erobert hatte.

          Kiel hatte nach der Corona-Pause die meisten Gegentore kassiert (13) und auch gegen den schwächsten Angriff der zweiten Liga bekam die Defensive ein ums andere Mal Probleme. Einzig fehlte es an der letzten Konsequenz und Präzision im Dresdner Angriffsspiel. Zudem brauchte die Kauczinski-Elf auch kleinere Verschnaufpausen, die Kiel jedoch nicht wirklich für sich nutzen konnte. Nur einmal wurde es in den ersten 45 Minuten auf der Gegenseite wirklich brenzlig. Doch nach einem Kopfball von Hauke Wahl (20.) rettete Chris Löwe für seinen Torwart knapp vor der Linie.

          Kurz vor der Pause traf es das Schlusslicht doch noch und gleich doppelt. Erst flog Müller nach einem unnötig harten Einsteigen an der Mittellinie vom Platz, nur sieben Minuten später traf Iyoha mit einem sehenswerten Schlenzer von der Strafraumkante unhaltbar für Torwart Kevin Broll zur Kieler Führung.

          Nach dem Wiederanpfiff ging nicht mehr viel für die Gäste. Kiel kontrollierte die Partie und hätte die Führung durch Finn Porath (48.), Iyoha (50.) und Fabian Reese (70.) ausbauen können. Der eingewechselte Lauberbach sorgte letztlich nach einem Konter für die Entscheidung. „Wir haben es versucht, aber am Ende hat es in Unterzahl einfach nicht gereicht. Wir sind einfach durchgenudelt“, sagte Kauczinski beim Pay-TV-Sender Sky.

          Derweil teilte der Deutsche Fußball-Bund (DFB) am Freitag mit, dass Abwehrspieler Löwe für seine Aussagen keine Strafe durch den DFB fürchten muss. Der Kontrollausschuss werde kein Verfahren einleiten, so der Dachverband.

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Corona-Krise : Warum die Zahlen in Spanien wieder ansteigen

          Nirgendwo in Westeuropa gibt es so viele Neuinfektionen wie in Spanien – und das, obwohl nahezu überall Maskenpflicht herrscht und die Behörden wieder Ausgangssperren verhängen. Nun warnt das Auswärtige Amt auch vor Reisen nach Madrid.
          Mike Pompeo und seine Frau Susan bei der Ankunft am Prager Flughafen am 11. August

          Zum Auftakt der Europareise : Pompeo erhält eine deutliche Botschaft

          Der amerikanische Außenminister besucht in dieser Woche vier europäische Länder. Es geht um Truppenstationierungen und um China. Gleich zu Beginn kommt aus Moskau deutliche Kritik: vom deutschen Außenminister.

          Putins Corona-Politik : Der Impfstoff-Murks aus Moskau

          Putin hat mit der Zulassung des weltweit ersten Corona-Impfstoffs vielleicht seinen Sputnik-Moment, doch Sektkorken knallen keine. Das rücksichtslose politische Manöver kann der Impfstoffentwicklung weltweit schaden.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.