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Bayern München : Douglas Costa macht Ribéry fast vergessen

  • Aktualisiert am

Diesen Pokal gibt er nicht mehr her: Douglas Costa Bild: Reuters

Dieser Neuzugang macht den Bayern Spaß: Douglas Costa zeigt, warum die Münchner so viel Geld bezahlt haben. Trainer Pep Guardiola schwärmt – und steht vor einer schweren Frage, wenn die Platzhirsche zurückkehren.

          Zwei Prestigeerfolge gegen Real und Milan, der erste Mini-Pokal der Saison und ein blendend aufgelegter Neuzugang Douglas Costa: Nach ein paar gereizten Tagen inklusive Zukunftsdebatten um Trainer Pep Guardiola und Offensivakteur Mario Götze sieht die Fußball-Welt beim FC Bayern wieder recht passabel aus.

          „Es tut mir leid, aber ich bin sehr glücklich“, sagte Coach Guardiola nach dem 1:0 im Testspiel-Finale des Audi Cups gegen Real Madrid. Hatte der emotionale Katalane mit einer beachtlichen Null-Bock-Pressekonferenz 24 Stunden zuvor noch für Aufsehen gesorgt, so gab er sich am Mittwochabend deutlich entspannter. Das lag auch an Douglas Costa.

          Der Neuzugang von Schachtjor Donezk ist schon nach wenigen Wochen dabei, das Fehlen von Publikumsliebling Franck Ribéry vergessen zu machen. Pfeilschnelle Antritte auf der linken Seite, erfolgreiche Dribblings, präzise Torvorlagen: „Bayern kann sehr glücklich sein für so einen Spieler“, betonte Guardiola und lobte den Brasilianer, der gegen Real das entscheidende Tor von Robert Lewandowski (88. Minute) vorbereitet hatte: „Seine Qualität im Eins-gegen-Eins ist Wahnsinn.“

          Mit seiner Schnelligkeit beeindruckte der Brasilianer (rechts, gegen Milans Keisuke Honda)

          Einmal in Fahrt kam Guardiola aus dem Schwärmen fast nicht mehr heraus. Costa sei jung, habe Persönlichkeit, könne sich auch gegen zwei oder drei Gegenspieler durchsetzen. „Er ist gut motorisiert“, lobte Weltmeister Müller, „das tut unserem Spiel gut“. Costa selbst, der für 30 Millionen Euro an die Isar gelotst worden war, blieb bescheiden. „Ich bin hier, um meinen Kollegen zu helfen“, sagte der 24-Jährige. „Robben und Ribéry sind Vorbilder für mich.“

          Allerdings sind nun die beiden langjährigen Außenbahn-Platzhirsche im internen Kampf um die Stammplätze gefordert, wenn denn Costa in Liga, Pokal und Champions League hält, was er in der Vorbereitung verspricht. Den Bayern kann die Konkurrenzsituation nur recht sein - im Frühjahr hatte ihnen in Europas Königsklasse wegen der zwei verletzten Routiniers der entscheidende Zug in der Offensive gefehlt.

          Schon fast mittendrin statt nur dabei: Die Bayern bei der Siegesfeier

          Costa ist auch für die großen Spiele am Ende der Saison verpflichtet worden - so weit will der Rekordmeister aber noch nicht denken. Der Erfolg über Real sei zwar „genial“, meinte Guardiola, aber unter dem Strich waren die Matches gegen den AC Mailand (3:0) und das Finale gegen Real eben doch nur zwei Freundschaftsspiele.

          „Wir haben gute Ansätze gezeigt, aber sollten wie nach dem Supercup auch schön bescheiden weiterarbeiten“, mahnte Sport-Vorstand Matthias Sammer mit Verweis auf die Niederlage in Wolfsburg am vergangenen Samstag.



          Die Bayern sind bemüht, vor dem Erstrundenspiel im DFB-Pokal auswärts gegen Nöttingen am Sonntag (16.00 Uhr / Live bei Sky und im DFB-Pokal-Ticker bei FAZ.NET) und dem Liga-Start fünf Tage darauf gegen den Hamburger SV (20.30 Uhr / Live in der ARD, bei Sky und im Bundesliga-Ticker bei FAZ.NET) wieder mehr Ruhe in den Verein zu bekommen. Die Zukunft von Guardiola nach dessen Vertragsende 2016 und Aussagen von Mario Götze über seine Situation im Team hatten den Audi Cup überschattet, Thomas Müller sprach von „Störfeuern“.

          „Das ist erst der Anfang, wir brauchen Zeit“, sagte Guardiola am Mittwochabend. Dabei sprach er zwar nicht über die Gesamtsituation der Münchner vor Beginn der Pflichtspielsaison, sondern explizit über seinen Neu-Profi Douglas Costa. Aber: Wenn es beim Shootingstar läuft, scheint aktuell auch der Verein nur zu profitieren.

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