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4:0 gegen Leverkusen : Dortmunder Machtdemonstration

  • -Aktualisiert am

Von wegen schwache Form: Die BVB-Profis um Marco Reus ließen Leverkusen keine Chance. Bild: Reuters

Keine Chance für Bayer: Gegen Leverkusen zeigt der BVB seine ganze Stärke – und lässt mit dem deutlichen Sieg seine Kritiker erst mal verstummen. Ein Nationalspieler trifft doppelt.

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          Ein großes, erinnerungswürdiges Fußballspektakel haben Borussia Dortmund und Bayer Leverkusen ihrem Publikum nicht geboten an diesem spätsommerlichen Fußballnachmittag, aber zumindest den Angehörigen des BVB wird das ziemlich egal sein. Die Dortmunder haben sich nach einer schwierigen Länderspielpause, die auf das 1:3 bei Union Berlin gefolgt war, erholt, am Ende gewann der selbst ernannte Titelaspirant souverän 4:0 gegen den Werksklub, setzt sich vorerst in der Spitzengruppe fest und kann gelassen auf den Champions League Auftakt am kommenden Dienstag gegen den FC Barcelona (20.45 Uhr im F.A.Z.-Liveticker zur Champions League) vorausblicken.

          Die Krisengefahr ist vorerst gebannt, aber eine gewisse Unsicherheit war schon zu erkennen zu Beginn. Die ersten Aktionen beider Teams waren geprägt von Vorsicht und gegenseitigem Respekt, Strafraumszenen gab es zunächst überhaupt nicht. In den ersten Minuten wirkten sogar die Gäste aus dem Rheinland etwas mutiger bei eigenem Ballbesitz. Der BVB kam nur über Standardsituationen vor das Tor der Werkself, doch Bayers Torhüter Lukas Hradecky agierte bei zwei Flanken aufmerksam (14. Minute, 15.).

          Bundesliga

          Viele Aktionen waren jedoch ungenau und wenig zielstrebig, nachdem in den Tagen zuvor viel diskutiert worden war. Über Marco Reus zum Beispiel, der im Nationalteam die Erwartungen enttäuscht hatte, über den Charakter des Teams, sogar eine Trainerdebatte um Lucien Favre schwelte. „Wir müssen noch was gut machen“, hatte Sebastian Kehl, der Leite der Dortmunder Lizenzspielerabteilung vor dem Anpfiff erklärt, und nach gut zwanzig Minuten nahm die Partie schließlich Fahrt auf. Nicht als Weltklasse-Schlacht zwischen zwei Champions League-Teilnehmern aus einer der besten Ligen der Welt, aber als ereignisreiche Fußballunterhaltung auf ansehnlichem Niveau.

          Alcácer erst mit der Hacke, dann als Phantom

          Der BVB spielte nun mutiger und wurde erstmals richtig gefährlich, als Paco Alcacér Reus im Strafraum mit der Hacke in Szene setzte. Doch Hradecky wehrte sowohl den Abschluss des Dortmunder Kapitäns als auch den Nachschuss von Julian Brandt brillant ab (24.). Eine Minute später kam vor dem anderen Tor Karim Bellarabi zu einer Gelegenheit, Dortmunds an diesem Tag hervorragend aufgelegter Innenverteidiger Manuel Akanji blockte den Versuch im letzten Moment ab. Aber die Dortmunder waren nun mutiger, so dass Achraf Hakimi einen Ball an der Außenlinie gegen die etwas schläfrigen Nadiem Amiri und Bellarabi eroberte, in den Strafraum flankte, wo Alcácer aus kurzer Distanz zum 1:0 traf (28.).

          Hakimi spielte an diesem Tag rechts in der Viererkette, wo in den ersten Partien der Saison noch Lukasz Piszczek einen festen Platz hatte. Links stand erstmals Raphael Guerreiro in der Startelf, und auf der Dortmunder Doppelsechs ersetzte Thomas Delaney Julian Weigl als Partner von Axel Witsel. Und in dieser neuen Formation wirkte der BVB sehr stabil. Auf das Tor folgte dann eine intensive Phase, in deren Verlauf die Leverkusener Glück hatten, sich nicht noch einen zweiten Treffer einzufangen. Ein Schuss von Thomas Delaney, der erstmals in dieser Saison anstelle von Julian Weigl auf der Doppelsechs spielte, sprang dem fallenden Jonathan Tah an die Hand, und von dort vor die Füße von Hakimi, dessen Schuss Hradecky an die Latte lenkte (33.). Das Publikum forderte Elfmeter, aber die Videoassistenten in Köln korrigierten den ersten Eindruck von Schiedsrichter Daniel Siebert nicht.

          Er trifft und trifft und trifft: BVB-Profi Paco Alcacer

          Eine Weichenstellung gelang den Dortmundern dann kurz nach der Pause, als zunächst Bellarabi eine wunderbare Konterchance vergab, als er nach einem feinen Pass von Kai Havertz vor Roman Bürki auftauchte, aber knapp neben das Tor schoss (49.). Und eine Minute später stand es 2:0. Jadon Sancho hatte von rechts in den Strafraum gepasst, Alcácer täuschte einen Schuss an, ließ den Ball aber zu Reus passieren, der den zweiten Dortmunder Treffer schoss. (50.).

          Nun gelang es den Dortmunder hervorragend das Spiel zu kontrollieren, Bayer hatte den Ball, fand aber keine Lücken, kam aber nicht zu Chancen. Der BVB nutzte hingegen zwei weitere Konter für zwei weitere Tore. Zunächst traf Guerreiro zum 3:0 (53.), bevor Reus den Tag mit dem Abpfiff sogar noch mit einem vierten Treffer krönte. Am Ende meinte Brandt: „Was uns gegen Union gefehlt hat, haben wir jetzt gemacht – unsere Chancen eiskalt genutzt.“

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