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Dortmund-Trainer Jürgen Klopp : Leicht gereizt vor dem Bayern-Spiel

  • -Aktualisiert am

„Achtzig Prozent meiner grauen Haare habe ich mir in dieser Woche abgeholt“: Jürgen Klopp Bild: dpa

Jürgen Klopp macht trotz der vielen Dortmunder Ausfälle vor dem Duell mit den Bayern sogar Witze über seine grauen Haare. Am Ende muss er aber doch alle Kräfte aufbringen, um die Contenance zu bewahren.

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          Anfangs wirkte Jürgen Klopp entspannt – so als ob die Serie von Verletzungen seine Laune nicht getrübt hätte und auch das bevorstehende Treffen mit dem scheinbar übermächtigen FC Bayern München ihm kein Kopfzerbrechen bereiten würde. „Keine Angst, frag ruhig“, ermunterte er einen Reporter, „ich bin gut drauf.“

          Der Cheftrainer von Borussia Dortmund gewährte einen Einblick in sein Inneres und gab zu, dass die schlechten Nachrichten aus der medizinischen Abteilung nicht spurlos an ihm vorbei gegangen seien. „Achtzig Prozent meiner grauen Haare habe ich mir in dieser Woche abgeholt“, sagte der blonde Fußball-Lehrer. Der BVB muss in der Abwehr schließlich die komplette eingespielte Viererkette ersetzen. Zudem fehlt im defensiven Mittelfeld weiter der Taktgeber Ilkay Gündogan.

          Klopp versuchte, so gut er konnte, die Ausfälle als eine Art Berufsrisiko zu deuten, das sich in jüngster Zeit eben ein wenig stärker realisiert hat. „Die Menschen hätten es gerne, dass die Dinge reibungslos laufen – bis sie dann immer wieder aufs Neue feststellen müssen, dass es anders kommt“, sagte er leicht philosophisch angehaucht. Natürlich sei die Situation „nicht so toll“, aber es gebe keinen Grund, die Lage zu dramatisieren. „Es gehört sich, dass man nach einem kurzen Moment des Überlegens in die Spur findet. Am spannendsten ist es doch aus einer problematischen Situation heraus etwas Besonderes zu schaffen.“

          Wie er die Ausfälle zu kompensieren gedenkt, wollte Klopp nicht verraten. Es ist aber damit zu rechnen, dass Sokratis und Sven Bender die neue Innenverteidigung bilden und der zuletzt vertragslose, am Mittwoch verpflichtete Manuel Friedrich zunächst auf der Ersatzbank sitzt. Die Außenpositionen dürften Kevin Großkreutz und Erik Durm besetzen, Sebastian Kehl rückt voraussichtlich ins defensive Mittelfeld. „Wir haben immer noch eine riesige Qualität“, behauptete Klopp und kündigte kämpferisch ein „außergewöhnliches BVB-Spiel“ an. Mit Blick auf das ausverkaufte Stadion und die abendliche Anstoßzeit am Samstag (18.30 Uhr / Live im Bundesliga-Ticker bei FAZ.NET) sagte er sogar, „die Rahmenbedingungen könnten besser nicht sein“.

          Als heikle Fragen aufkamen, etwa zum schwierigen Thema Nationalmannschaft, verfinsterte sich die Miene des Dortmunder Fußball-Chefverkäufers. Hummels und Schmelzer hatten ihre Verletzungen beim zweiten der beiden jüngsten Testländerspiele erlitten. Als es auf die Zusatzbelastung der Dortmunder in der Partie gegen England zu sprechen kam, konnte Klopp seine Anspannung nicht mehr verbergen. Wieder gewährte er Einblick in sein Inneres, diesmal vermutlich unfreiwillig. Der Trainer sprach sich abermals dafür aus, das Programm der Profis „zu entzerren und auf das eine oder andere Freundschaftsspiel verzichten“.

          Auf dem Tiefpunkt angekommen war seine Stimmung schließlich, als er gefragt wurde, ob die Fülle von Verletzungen mit der intensiven Spielweise seiner Mannschaft zusammenhängen könne, was ein wenig weit hergeholt erscheint. Klopp musste alle Kräfte aufbieten, die Contenance zu bewahren, und sagte: „Wir sind eine Mannschaft, die sich wahnsinnig viel abverlangt.“ Diesen Anspruch aufrecht zu erhalten wird schwer. Die personellen Ressourcen sind so gut wie ausgeschöpft.

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