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1:0 in Leipzig : Dortmund macht völlig unbeeindruckt weiter

Torschütze in der Jubeltraube: Axel Witsel (Mitte) erzielte den wichtigen Treffer für den BVB. Bild: Reuters

Winterpause? Egal. Druck von den siegreichen Bayern? Egal. Borussia Dortmund bleibt mit sechs Punkten Vorsprung an der Tabellenspitze der Bundesliga. In Leipzig kommt es zu einer spektakulären Schlussphase.

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          Borussia Dortmund hat den ersten Angriff des FC Bayern im Jahr 2019 erfolgreich abgewehrt. Der Tabellenführer gewann das Spitzenspiel bei RB Leipzig durch ein Tor von Axel Witsel (19. Minute) verdient mit 1:0. Die Mannschaft von Trainer Lucien Favre verteidigte in einem spannenden und zeitweise hochklassigen Duell ihren Sechs-Punkte-Vorsprung vor dem Rekordmeister. „Die erste Halbzeit war gut, in der zweiten hatten wir nicht die Spielkontrolle. Unter dem Strich sind wir einfach glücklich über den Sieg“, sagte Witsel nach dem Schlusspfiff.

          Bundesliga
          Michael Horeni

          Korrespondent für Sport in Berlin.

          Dortmund überzeugte mit einem entschlossenen, mitunter auch spielstarken Auftritt. Leipzig versuchte vor allem in der zweiten Halbzeit den Tabellenführer mit Leidenschaft und Energie unter Druck zu setzen, doch entweder erwehrte sich der BVB im Kollektiv den Attacken – oder konnte sich auf Torwart Roman Bürki verlassen.

          Am Ende stand ein Erfolg, der sich für den Tabellenführer besonders wertvoll anfühlte. Denn die Voraussetzungen für die Borussia waren nicht gerade günstig gewesen, der spektakulären Hinrunde einen perfekten Start ins neue Jahr folgen zu lassen. Der FC Bayern hatte am Vortag schon mit dem Sieg in Hoffenheim den Druck erhöht. Und am Spieltag wurde klar, dass Marco Reus, der beste Spieler der Hinrunde, nicht dem Kader angehören würde. Der 29 Jahre alte Kapitän, der von 1530 Minuten 1483 auf dem Platz gestanden hatte, war im Training umgeknickt. Mit RB Leipzig wartete eine herausragend starke Heimmannschaft auf den BVB, die in der Hinrunde auf sieben Siege und zwei Unentschieden gekommen war.

          Der BVB bleibt auf Kurs

          Aber schon nach wenigen Minuten wurde offensichtlich, dass der BVB nicht vor hatte, sich von seinem Weg abbringen zu lassen. Die Dortmunder präsentierten sich als das spielstärkere, zielstrebigere und reifere Team. Der erste schnelle und planvolle Angriff lief in der 13. Minute über den neuen Kapitän Lukasz Piszczek, dessen steiler Pass in den Strafraum den Reus-Ersatz Maximilian Philipp erreichte, aber die Leipziger konnten in höchster Not noch zur Ecke klären. Obwohl es bis dahin ansonsten keine großen Torchancen gegeben hatte, war die Dortmunder Führung in der 19. Minute nicht überraschend. Einen Eckstoß von Raphael Guerreiro verlängerte Piszczek mit dem Kopf auf Witsel, der den Ball im Strafraum unbedrängt annehmen konnte und ihn aus dem Stand sehenswert unter die Latte schoss. Leipzig zeigte sich beeindruckt und brachte zunächst gar keine Angriffe zustande. Dem BVB fehlte in der ersten halben Stunde die Durchschlagskraft, um seine überlegene Gestaltung in Tore zu verwandeln.

          Vor der Pause steigerte sich Leipzig und setzte die Dortmunder nun immer öfter so unter Druck, wie sich Trainer Ralf Rangnick das von Anfang an vorgestellt hatte. Werner war bei den vielversprechendsten Angriffen dabei, doch einmal geriet sein Pass, als er sich selbst in aussichtsreicher Position befand, zu ungenau (30.), dann verfehlte er mit einem schönen Schuss das Ziel (34.). Die beste Chance der ersten Halbzeit hatte dann allerdings wieder der BVB. Der Kopfball von Diallo nach einem Freistoß strich knapp am Pfosten vorbei (43.).

          Leipzig startete mit Elan in die zweite Halbzeit. Unmittelbar nach dem Anpfiff spielte sich Upamecano bis zur Dortmunder Grundlinie durch und spielte den Ball zu Sabitzer, der mit dem Rücken zum Tor den BVB-Torwart mit einem Hackentrick überlisten wollte, aber Bürki war mit den Fingerspitzen zur Stelle (47.). Dortmund fand schnell eine Antwort. Das Team von Trainer Favre konterte wenige Minuten später zweimal exzellent, aber zunächst konnte Sancho ein herrliches Zuspiel von Götze nicht zum Abschluss nutzen, dann scheiterte Philipp mit einem Solo an der Fußabwehr von Torwart Gulacsi (jeweils 52.).

          Eine Viertelstunde vor Schluss konnte sich die Borussia dann bei ihrem Torwart bedanken, der ganz alleine den Ausgleich verhinderte, nachdem Sabitzer nach Zuspiel von Werner aus zehn Metern völlig frei zum Schuss gekommen war. Eine bessere Gelegenheit sollte Leipzig trotz allen Elans bis zum Schlusspfiff nicht mehr bekommen. Dortmund brachte seinen Vorsprung mit nicht mehr nachlassender Konzentration sowie einem Schuss Cleverness über die Zeit. Am Ende fehlten dem BVB nur Zentimeter zum zweiten Treffer, als der eingewechselte Alcacer nach einem starken Konter in der Schlussminute den Ball nur gegen die Unterkante der Latte beförderte.

          Kurz vor dem Abpfiff hatte dann aber auch noch Leipzig die große Chance zum Ausgleich. Doch Matheus Cunha vergab in der Nachspielzeit. „In den ersten 20 Minuten haben wir nicht mutig und entschlossen genug attackiert. Danach kamen wir immer besser ins Spiel“, sagte RB-Trainer Rangnick anschließend. „Die zweite Halbzeit war Wahnsinn. Wenn man gegen einen Gegner wie Dortmund so viele Chancen hat, muss man wenigstens ein Tor machen.“

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