https://www.faz.net/-gtm-vcls

Dortmund - Duisburg 1:3 : Der Enthusiasmus des BVB weicht blankem Entsetzen

  • -Aktualisiert am

Dortmund und Duisburg lieferten sich ein packendes Derby Bild: REUTERS

Neue Mannschaft, altes Leid: Die mit großem Aufwand erneuerte Mannschaft der Borussia hat einen kapitalen Fehlstart gegen den frechen Aufsieger hingelegt.

          2 Min.

          Die Titelseite der Stadionzeitung zeigte Thomas Doll mit weit aufgerissenem Mund. Darunter stand geschrieben: „Der Trainer begeistert alle.“ Diese Aussage spiegelte zwar die Überzeugung vieler Fans, hatte aber nichts mit der Wirklichkeit zu tun. In den ersten neunzig Minuten der neuen Saison ist der Dortmunder Enthusiasmus blankem Entsetzen gewichen.

          Beim 1:3 gegen Bundesliga-Aufsteiger MSV Duisburg wurde sichtbar, dass die Borussen den Mund arg voll genommen hatten. Der zweimalige Torschütze Manaseh Ishiaku (8. und 64.) und Mihai Tararache, der einen Elfmeter nutzte (62.), machten den Auftakt für den BVB zum Albtraum, der durch Kringes spätes Tor (87.) nichts von seinem Schrecken einbüßte. Nach dem Spiel war der Dortmunder Nationalspieler Sebastian Kehl fassungslos: „Das heute ist nicht zu erklären. Dabei hatten wir uns so viel vorgenommen. Wir haben den Gegner zu Kontern eingeladen, und das hat Duisburg eiskalt ausgenutzt.“

          MSV ließ sich nicht einschüchtern

          Die Duisburger ließen sich von vornherein nicht einschüchtern - weder von ihren Widersachern auf dem Rasen noch von der gewaltigen Kulisse von 76.000 Zuschauern. Die Ankömmlinge bewegten sich in ihren Zebrastreifen wie auf gewohntem Terrain. Sie traten dem Favoriten von Beginn an geradezu frech entgegen. Statt nur den eigenen Strafraum im Blick zu haben, suchten sie alsbald den Weg nach vorn - auch ohne ihren neuen Stürmerstar Ailton, der den Anpfiff auf der Bank erlebte. Das erste Tor war dem anderen neuen Stürmer des MSV vorbehalten. Der vom FC Brügge abgeworbene Manaseh Ishiaku nutzte eine Freistoßvorlage des neuen MSV-Kapitäns Ivica Grlic mit dem Kopf zu seinem Premierentreffer in der Bundesliga.

          Das Dortmunder Bemühen um den Ausgleich wirkte unproduktiv und harmlos. Gefährlich wurde es für Duisburg in der ersten Hälfte nur, wenn Mladen Petric, die neue Mittelfeldkraft mit Stürmerambitionen, bei Freistößen ungestört Maß nehmen konnte. Beim ersten Versuch berührte der Ball die Latte, beim zweiten stand Tom Starke, die neue Nummer eins des MSV, im Wege. Die meisten Angriffsversuche verfingen sich im dichten Duisburger Mittelfeld, das aus drei angriffslustigen Spielern und zwei typischen Sicherheitskräften bestand. So erinnerten nicht nur die Pfiffe zur Pause an längst überwunden geglaubte Zeiten Dortmunder Heimschwäche.

          Furioses Comeback

          Trainer Doll versuchte dem Ungemach mit der Einwechslung des schnellen Stürmers Delron Buckley zu begegnen. Doch auch das ging schief. Statt der eigenen Elf zu mehr Dynamik zu verhelfen, sah sich Buckley als Aushilfskraft im eigenen Strafraum gefordert und überfordert. Sein Versuch, den von Kovac vernachlässigten Christian Tiffert zu bremsen, schlug fehl und führte zu einem Strafstoß. Mihai Tarache nutzte den Elfmeter zum zweiten Tor, dem Ishiaku gegen nun vollends verstörte Dortmunder zwei Minuten später das dritte hinzufügte.

          Während die Borussen fürs erste desillusioniert sind, genossen die Duisburger ihr furioses Bundesliga-Comeback in vollen Zügen. „Heimspiel in Dortmund“, sangen die MSV-Fans unter den Zuschauern. Zum vollkommenen Fußballglück fehlte ihnen nur noch ein kurzer Auftritt Ailtons. Dieser Wunsch ging jedoch nicht in Erfüllung. Die Diva durfte nur ein Aufwärmprogramm absolvieren.

          Weitere Themen

          Die vielen Probleme des FC Bayern

          Vor Champions-League-Duell : Die vielen Probleme des FC Bayern

          Uli Hoeneß meldet Niklas Süle nach dessen Verletzung für die EM ab. Was heißt das für die Statik der Nationalmannschaft? Und was ganz aktuell für das wichtige Duell in der Champions League gegen Olympiakos Piräus?

          Topmeldungen

          AKKs Schutzzonen-Vorstoß : Befreiungsschlag oder Sargnagel

          Kramp-Karrenbauers Vorstoß zur Errichtung einer Schutzzone in Syrien entspricht der Forderung, Deutschland solle mehr Verantwortung in der Weltpolitik übernehmen. Doch schon der Außenminister zieht das Verspotten vor.

          Trump und die Demokraten : Loben, um zu tadeln

          Die Demokraten seien zwar eine „lausige“ Partei, aber immerhin hielten sie zusammen, sagt der amerikanische Präsident. Mit seiner Bemerkung zielt Trump auf die eigenen Republikaner.
          Libra: Facebooks angekündigte Kryptowährung

          Libra : Das Scheitern der Facebook-Währung

          Facebook will die Digitalwährung Libra einführen. Immer mehr Unterstützer springen ab. Ist die Idee zu verrückt für diese Welt?

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.