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3:2-Sieg in Stuttgart : Dortmund spielt nicht wie ein Absteiger

Dortmund obenauf: Der BVB siegt in Stuttgart und entfernt sich von den Abstiegsplätzen Bild: dpa

Der BVB entfernt sich mit dem nächsten Sieg von den Abstiegsplätzen. In Stuttgart gewinnt Dortmund 3:2. Der VfB zeigt eine bemitleidenswerte Leistung – hat aber auch Pech mit einer erstaunlichen Entscheidung des Schiedsrichters.

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          Für den Tabellenletzten VfB Stuttgart wird die Situation in der Fußball-Bundesliga immer prekärer. Bei der 2:3-Niederlage gegen Borussia Dortmund boten die Schwaben über weite Strecken eine bemitleidenswerte Leistung und mussten sich danach ein Pfeifkonzert ihrer Fans gefallen lassen.

          Peter Penders
          Stellvertretender verantwortlicher Redakteur für Sport.

          Für den VfB wird es schwierig, den Weg aus der Krise zu finden, falls es überhaupt noch einen geben sollte. In der vergangenen Woche war es ein Hoffenheimer Tor in der Nachspielzeit, und auch der Spielplan meint es nicht gut mit den Stuttgartern. Ein Heimspiel gegen Borussia Dortmund wäre vor ein paar Wochen zum Ende der Hinrunde schließlich eine ganz andere Sache gewesen als nun am fünften Rückrunden-Spieltag.

          Der BVB hat sich mittlerweile ganz offensichtlich gefangen, kann nun die individuelle Qualität seiner Spieler auch zu überzeugenden Auftritten nutzen – und er kann nun Rückschläge wegstecken. Ein solcher war die 30. Minute sicherlich gewesen, denn plötzlich war die hochverdiente Führung der spielerisch überlegenen Dortmunder – mit der vierten Chance der Partie durch Aubameyang (25.) nach einer sehenswerten Kombination über Reus und Kagawa heraus geschossen – dahin gewesen.

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          Beim Versuch, an der Seitenlinie einen Einwurf für den VfB zu verhindern, hatte Linksverteidiger Marcel Schmelzer einen Eckball produziert. Dieser Eckball landete über Umwege beim Stuttgarter Niedermeier, der aus einem Meter Entfernung den Ball nur noch über die Linie hätte drücken müssen. Konnte er aber nicht, weil ihn Sahin von den Beinen holte. Florian Klein ließ sich den folgenden Elfmeter nicht entgehen, aber der BVB musste trotzdem nicht hadern. Sahin sah wegen des Vereitelns einer klaren Torchance mittels Foulspiel nicht einmal die Gelbe Karte, wo doch durchaus eine Rote Karte wegen Notbremse vertretbar gewesen wäre.

          In der Phase, als nicht viel beim BVB zusammen gelaufen war, wären in diesem Moment vermutlich alle Unglücke auf einmal zusammen gekommen, aber diese Zeit scheint vorbei. Über den Ausgleich durfte sich der VfB nicht lange freuen, denn acht Minuten später bewiesen Kagawa und Gündogan, dass die Borussia für einen echten Abstiegskandidaten dann spielerisch doch etwas zu stark scheint. Per Hacke legte der Japaner dem deutschen Nationalspieler im Strafraum den Ball maßgerecht in den Lauf, und der technisch versierte Dortmunder Spielmacher vergaß alle technische Kunst und beförderte den Ball mit der Pike zur Dortmunder Pausenführung an VfB-Torwart Ulreich vorbei.

          Der VfB wirkte auch nach dem Wechsel wie ein Spiegelbild des BVB, der den Glauben an die eigene Stärke wiedergefunden hat, während den Schwaben jeder Gedanke, wie sie sich dem Tor des Gegners nähern könnten, ganz offensichtlich abhanden gekommen ist. So mancher Stuttgarter Versuch blieb aufgrund interessanter technischer Mängel schon im Ansatz stecken, ließ die eigene Fans hörbar verzweifeln und ermöglichte dem Gegner leichte Ballgewinne.

          Dass es für die Borussia trotzdem ein Zitterspiel wurde, lag so weniger am VfB als an der eigenen Nachlässigkeit, aus der jederzeit spürbaren Überlegenheit mehr und vor allem ein drittes Tor zu machen. Mehrfach endeten die Dortmunder Kombinationen im Abseits statt mit einem vorentscheidenden Wirkungstreffer.

          Aber gegen diesen VfB sollte sich das nicht rächen. Baumgartl verhalf in der vorletzten Minute mit einem kapitalen Schnitzer Reus schließlich doch noch zum überfälligen 1:3, dem aber prompt nach einer weiteren Dortmunder Nachlässigkeit bei einem Eckball das 2:3 durch Niedermeier gefolgt war. Mit sicheren Siegen will der BVB seinen Trainer offenbar noch nicht verwöhnen, aber immerhin blieb unter dem Strich ein hochverdienter Sieg. „Es sind noch 39 Punkte zu vergeben“, hatte der Stuttgarter Trainer Huub Stevens vor der Partie gesagt, „aber wir werden keine 39 Punkte holen.“ Nach dem Verlauf dieses Abends werden es aber mit Sicherheit auch keine 36.

          Die Dortmunder haben da schon bessere Aussichten. „Zumindest waren das neun Punkte aus drei Spielen, das war das Maximum. Aber wir müssen auch über einige Dinge noch sprechen“, sagte BVB-Torschütze Gündogan und sprach konkret das Abwehrverhalten bei den Gegentoren an. „Die Dortmunder sind wieder in Schwung gekommen, und wenn du ganz unten stehst gehst du nicht mit Vertrauen ins Spiel. Aber man muss schon sagen, dass wir viele einfache Fehler gemacht haben“, sagte der VfB-Sportdirektor Robin Dutt. Die Spieler standen zeitgleich in der Fankurve und diskutierten mit den Anhängern die schlechte Lage.

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