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4:2 gegen Hannover 96 : Dortmund elegant, fast frech

  • -Aktualisiert am

Aubameyang bejubelt seinen Treffer Bild: dpa

Es ist der neunte Sieg im neunten Pflichtspiel, doch das Duell ist am Ende von mehr Kuriositäten als von Klasse geprägt. Hannovers Felipe leistet dabei gleich dreimal unfreiwillige Hilfestellung.

          Mit einer Mischung aus Können und Arroganz war er zur Vollstreckung angetreten. Der Lupfer von Pierre-Emerick Aubameyang, mit dem er kurz vor dem Abpfiff den 4:2-Siegtreffer für Borussia Dortmund erzielte, sollte wohl auch mit einer Botschaft verbunden sein. Die Profis des wiedererstarkten BVB fühlen sich in diesen Tagen extrem gut und sicher. Sie eilen von einem Erfolgsmoment zum nächsten. Wie sonst wäre zu erklären, dass Aubameyang bei einem Elfmeter in der entscheidenden Spielphase eine solche Zirkusnummer hinlegt?

          Der Unglücksvogel des Tages: Hannovers Felipe (rechts) Bilderstrecke

          Der Dortmunder Angreifer durfte in der Partie bei Hannover 96 zwei Elfmeter verwandeln. Die weiteren Treffer der Borussia steuerten Henrik Mkhitaryan (44. Minute) und der Hannoveraner Verteidiger Felipe (67.) mit einem Eigentor bei. Das Kuriose an dieser Partie bleibt: Es wird schnell in Vergessenheit geraten, dass Hannover gar nicht schlecht gespielt hat und der Pole Artur Sobiech zwei Tore erzielte (18. und 53.).

          Das Duell war am Ende von mehr Kuriositäten als von Klasse geprägt. Dass Sobiech zwei Treffer erzielen durfte, war eine von vielen Merkwürdigkeiten. Nur ein Torschuss war den Niedersachsen in der ersten Halbzeit gelungen. Dass daraus sogar das 1:0 resultierte, passte ins Bild. Denn die Borussia hatte die Begegnung über weite Strecken dominiert und den Ball so elegant zirkulieren lassen, dass es schon fast eine Frechheit war.

          Aber Ballbesitz ist nun einmal kein Garant für einen Sieg. Recht häufig rannten sich die Dortmunder in der vielbeinigen Defensive von Hannover ab. Trainer Michael Frontzeck darf für sich in Anspruch nehmen, einen klugen taktischen Schachzug gewählt zu haben. Er ließ vor der Abwehr mit Salif Sane, Oliver Sorg und Edgar Prib im Fall der Fälle eine Abwehr vor der Abwehr antreten. Die Niedersachsen spielten wie ein äußerst flexibler Igel, der sich nicht bloß versteckte.

          Den Unterschied zwischen Favorit und Außenseiter machte wie so oft Individuelles aus. Für Hannover 96 bedeutete das: Der Brasilianer Felipe verursachte zwei Elfmeter und schoss ein Eigentor – wenn auch unter Bedrängnis. Für Borussia Dortmund bleibt nach dem vierten Sieg im vierten Bundesligaspiele festzuhalten, dass Einzelkönner wie Mkhitaryan mit vorbildlicher Schusshaltung und Aubameyang mit großer Kaltschnäuzigkeit auch eher mäßig gespielte Partien entscheiden können.

          Der Tabellenführer aus Dortmund war lange Zeit in Rückstand und hatte um seinen Sieg zittern müssen. Aber mit zunehmender Spieldauer fanden die tapferen Profis von Hannover 96 keine Antwort mehr auf den Druck des Gegners und dessen Ausnahmekönner. Vor allem Rechtsverteidiger Matthias Ginter zeigte eindrucksvoll, wie man ein außergewöhnlich starkes Bundesligaspiel macht, ohne als Torschütze im Rampenlicht zu stehen.

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