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1:0 gegen Hannover : Dortmund baut Frust ab

  • -Aktualisiert am

Erleichterter Jubel über den Sieg gegen Hannover: Dortmunds Mario Götze. Bild: dpa

Nach dem Aus in der Europa League rehabilitiert sich der BVB zumindest teilweise in der Bundesliga. Doch beim knappen Heimsieg gegen Hannover sind noch längst nicht alle Fehler abgestellt.

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          Jüngst hatte Peter Stöger, der Cheftrainer von Borussia Dortmund, sich verdrossen gezeigt. Über die Qualität des Rasens, über die Leistung seiner Mannschaft gegen den FC Salzburg und über das blamable Scheitern im Achtelfinale der Europa League. Wer glaube, auf so einer Wiese „geht auch Hacke, Spitze“, der könne nicht gewinnen, hatte er gesagt. Wenige Tage später im eigenen Stadion ging es genau so. Beim Heimsieg über Hannover 96 verdankten die Dortmunder das einzige Tor des Tages einem Hackentor ihres Stürmers Michy Batshuayi (24. Minute).

          Bundesliga

          Mit dem dürren 1:0 gegen die widerspenstigen, aber im Abschluss harmlosen Niedersachsen behaupteten die Borussen zwar den zweiten Tabellenplatz in der Fußball-Bundesliga, vermochten aber, wie schon eine Woche zuvor beim glücklichen Sieg gegen Frankfurt, nur in der ersten Halbzeit zu überzeugen. Anders als in Salzburg konnte Stöger dem Auftritt seiner Mannschaft am Sonntag viel Gutes abgewinnen. Nach der Enttäuschung über das Ausscheiden aus dem Europapokal habe seine Elf „eine gute Reaktion gezeigt“, sagte der Österreicher. „Ich war mit vielen Dingen sehr einverstanden.“

          Dem Einwand, Dortmund habe wieder nur in der ersten Hälfte überzeugt, begegnete Stöger mit dem Hinweis, der BVB könne aktuell „nicht den Anspruch haben, den Gegner neunzig Minuten lang an die Wand zu spielen“, schon gar nicht so kurz nach einem Europacup-Spiel. Ein Versäumnis räumte Stöger allerdings ein. „Ein zweites Tor hätte uns manches leichter gemacht“, sagte der Trainer. Die Chancen dazu waren, trotz schwindender Kräfte, auch im zweiten Durchgang vorhanden.

          Vierte 96-Niederlage in Serie

          Da das Ausgleichstor für Hannover in der Schlussphase wegen einer vermeintlichen Abseitsstellung nicht anerkannt wurde, reichte aber auch der eine Treffer von Batshuayi zum insgesamt verdienten Sieg. Während Dortmund auch im zwölften Meisterschaftsspiel unter Stögers Regie ungeschlagen blieb, setzte Hannover eine Serie der anderen Art fort. Die Sechsundneunziger verloren zum vierten Mal nacheinander.

          Vielleicht auch ein wenig vom schlechten Gewissen getrieben, legten die Dortmunder schwungvoll los. Nicht einmal eine Minute war gespielt, da vergab Batshuayi die erste große Chance, seine Elf in Führung zu schießen – nach einem Steilpass von André Schürrle in den Strafraum traf der Belgier nur den Pfosten. Die Borussen blieben bemüht und beharrlich, wussten dabei zwar meist nicht zu brillieren, ließen aber auch nicht locker. Der Führungstreffer war dann ein Kunstgenuss, der für manche Unzulänglichkeit entschädigte. Nach einem Eckstoß von Schürrle lenkte Batshuayi den Ball beinahe artistisch mit der Hacke ins Tor. Auch für den Vorlagengeber ein besonderes Erfolgserlebnis: Zum ersten Mal in seiner Bundesliga-Karriere hatte ein Eckball von Schürrle einen Treffer zur Folge. Später verpasste der agile Stürmer es, den Vorsprung auszubauen; er wirkte ein wenig überrascht, als er im Sechzehnmeterraum plötzlich frei zum Schuss kam.

          Die Hannoveraner wirkten anfangs harmlos, kamen aber gegen Ende der ersten Hälfte besser ins Spiel und hatten in Niclas Füllkrug einen Angreifer in ihren Reihen, der die gegnerische Abwehr durchaus zu beschäftigen wusste. Im zweiten Durchgang kam den Dortmundern wieder die Souveränität abhanden – ein Manko, das in den vergangenen Wochen öfter zu beobachten war. Den Rückfall in dieses alte Muster vermochte auch Mario Götze nicht abzuwenden. Nach einer schwachen Leistung gegen den FC Salzburg in die Kritik geraten, wusste Götze sich im zentralen Mittelfeld zwar zu steigern und zeigte eine solide Leistung. Nach der Pause passte aber auch er sich dem sinkenden Niveau der Westfalen an.

          Lob für Götze

          Trainer Stöger, der mit Kritik an Götze nicht gespart hatte, zeigte sich diesmal „sehr zufrieden“ mit der Leistung des Profis, der für die anstehenden Länderspiele der deutschen Nationalmannschaft gegen Spanien und Brasilien nicht nominiert worden ist. Götze habe „ein richtig gutes Spiel gemacht“, die jüngste Aufregung um den Mittelfeldstar sei wohl auch darauf zurückzuführen, „das Götze mehr polarisiert als andere Spieler“, sagte Stöger. Es gehöre zu „den lustigen Auswüchsen“ in diesem Geschäft, dass vor der Partie sogar darüber spekuliert worden war, Götze könne sich auf der Tribüne wiederfinden.

          Die Hannoveraner kamen einem Teilerfolg in der zweiten Hälfte zwar näher, wussten ihren Mut und ihre Energie aber nicht in zählbaren Erfolg umzusetzen. Auf der anderen Seite hatten sie Glück, dass auch der Dortmunder Einwechselspieler Maximilian Philipp in der Schlussphase nur den Pfosten traf. Stöger sieht die Borussen allerdings auch nach diesem mediokren Arbeitssieg auf dem richtigen Weg. „Wir gehen mit einem guten Gefühl in die Länderspielpause“, sagte er. Und zeigte sich sogar mit Blick auf das nächste Auswärtsspiel gegen den FC Bayern zuversichtlich, der mit großem Vorsprung die Tabelle anführt und kurz vor seinem nächsten Titelgewinn steht. „Wir wollen in München nicht unbedingt dabei sein, wenn die Bayern ihre Meisterschaft feiern.“

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