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Doping : DFB: Baumert soll Namen und Fakten nennen

  • Aktualisiert am

Zwanziger: „Zusammenarbeit vertiefen” Bild: picture-alliance/ dpa

Der Deutsche Fußball-Bund hat Nada-Chef Armin Baumert aufgefordert, im Zusammenhang mit dessen Doping-Anschuldigungen konkreter zu werden: „Wenn er Hinweise auf aktuelle Dopingpraktiken hat, soll er Namen und Fakten nennen.“

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          Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) hat Nada-Chef Armin Baumert aufgefordert, im Zusammenhang mit dessen Doping-Anschuldigungen Ross und Reiter zu nennen. „Wenn er konkrete Hinweise auf aktuelle Dopingpraktiken im Fußball hat, soll er Namen und Fakten nennen“, sagte DFB-Pressesprecher Harald Stenger am Freitag der Deutschen Presse-Agentur dpa. In diesem Fall werde der DFB „mit aller Konsequenz ermitteln. Wenn es aber nur pauschale Verdächtigungen sind, dann sind es populistische Äußerungen.“

          Armin Baumert, Vorstandschef der Nationalen Anti-Doping-Agentur Nada, hatte zuvor erklärt: „Man muss keine Angst davor haben, zu sagen, im Fußballsport wird weiterhin gedopt.“ Die Gegenwart müsse knallhart betrachtet werden. „Der Fußball, international und national, ist keine dopingfreie Zone“, sagte Baumert am Freitag in einem Hörfunk-Interview des Südwestrundfunks SWR.

          Defizite bei Trainingskontrollen

          Im Kampf gegen Sportbetrug will der DFB seine Zusammenarbeit mit der Nada vertiefen, finanzielle Zuwendungen aber von erbrachten Leistungen abhängig machen. „Wir werden prüfen, inwieweit die Nada auch für unsere Dopingkontrollen - und das kann ja immer nur der Trainingsbereich sein - besser nutzbar gemacht werden kann“, sagte DFB-Präsident Theo Zwanziger.

          Wenn die Nada „uns gegenüber“ entsprechende Leistungen erbringt, betonte Zwanziger am Rande der Auftaktveranstaltung „DFB live“ in Kamen-Kaiserau, dann werde der DFB „kostendeckend Gebühren oder Entgelte entrichten“. Der Verband sei aber „nicht der Finanzier dieser Gesellschaft, sondern wir haben Sportvereine, denen wir verpflichtet sind“, sagte Zwanziger.

          Nur 87 Überprüfungen

          Laut Baumert sind Beweise für Doping schon in den vergangenen Monaten und Jahren überdeutlich sichtbar geworden. Defizite habe der Fußball bei der Zahl der Trainingskontrollen. Der DFB verweise auf mehr als 800 Wettkampfkontrollen. Im vergangenen Jahr hätten aber vertragsgemäß nur 87 unangemeldete Trainingskontrollen durchgeführt werden können. Ziel sei es laut Baumert, bei einer besseren finanziellen Ausstattung der Nada (Siehe auch: Lob trotz Lücken im Dopingkampf) gemeinsam mit dem DFB die Zahl der unangemeldeten Trainingskontrollen in allen Bereichen des deutschen Fußballs zu erhöhen.

          Die jüngste Diskussion um Doping im Fußball hatte der ehemalige Bundesliga-Trainer Peter Neururer ausgelöst (Siehe auch: Doping: Die Unschuldslämmer im Fußball sind längst entlarvt). Er hatte behauptet, dass Doping mit Captagon im Profi-Fußball in den 80er Jahren gang und gäbe gewesen sei. Inzwischen ist auch eine Stellungnahme Neururers beim DFB eingegangen, die laut Stenger aber „nichts Erhellendes“ zur Diskussion beiträgt. „Herr Neururer nennt keine konkreten Fakten oder Namen“, erklärte der DFB-Sprecher.

          Neururers „Enthüllungen“ waren nicht neu: Schon vor 20 Jahren hatten Bundesliga-Spieler von der Einnahme von Captagon berichtet. Auch die Doping-Altlasten bei Ost-Klubs sind lange bekannt, komplette Teams sollen gedopt; vor allem vor Europacup-Heimspielen sollen Amphetamine eingesetzt worden sein.

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