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Dietmar Hopp spricht : „Das erinnert an ganz dunkle Zeiten“

„Es ist leider eine neue Dimension erreicht“: Dietmar Hopp reagiert auf den Eklat. Bild: dpa

Am Tag nach dem Eklat von Hoffenheim äußert sich erstmals Dietmar Hopp öffentlich. Der Investor der TSG versteht im Gespräch mit Sport 1 nicht, wieso er immer wieder zur Zielscheibe wird. Eine Verständigung mit den Fanszenen hält er für unmöglich.

  • Aktualisiert am
          1 Min.

          Erstmals nach dem Eklat beim Spiel zwischen der TSG Hoffenheim und Bayern München hat sich nun Dietmar Hopp selbst geäußert. „Mir geht es den Umständen entsprechend. Ich habe soviel zu tun, sitze am Schreibtisch und mache meine Arbeit. Es ist leider eine neue Dimension erreicht“, sagte Hopp Sport1 online. „Ich habe diese Solidarität gesehen und gespürt und es ist natürlich eine große Hilfe, dass da jetzt durchgegriffen wird."

          Hopp rätselt in dem kurzen Bericht, weshalb er seit mehr als einem Jahrzehnt zur Zielscheibe der Fanattacken wird. „Wenn ich nur im Entferntesten wüsste, was diese Idioten von mir wollen, dann würde es mir alles leichter fallen, das zu verstehen. Ich kann mir nicht erklären, warum die mich so anfeinden. Das erinnert an ganz dunkle Zeiten."

          Hopp schloss weiterhin aus, sich mit Fanvertretern an einen Tisch zu setzen. In der Vergangenheit blieb Hopp beispielsweise auch Gerichtsverhandlungen fern, in denen vor allem Fans von Borussia Dortmund für Beleidigungen gegen seine Person in Sinsheim verurteilt wurden. „Ein Gespräch mit diesen Personen will ich nicht, das ist sinnlos, die leben in einer anderen Welt. Mit denen will und kann ich gar nicht reden, ich wüsste gar nicht, was ich denen sagen soll“, sagt Hopp.

          Konsequenzen für seine Person wie beispielsweise den Verzicht auf Besuche von Fußballspielen schloss er abschließend aus. „Warum soll ich nicht mehr in mein Stadion gehen? Die Personen, die das anrichten, müssen dann halt weg bleiben. Ich warte jetzt gespannt ab, wie das jetzt alles ins Rollen kommt.“

          Am 24. Bundesliga-Spieltag wurde in mehreren Stadien gegen Hopp gehetzt. In Sinsheim wurde die Partie aufgrund von Hass-Plakaten im Bayern-Fanblock zweimal unterbrochen. Schiedsrichter Cristian Dingert (Lebecksmühle) führte die Mannschaften in der 77. Minute für eine Viertelstunde vom Feld. Vor dem Wiederanpfiff einigten sich die Teams auf einen "Nichtangriffspakt", um so gegen die Vorfälle zu protestieren.

          Als Auslöser der abgesprochenen Aktion von Ultra-Gruppierungen gilt die zuletzt vom Sportgericht des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) ausgesprochene Kollektivstrafe gegen die Fans von Borussia Dortmund. Die BVB-Anhänger dürfen in den kommenden beiden Spielzeiten wegen ihrer Hopp-Schmähungen in der Vergangenheit nicht ins Sinsheimer Stadion.

          Der Streit hat freilich eine mehr als ein Jahrzehnt lange Vorgeschichte: Seitdem Hoffenheim im Profifußball aufgetaucht ist, sind die Reaktionen auf das Engagement von Dietmar Hopp ambivalent.

          Der Kontrollausschuss des Deutschen Fußball-Bundes ermittelt nun abermals.

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