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Jahreshauptversammlung : Rumoren beim 1. FC Kaiserslautern

  • -Aktualisiert am

Sportlich lief es am Sonntag, am Samstag gab es ein Beben beim 1. FC Kaiserslautern abseits des Platzes. Bild: dpa

Die Verantwortlichen zeichnen das Bild eines gefestigten Klubs, in Kaiserslautern aber bebt es. Nicht zuletzt die sportliche Stagnation in der zweiten Fußball-Bundesliga fordert nun personelle Konsequenzen.

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          Es war ein gewisses Beben beim 1. FC Kaiserslautern. Nicht zuletzt die sportliche Stagnation des Klubs in der zweiten Fußball-Bundesliga forderte nun personelle Konsequenzen. Auf der Jahreshauptversammlung am Samstag trat der Aufsichtsratsvorsitzende Dieter Rombach zurück. Zuvor wurde ihm die Entlastung verweigert.

          Nur 32,8 Prozent der anwesenden FCK-Mitglieder sprachen ihm das Vertrauen aus. Ebenso scheint der Rückhalt für den Vorstandschef Stefan Kuntz und Finanzvorstand Fritz Grünewalt zu bröckeln. Kuntz erhielt lediglich 61,1 Prozent der Stimmen, Grünewalt bekam 58,3 Prozent. Zwei weitere Mitglieder des Aufsichtsrats entgingen ebenfalls nur knapp einer Nicht-Entlastung.

          Zunächst zeichneten die Verantwortlichen das Bild eines gefestigten Klubs. Im Laufe des Abends allerdings machten immer mehr Mitglieder ihrem Unmut Luft. In der Halle rumorte es. Bereits vor der Versammlung waren einige beachtliche Anträge in der FCK-Geschäftsstelle eingegangen. Vetternwirtschaft und Klüngelei, Fragen nach dem finanziellen Zustand des Vereins oder mögliche Satzungsverstöße durch führende Funktionäre waren die Themen.

          Einiges konnte geklärt werden. Doch der Abend offenbarte zugleich eine Kluft zwischen Führung und Basis. Insbesondere Rombach geriet immer wieder unter Rechtfertigungsdruck, die Mitglieder nicht angemessen informiert oder in der Öffentlichkeit angeblich falsche, mindestens missverständliche Aussagen gemacht zu haben.

          Der Aufsichtsratsvorsitzende Dieter Rombach trat zurück.
          Der Aufsichtsratsvorsitzende Dieter Rombach trat zurück. : Bild: dpa

          In den Berichten von Vorstand und Aufsichtsrat gab es manche Seitenhiebe – gegen Journalisten sowie den Bund der Steuerzahler, der den Rückkauf des Nachwuchsleistungszentrums Fröhnerhof von der Stadt an den Verein für rund 2,6 Millionen Euro kritisiert hatte. In seiner Bilanz weist der Klub wieder einen Jahresüberschuss aus, diesmal in Höhe von 812.000 Euro. Das negative Eigenkapital konnte auf 864.000 Euro reduziert werden.

          Der ehemalige Aufsichtsratsvorsitzende Dieter Buchholz allerdings hatte bereits bei der Mitgliederversammlung 2014 vor einer möglichen Insolvenzgefahr gewarnt. Er wies diesmal auf den Anstieg der Verbindlichkeiten von 15 auf 17 Millionen Euro hin. Reizthema bleibt die Fan-Anleihe. Zum Ausbau des Nachwuchszentrums lieh sich der Klub 2013 von seinen Anhängern rund sechs Millionen Euro.

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          Kuntz präsentierte Pläne, dass im nächsten Jahr die Bagger rollen sollen. Jedoch meldete sich in der Versammlung mit Martin Sester ebenfalls ein ehemaliger Aufsichtsrat. Er sprach unter Applaus die Rückzahlung der Anleihe 2019 und die dann zur Lizensierung nötige Liquidität an.

          Seine Befürchtung: „Es wird hier etwas in die Zukunft geschoben, und mir kommt es darauf an, dass man auch einmal laut ausspricht, dass der FCK hier dauerhaft sehr hohe Schulden haben wird. Ich habe Angst, dass nach dem Schneeballprinzip eine Anleihe der anderen folgt und die Zinsen jedes Mal höher werden.“ Selbst Kuntz, bekannt für emotionale Reden, gelang es diesmal nicht, die Stimmung zu drehen.

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