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Hecking-Aus beim HSV : „Ich sehe mich als Erstliga-Trainer“

  • Aktualisiert am

„Die wirtschaftliche Situation ist beim HSV nicht einfach“: Dieter Hecking Bild: dpa

Nach nur einem Jahr und dem verpassten Bundesliga-Aufstieg ist die Zeit von Dieter Hecking beim HSV schon wieder vorbei. Nach seinem Aus spricht er über die Probleme des Klubs – und seine Zukunft.

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          Dieter Hecking prophezeit dem Hamburger SV eine schwere Zeit. „Die wirtschaftliche Situation ist beim HSV nicht einfach. Es gibt kein Geld für viele neue Spieler, Leistungsträger sind weg, einige andere müssen womöglich verkauft werden“, sagte Hecking nach der am Wochenende erfolgten Trennung vom früheren Fußball-Bundesligaverein. Im Interview der Hamburger „Morgenpost“ sagte der Fußball-Trainer über die anstehende dritte Zweitliga-Saison des HSV: „Vielleicht ist es jetzt die Chance, realistisch in der Zweiten Liga anzukommen. Dafür muss man dann auch die notwendigen Schritte einleiten.“

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          Der neue Weg solle „konsequent und mit Ruhe“ weitergegangen werden. „Wenn das passiert, kann etwas Gutes entstehen. Was man nicht machen sollte, ist immer auf die Vergangenheit zu verweisen. Das war schon in dieser Saison nicht hilfreich“, meinte der 55-Jährige. Hecking hatte den Job beim HSV vor rund einem Jahr angetreten, sollte den Klub zurück in die Bundesliga führen. Doch am Ende reichte es für die Hamburger wieder nur zu Platz vier.

          Er habe mit Sportvorstand Jonas Boldt „sehr offen über alles kommuniziert“, meinte der Trainer, dessen Vertrag sich im Falle des Aufstieges automatisch verlängert hätte. „Mit dem Duo Jonas Boldt und Dieter Hecking wird immer der Aufstieg erwartet. Diese Erwartung ist beim HSV nicht hilfreich. Auch darum haben wir uns entschieden, nicht mehr weiter zusammenzuarbeiten“, sagte Hecking. „Im Moment kann man nicht sagen, ob am Ende so viel Geld zur Verfügung steht, um die Wahrscheinlichkeit eines Aufstiegs im Vergleich zur gerade abgelaufenen Saison zu erhöhen.“

          Der HSV und Hecking hatten am Samstag das Ende der Zusammenarbeit nach nur einem Jahr bekanntgegeben. Nach dem 1:5-Debakel gegen den SV Sandhausen am letzten Spieltag habe er sich mit den Verantwortlichen Gedanken gemacht, „ob ein gemeinsamer Weg wirklich der beste wäre. Mit dem bekannten Ende“, sagte Hecking. Boldt habe „ganz klar aufgezeigt, wie die  Zukunft beim HSV aussieht“. Er kündigte an, der Klub sehe sich „gezwungen, einen veränderten Weg einzuschlagen“.

          Hecking will sich bei der Jobsuche nicht unter Druck setzen. „Ich bin frei und werde jetzt erst mal abwarten. In der Zweiten Liga war für mich nur der HSV ein Thema, das habe ich immer gesagt. Ich sehe mich als Erstliga-Trainer“, sagte er der „Bild“-Zeitung. „Ich habe immer gesagt, dass ich nur für den HSV in die zweite Liga gegangen bin. Aber im Fußball weiß man nie, was alles passieren kann.“

          Daniel Thioune soll übereinstimmenden Medienberichten zufolge neuer Cheftrainer beim HSV werden. Der 45 Jahre alte Coach des Liga-Rivalen VfL Osnabrück habe die Verantwortlichen des Klubs über seinen vorzeitigen Abschied bereits informiert, berichteten Sport1 und der „Kicker“ am Montag. Beim VfL läuft der Vertrag des Trainers noch eine weitere Saison. Zuerst hatte die „Bild“-Zeitung über eine mögliche Verpflichtung Thiounes durch den HSV berichtet.

          Vom Hamburger SV gab es zunächst keine Bestätigung. „Wir geben zu den gehandelten Namen keinen Kommentar ab“, sagte ein HSV-Sprecher am Montag auf Anfrage. Einen Vollzug bei der Verpflichtung eines Nachfolgers von Hecking erwartet er jedoch noch in dieser Woche.

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