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Zweite Bundesliga : Die Top-Teams stolpern in die neue Fußball-Zeit

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Korrekter Jubel: Die Wiesbadener aniel Kofi Kyereh (links), Torschütze Manuel Schäffler (r) und Stefan Aigner nach dem 1:0. Bild: dpa

Die Aufstiegsanwärter in der zweiten Bundesliga lassen Punkte liegen: Weder Bielefeld, noch Stuttgart oder der HSV gewinnen. Wehen Wiesbaden sorgt für die größte Überraschung.

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          Der Hamburger SV ist nach einem Gegentreffer in der Nachspielzeit mit einem Unentschieden bei der SpVgg Greuther Fürth aus der Corona-Pause gestolpert. Das 2:2 (1:1) kostete die Hanseaten in der zweiten Fußball-Bundesliga am Sonntag zwei sehr wertvolle Punkte im Aufstiegskampf. Das Team von Trainer Dieter Hecking verdrängte mit 45 Zählern trotzdem den nun punktgleichen VfB Stuttgart, der in Wiesbaden verlor, von Platz zwei.

          Fürths Doppeltorschütze Havard Nielsen ärgerte die Hamburger mit seinem wuchtigen Rechtsschuss in der vierten Minute der Nachspielzeit. Der HSV kam in der Testspielatmosphäre des leeren Fürther Stadions nur schleppend auf Betriebstemperatur, steckte dann aber das 0:1 durch Nielsen (35.) gut weg. Joel Pohjanpalo (41.) und Jeremy Dudziak (48.) wendeten die Partie. Im Vorwärtsgang agierte der HSV anfangs selten zielstrebig. Die Fürther ließen den Ball besser laufen. Die Tore zum Pausenstand fielen beinahe deckungsgleich. Erst flankte Maximilian Wittek von der linken Seite wuchtig, Nielsen traf trotz Rücklage mit dem Kopf.

          2. Bundesliga

          Der HSV antwortete prompt: Tim Leibolds Flanke auf den zweiten Pfosten verwertete Mittelstürmer Joel Pohjanpalo ebenfalls mit der Stirn. Die 48. Minute schien dann die Partie zu entscheiden: Fürths Branimir Hrgota verfehlte das Tor bei einer Großchance aus 16 Metern, im Gegenzug traf Dudziak mit einem geschickten Linksschuss. Der nun bessere HSV scheiterte danach mehrfach am Fürther Schlussmann Sascha Burchert, was sich am Ende durch Nielsens 2:2 rächen sollte.

          VfB und die Auswärtsschwäche

          Seine unerklärliche Auswärtsschwäche könnte dem VfB Stuttgart im Kampf um die Bundesliga-Rückkehr noch zum Verhängnis werden.Der ambitionierte Zweitligaklub verlor am 26. Spieltag beim Abstiegskandidaten SV Wehen Wiesbaden in letzter Sekunde noch 1:2 (0:0) und hat damit aus den vergangenen neun Auswärtsspielen lediglich einen Erfolg verbucht. „Schreckgespenst„ Manuel Schäffler (50.) und Philip Tietz (90.+7) mit einem Handelfmeter nach Videobeweis trafen für die Gastgeber, Nicolas Gonzalez glich aus (83.).

          In der Tabelle rutschten die Schwaben auf den Relegationsrang drei ab - was sich in der Anfangsphase überhaupt nicht angedeutet hatte. Die Stuttgarter ließen keinerlei Zweifel daran aufkommen, dass sie vorhatten, ihre schwache Bilanz zu verbessern. Der VfB war von Beginn an bereit für die vermeintlich ungleiche Aufgabe, agierte körperlich präsent und ließ auch immer wieder seine individuelle Qualität aufblitzen. Vor allem Daniel Didavi sprühte vor Spielfreude. Sobald die Gäste in die gefährliche Zone rund um den Strafraum vordrangen, fehlte allerdings Konsequenz. Und das weckte unangenehme Erinnerungen: Schon das Hinspiel hatte der VfB nach Belieben dominiert, am Ende aber 1:2 verloren. Beide Gegentreffer erzielte damals: Manuel Schäffler. Am Sonntag vollendete der 31 Jahre alte Angreifer kurz nach dem Seitenwechsel einen Konter aus dem Bilderbuch. Während die Stuttgarter in ihren Bemühungen zusehends planlos wirkten, hätten Daniel Kyereh und Jeremias Lorch für Wiesbaden in der 72. Minute erhöhen können. Den Chancenwucher bestrafte Gonzalez.

          Spätes Gegentor in Bielefeld

          Arminia Bielefeld hat auf dem Weg zum achten Aufstieg in die Fußball-Bundesliga beim Restart nach der Coronapause die Vorentscheidung verpasst. Die Ostwestfalen kamen zum Wiederbeginn gegen Aufsteiger VfL Osnabrück nicht über ein 1:1 (1:0) hinaus, bauten ihren Vorsprung an der Tabellenspitze aber dennoch auf sieben Punkte aus. Vom Relegationsplatz trennen den Spitzenreiter acht Zähler. Marcos Alvarez (90.+4) glich für die lange harmlosen Osnabrücker in der Nachspielzeit aus. Mit seinem 17. Saisontor hatte Kapitän Fabian Klos die Arminia in der 17. Minute in Führung gebracht. Der 32-Jährige verwandelte einen Elfmeter souverän, nachdem er selbst von Joost van Aken gefoult worden war. Beim Tabellenführer, der seit acht Spielen ohne Niederlage ist, lief nach zwei Monaten Zwangspause noch nicht alles optimal. Doch die Gastgeber hatten auf der leeren Alm bis in die Schlussphase alles im Griff. „Es gibt noch Optimierungsbedarf“, meinte Sport-Geschäftsführer Samir Arabi bei Sky: „Aber die Mannschaft hat sehr große Entschlossenheit und Willen gezeigt.“ Positiv: Stürmer Andreas Voglsammer gab bei seiner Einwechslung (72.) sein Comeback nach dem Mittelfußbruch im Februar. Für die seit neun Spielen sieglosen Osnabrücker wird es trotz des Punktgewinns langsam ungemütlich: Der Vorsprung auf den Abstiegs-Relegationsplatz beträgt nur zwei Punkte. Gegen die selbstbewussten Bielefelder fehlte dem Aufsteiger vor allem in der Offensive lange die Durchschlagskraft.

          Der FC St. Pauli hat die Abstiegssorgen des 1. FC Nürnberg vergrößert. Im ersten Geisterspiel am Hamburger Millerntor nach der zweimonatigen Corona-Zwangspause kamen die Hanseaten am Sonntag zu einem glücklichen 1:0 (0:0) gegen den 1. FC Nürnberg. Viktor Gyökeres erzielte in der 84. Minute den entscheidenden Treffer.

          Zu diesem Zeitpunkt waren die Gäste bereits seit fast einer halben Stunde in Unterzahl. Torhüter Christian Mathenia (55.) sah wegen einer Notbremse gegen Paulis Henk Veerman die Rote Karte. Nach dem fünften Spiel ohne Niederlage - bei drei Siegen - verschafften sich die Hamburger Luft im Kampf gegen den Abstieg.

          Bis zur Roten Karte waren die Franken die bessere Mannschaft. Die beste ihrer Chancen vergab Nikola Dovedan (43.) kurz vor dem Wechsel freistehend vor dem St. Pauli-Tor. Schon davor hatte Hamburgs Torwart Robin Himmelmann einige Male eingreifen müssen.

          Der FC St. Pauli tat sich lange schwer. Mit ihrem ersten gelungenen Angriff wurden die Hamburger auch gleich gefährlich. Mathenia musste in der 19. Minute erst gegen St. Paulis Waldemar Sobota und anschließend gegen Rico Benatelli retten. Erst der eingewechselte Gyökeres erlöste den FC St. Pauli.

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