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Die Schwankungen des BVB : Dortmunds Trauma

  • -Aktualisiert am

Hängender Kopf beim Kapitän: Der BVB gibt sich selbst Rätsel auf. Bild: AP

Borussia Dortmund ist ein großes Rätsel. Doch die Labilität dieser Mannschaft könnte auch mit ihrer Geschichte zu tun haben. Sie trägt große Lasten mit sich herum.

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          Niemand darf sich wundern, wenn dieser seltsam unberechenbare und zwischen den Extremen hin- und herpendelnde BVB am kommenden Freitag bei Borussia Mönchengladbach fulminant aufspielt, prachtvolle Angriffe auf den Rasen zaubert und das schwere Auswärtsspiel deutlich gewinnt. So wie auch kein Kenner der Bundesliga überrascht sein darf über den schwachen Auftritt des Titelanwärters bei Bayer Leverkusen, in dessen Verlauf „von allem etwas“ gefehlt habe, wie Kapitän Marco Reus nach der Partie einräumte. Borussia Dortmund ist ein großes Rätsel. Keine zwei Wochen ist es her, da spielte dieses Team Spitzenfußball und gewann souverän mit 3:1 bei RB Leipzig. Es folgten das schwache 1:1 gegen Mainz 05 und die Niederlage am Dienstag.

          Bundesliga

          Auf die Frage nach den Ursachen für diese Wankelmütigkeit erwiderte Reus: „Wenn wir es wüssten, würden wir es abstellen.“ Trainerwechsel haben jedenfalls genauso wenig geholfen wie die Hinzunahme neuer, für ihre mentale Stabilität bekannter Spieler. Manches deutet darauf hin, dass die Labilität dieser Mannschaft mit ihrer Geschichte zu tun hat. Kein Konkurrent war in der jüngeren Vergangenheit ähnlich vielen Verwerfungen ausgesetzt, die weit über übliche Ärgernisse des Sportalltags hinausgehen. Sehr spezielle Erlebnisse prägen die kollektive Psyche dieses Teams bis heute.

          Immer noch wird jede neue Saison an der verklärten Zeit mit Jürgen Klopp gemessen. Alles Neue ist damit automatisch weit weg vom eigentlichen Ideal. Dann gab es den bizarren Streit zwischen dem Erfolgstrainer Thomas Tuchel und der Klubführung, der auch das Team belastete, in Teilen vielleicht sogar spaltete. Ousmane Dembélé und Pierre-Emerick Aubameyang setzten ihre Vertragsauflösung mit Streiks durch. Der ebenfalls wechselwillige Jadon Sancho leistet weiterhin Dienst nach Vorschrift und sammelt mit schwachen Leistungen auf seine Art Argumente für eine baldige Freigabe zum erwünschten Umzug nach England. Und wer weiß, welche Zukunftsvorstellungen sich im Kopf von Erling Haaland bilden.

          Zudem war der Anschlag auf den Mannschaftsbus eine Extremerfahrung, die über viele Monate die Atmosphäre in der Mannschaft prägte. Auch dieses Erlebnis gehört weiterhin zur Geschichte dieses Teams. Kapitän Reus ist mit seinen vielen Verletzungen und dem mit viel Pech verpassten WM-Titel von 2014 eine tragische Figur. Vor zwei Jahren verpasste Dortmund die greifbare Chance auf die Meisterschaft durch ein richtungsweisendes 2:4 gegen Schalke, das die Beteiligten bis heute schaudern lässt. Diese Mannschaft trägt große Lasten mit sich herum. Es ist daher kein Wunder, dass simple Maßnahmen wie ein zusätzlicher Anführer oder ein Trainerwechsel nicht die Lösung auf dem Weg zu mehr Erfolg sind.

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