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HSV : Die Relegation als Geschenk

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Einer geht seinen Weg in Hamburg: HSV-Trainer Bruno Labbadia Bild: AFP

Es ist nichts gewonnen für den HSV, aber auch nicht alles verloren – das ist nach der miesen Saison mit vier Trainern und vielen Wochen am Tabellenende kein schlechtes Fazit. In der Relegation wartet auf Bruno Labbadia in jedem Fall ein besonderer Gegner.

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          Eine knappe Stunde nach dem Abpfiff konnte es Bruno Labbadia locker nehmen. „Wir wollten eigentlich zwei Freundschaftsspiele machen nächste Woche, die ersetzen wir jetzt durch Relegationsspiele“, sagte der Trainer des Hamburger SV. Auf den Hamburger Coach wartet dort aus persönlicher Sicht in jedem Fall ein reizvoller Gegner – ob Karlsruhe, Kaiserslautern oder Darmstadt: Für alle Klubs, die sich an diesem Sonntag um die Ränge zwei und drei  in der Zweitklassigkeit streiten (15.30 Uhr/ live in Sky und F.A.Z.-Liveticker, hat Labbadia gespielt oder gearbeitet.

          „Ich habe mein Herz beim HSV und nirgendwo anders. Wir nehmen es, wie es kommt“, sagte er nach dem 2:0-Sieg gegen Schalke 04 am Samstag, „wir hatten überall mal Scouts. Aber mir geht es jetzt vor allem um meine Mannschaft. Die Vorbereitung auf das Spiel am Donnerstag hat schon begonnen.“ Auf jeden Fall wird man den letzten Spieltag der zweiten Liga an diesem Sonntag in der Hamburger Führungsetage sehr genau beobachten.

          Jetzt also Relegation. Bis es soweit war, gab es bange Minuten. Verteidiger Dennis Diekmeier etwa ruderte um 17.20 Uhr mit den Armen, schaute fragend in Richtung Trainerbank: Endlich Schluss in Hannover? Es waren aber noch mehr als drei Minuten dort zu spielen, und Nils Petersen hatte gerade den Freiburger Anschlusstreffer geschossen. Das berühmte Wechselbad der Gefühle erlebten die Profis des Hamburger SV schon die ganze zweite Halbzeit über.

          Nun spitzte sich das Ganze noch einmal zu. Ein später Paderborner Treffer zum Ausgleich gegen Stuttgart, und Hamburg hätte den Klassenverbleib gefeiert. Ein später Freiburger Treffer zum Ausgleich in Hannover, und der HSV wäre direkt abgestiegen. Als der Abpfiff in Hannover mit dem Sieg der „Roten“ verkündet wurde, reckte Diekmeier einmal kurz die Faust und ging dann in die Kabine.

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          Es ist nichts gewonnen für den HSV, aber auch noch nicht alles verloren – das ist nach dieser miesen Saison mit vier Trainern und vielen Wochen am Tabellenende kein schlechtes Fazit. Verdanken können die Hamburger den doppelten Schlussakkord namens Relegation vor allem Bruno Labbadia. Seine Bilanz in den letzten sechs Spielen liest sich gut, bedenkt man, dass er einen am Boden liegenden Tabellenletzten übernahm.

          Drei Siege und ein Remis holte der HSV aus diesen Partien – das reichte, um Platz 16 zu erreichen. Am Ende war es sogar nur die schlechtere Tordifferenz gegenüber Hertha BSC, die den HSV von Rang 15 trennte. Labbadia müssen die Saisonspiele Nummer 35 und 36 wie ein Geschenk vorkommen. Er sagte: „Als wir kamen, habe ich gedacht, dass zehn Punkte reichen sollten, um in der Liga zu bleiben. Die haben wir geholt. Und es reicht für die Relegation. Es ist gut, dass wir es in der Hand haben und anders als heute nicht von anderen abhängig sind.“

          Am 28. Mai um 20.30 Uhr geht es zu Hause gegen den Tabellendritten der zweiten Liga los, derzeit ist das der Karlsruher SC. Das Rückspiel findet am darauffolgenden Montag statt. Im Vorjahr setzte sich der HSV durch ein sehr glückliches 0:0 und 1:1 gegen Greuther Fürth durch.

          Am Samstag machte der HSV vor 57.000 Fans in der ausverkauften Arena seine Hausaufgaben. Die Treffer von Ivica Olic in der 49. Minute und Slobodan Rajkovic neun Minuten später bescherten dem HSV den neunten Saisonsieg – gegen sehr zahme Schalker. Der zerstrittene Europa-League-Teilnehmer spulte nur sein Pensum ab und gab sich sichtbar wenig Mühe, die Träume des HSV zu zerstören. Dafür gab es laute Pfiffe von den Fans. „Wir beenden die Saison mit einem Tief“, sagte Trainer Roberto Di Matteo, „wenn wie bei uns mal der Wurm drin ist, fehlt einfach das Selbstvertrauen.“

          Die Anhänger des HSV brüllten indes ihr „Niemals zweite Liga!“ Mit wie wenig Anhänger eines Vereins doch zufrieden sein können, der viel Geld für seine Spieler ausgibt (Platz sechs in der Bundesliga), seit Jahren aber nur kümmerliche Ergebnisse erwirtschaftet. Doch zumindest der Behauptungswille und die Nervenstärke der Labbadia-Truppe beeindruckten an diesem Nachmittag. Labbadia sagte: „Die Art und Weise, wie die Mannschaft mit dem großen Druck umgegangen ist, hat mir sehr gut gefallen.“

          Die Tage vor der Partie hatte Labbadia durch ein Kurztrainingslager in Malente intensiv genutzt. Vor allem der Teamgeist sollte gestärkt werden. Das Ergebnis konnte sich sehen lassen. Der Zusammenhalt auf dem Platz war jederzeit zu erkennen, und nachdem das erste Tor gefallen war, wirkte der HSV auch nicht wie früher so oft wie ein allzu zerbrechliches Gebilde. Das Zittern auf dem Platz konnte diesmal weitestgehend vermieden werden. Ersetzt wurde es an diesem nervenaufreibenden letzten Spieltag durch das Mitzittern, was Paderborn, Stuttgart, Hannover und Freiburg machten.

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