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Corona bei Hertha und Wehen : Vereine schicken Fußball-Profis ins Home-Office

  • Aktualisiert am

Nichts geht mehr bei Hertha BSC Berlin: Die Spieler müssen zu Hause üben. Bild: Picture-Alliance

Auch bei Hertha BSC und dem SV Wehen sind Spieler positiv auf das Coronavirus getestet worden. Viele Klubs schicken ihre Profis nun nach Hause ins Einzeltraining. Ein Regionalligklub beantragt Kurzarbeit.

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          Die Fußball-Bundesliga schickt ihre Spieler nach Hause: Nachdem bereits am Montag Bayern München, Schalke 04, Fortuna Düsseldorf und der SC Freiburg Trainingseinheiten auf dem Platz abgesagt hatten, schloss sich am Dienstag auch Borussia Dortmund an.

          Aufgrund der Coronavirus-Pandemie gab der BVB am Dienstag allen Profis bis zum kommenden Montag frei. Lucien Favre und sein Trainerteam statteten die Spieler allerdings mit individuellen Trainingsplänen aus.

          Die Profis der Schalker Mannschaft von Trainer David Wagner werden zunächst bis mindestens Sonntag ihr vorgegebenes Programm zu Hause absolvieren, beim Düsseldorfer Team von Trainer Uwe Rösler wurde kein fester Zeitpunkt bestimmt. Die Königsblauen hoffen auf eine Rückkehr auf den Trainingsplatz am kommenden Montag.

          Zweiter Corona-Fall in der Bundesliga

          Derweil gibt es bei Hertha BSC den zweiten Corona-Fall in der Fußball-Bundesliga: Ein Profi von Hertha BSC ist an COVID-19 erkrankt. Das teilten die Berliner am Dienstag mit, ohne den Namen des Spielers zu nennen. Trainer, Mannschaft und Funktionsteam begeben sich laut Vereinsauskunft in eine 14-tägige Quarantäne.

          „Der Spieler hat über die üblichen Symptome geklagt und wir haben ihn dann umgehend von der Gruppe getrennt. Ein Test hat dann ein positives Ergebnis auf das Virus hervorgebracht. Alle Spieler unseres Kaders müssen nun die nächsten zwei Wochen zuhause bleiben. Wir werden jetzt beobachten, ob noch weitere Fälle dazukommen, denn davon ist der Wiedereinstieg ins Mannschaftstraining abhängig“, sagte Mannschaftsarzt Dr. Uli Schleicher. Michael Preetz erklärte dazu: „Bei einer solch rasanten Entwicklung der Fallzahlen war es abzusehen, dass das Virus früher oder später auch im Mannschaftskreis ankommt. Das Wichtigste ist, dass sich alle nun an die Regeln halten." Zuvor war Luca Kilian vom SC Paderborn positiv getestet worden.

          Nun erwischte es auch Tobias Mißner vom SV Wehen Wiesbaden. Er ist der vierte Fall in der zweiten Liga, nachdem zuvor Hannover 96, 1. FC Nürnberg und Holstein Kiel Corona-Fälle gemeldet hatten. Der 20 Jahre alte Außenverteidiger der Hessen habe sich wahrscheinlich bei einem Familienbesuch in Dortmund angesteckt und befinde sich dort in häuslicher Quarantäne, teilte der Verein am Dienstag mit. „In meiner Familie gab es bereits mehrere positive Fälle. Mir geht es aber gut, ich bin symptomfrei“, berichtete Mißner in einer Mitteilung Vereins. „Jetzt gilt es, die Quarantäne entsprechend den Vorgaben durchzuziehen.“

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          Auch der hessische Verein reagierte umgehend und ordnete für die Mannschaft und das komplette Funktionsteam vorsorglich ebenfalls eine häusliche Quarantäne an. Die Spieler wurden mit individuellen Trainingsplänen ausgestattet. Sollte ein Profi in den kommenden Tagen Symptome des Virus zeigen, würde er umgehend getestet werden.

          „Haben ein Problem am Arsch“

          Derweil plagen tiefer klassige Klubs umso mehr die finanzielle Sorgen: Fußball-Regionalligaklub Rot-Weiß Oberhausen will seine Spieler aufgrund der Coronavirus-Pandemie in Kurzarbeit schicken. „Wir versuchen, für diese schlechte Zeit Lösungen zu finden. Deshalb werden wir am Dienstag unserer Mannschaft die Kurzarbeit anbieten“, sagte Präsident Hajo Sommers der WAZ. Derzeit ruht der Spielbetrieb in den Regionalligen.

          Bei einem Saisonabbruch droht RWO ein massiver finanzieller Schaden. „Dann werden unsere Arbeitnehmer nur noch 60 bis 67 Prozent ihres Gehalts erhalten - für weniger Arbeitsstunden", so Sommers. Ansonsten „haben wir ein Problem am Arsch“, fügte er in drastischer Form an. Die Spieler müssen dem Vorschlag des Vereins allerdings noch zustimmen.

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