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Frankfurts 3:1 gegen Freiburg : Unzufriedener Sieger

Souveränes Spiel gegen Freiburg: Die Frankfurter Profis kamen zu einem ungefährdeten Erfolg. Bild: EPA

Nach zwei Dämpfern vor dem Jahreswechsel knüpft die Eintracht nun wieder an die überwiegend guten Leistungen in der Bundesliga-Hinrunde an. Gegen Freiburg kommt Frankfurt zu einem souveränen Erfolg. Dennoch schimpft der Trainer.

          Was passiert wäre, wenn die Frankfurter Fußballprofis Ante Rebic (51. Minute und 90.+1), Filip Kostic (53. und 90.+3), Luka Jovic (61.) und Jonathan de Guzman (90.) ihre besten Chancen genutzt hätten? Adi Hütter hätte seine Meinung nicht geändert. Trotz des 3:1-Sieges über den Sportclub Freiburg, der leicht und locker 6:1 oder 7:1 hätte ausfallen können, zeigte sich der Eintracht-Trainer mit dem Gesamtauftritt seiner Frankfurter Fußballprofis beim Rückrundenauftakt nicht einverstanden.

          „Mit dem Ergebnis bin ich zufrieden“, sagte der 48 Jahre alte Österreicher: „Mit der Leistung aber nicht.“ Nicht nur den 49.200 Zuschauern in der Arena war die Vielzahl an Torgelegenheiten aufgefallen, die gegen die Mannschaft von Trainer Christian Streich ungenutzt blieben. „Wir haben einfach zu wenig sauber gespielt“, bemängelte Hütter, der sich immerhin über den Sprung auf Tabellenplatz fünf freuen konnte. Er wird zumindest bis zu diesem Sonntag, an dem der VfL Wolfsburg spielt (18.00 Uhr im F.A.Z.-Liveticker zur Bundesliga und bei Sky), Bestand haben.

          „Insgesamt aber“, rügte der Frankfurter Fußballlehrer, „haben wir zu viele Sachen missen lassen“. Die Ausrede, dass seine Mannschaft nicht im Vollbesitz ihrer Kräfte gewesen sein könnte, es ihr zudem an Schlaf und deshalb an Frische fehle, wollte Hütter nicht gelten lassen: „Das war in der Trainingswoche überhaupt kein Thema.“ In einer Woche, die am Mittwoch mit der Vorbereitung auf das erste Rückrundenspiel startete, weil der Eintracht-Tross erst am Montag nach seinem zehntägigen Übungscamp in den Vereinigten Staaten wieder in Frankfurt angekommen war.

          „Wir waren nicht so frisch“

          Sechs Stunden Zeitdifferenz sowie komplett andere klimatische Bedingungen lasteten auf den Spielern, die nach dem 3:1 gegen den Sportclub darauf zu sprechen kamen und es auch als Grund anführten, warum die spielerische Leistung noch teilweise verbesserungsfähig war. „Wir waren nicht so frisch“, sagte Gelson Fernandes, der das Wiedersehen mit den alten Freiburger Kameraden in unliebsamer Erinnerung behalten wird. Der Schweizer sah in der 31. Minute Gelb – und weil es für ihn schon die fünfte Verwarnung in dieser Bundesligasaison war, muss Fernandes am kommenden Samstag in Bremen zuschauen. „Das war dumm von mir“, sagte der erfahrene Mittelfeldmann. Klug war die Ansprache, die Hütter in der Halbzeitpause an seine Mannschaft gerichtet hatte. „Der Trainer hat uns gesagt: weiter, weiter, weiter“, berichtete Fernandes. Und tatsächlich: Nachdem Haller (36.), Rebic (40.) und Jovic (45.) nach schwachem Beginn endlich die Tore erzielten, die die Eintracht ungefährdet die zweite Hälfte gegen den Sportclub bestreiten ließ, der noch durch Nils Petersen zum 3:1 traf (69.), waren die stürmischen Frankfurter bestrebt, torreich Kurs zu halten. Doch aus dem „weiter, weiter, weiter“ wurde nichts Zählbares.

          Schuss, Tor, Jovic: Der Eintracht-Profi lässt Freiburgs Torhüter keine Chance.

          Dafür durfte sich nach 72 Minuten ein Rückkehrer unter dem Beifall des Publikums verabschieden. Sebastian Rode genoss die Wertschätzung, die man ihm nach seinem Debüt im neuen, alten Eintracht-Trikot entgegenbrachte. „Ich bin sehr zufrieden“, sagte der 28 Jahre alte Mittelfeld-Allrounder. „Ich habe mich unheimlich gefreut, dass ich spielen durfte.“ Und dass die Eintracht verdient siegte und jetzt schon 30 Punkte aus 18 Spielen gewonnen hat. Ein Tag vor der Begegnung gegen Freiburg eröffnete ihm Hütter, dass er auf Anhieb in der Startelf stehen werde. „Das hat mich unheimlich gepuscht und mir extremes Vertrauen gegeben.“ Vertrauen, das der flinke Dauerläufer, beim Frankfurter Führungstreffer Ausgangspunkt als Flankengeber, rechtfertigte. „Ich konnte es wirklich kaum erwarten zu spielen“, sagte der strahlende Rode nach seinem geglückten Heimdebüt: „Ich habe es gewollt.“ Was auch sonst?

          Gewollte hätte auch ein anderer. Aber Carlos Salcedo hatte diesmal keinen Anteil am Erfolg der Eintracht. Der mexikanische Innenverteidiger, in seiner Heimat wegen seiner Zweikampfhärte „El Titan“ genannt, war beim 3:1 im Wortsinne nicht im Spiel. Aus Eintracht-Führungskreisen wurde bestätigt, dass der gegen Freiburg nicht für den Kader berücksichtigte Salcedo womöglich nicht mehr den Dress der Frankfurter überstreifen wird. Den 25-Jährigen zieht es zurück in seine Heimat. Die Eintracht würde sich nach einem Innenverteidiger umschauen - nicht aber nach weiteren Angreifern. „Wenn es dazu kommen sollte, würden wir uns Gedanken machen“, sagte Hütter.

          Im Sturm ist und bleibt derTabellenfünfte bestens besetzt. 29 der 37 erzielten Tore gehen auf das Konto des Trios Haller, Rebic, Jovic. Und zum ersten Mal überhaupt in dieser Saison haben alle drei in einem Spiel gemeinsam getroffen. Darüber hat sich Hütter dann doch noch gefreut.

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