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4:1 gegen den VfB : Die Bayern quälen sich als BVB-Verfolger

  • Aktualisiert am

Ende gut, alles gut: Bayern München erledigt die Pflicht gegen Stuttgart. Bild: Reuters

Bayern München hat mehr Mühe als erwartet: Beim Heimsieg gegen den VfB Stuttgart müssen die Münchner zwischenzeitlich den Ausgleich hinnehmen und dem Pfosten danken. Lewandowsi trifft doppelt, verschießt aber auch einen Elfmeter.

          Dieses Mal hatten die Dortmunder – gegen einen Abstiegskandidaten – vorgelegt und die Münchner mussten – gegen einen Abstiegskandidaten – nachlegen. Damit taten sich die Bayern eine Halbzeit lang ungewohnt schwer, dann aber sprang am Sonntagnachmittag doch ein 4:1-Sieg gegen den VfB Stuttgart in einer Partie heraus, die nicht lange in Erinnerung bleiben wird.

          Kinder, Kinder, wie die Zeit vergeht – und im Fußball ändern sich die Dinge manchmal besonders schnell. Als der VfB in der vergangenen Saison am letzten Spieltag in München antrat, tat er dies mit breiter Brust nach einer überragenden Rückrunde und hatte dann mit dem 4:1-Erfolg beim Meister dafür gesorgt, dass der Abschied von Jupp Heynckes nicht zur rauschenden Party geriet.

          Und nun, etwas mehr als acht Monate später? Viele Illusionen, dass es diesmal wieder etwas mit einem ganz besonderen Paukenschlag werden würde bei den wiedererstarkten Münchnern, machte sich wohl kein Schwabe – auch Trainer Markus Weinzierl nicht. „Ein Unentschieden wäre schon wie ein Sieg“, hatte er gesagt, fünf Spieler gegenüber der Vorwoche ausgetauscht, erstmals den 18 Jahre alten Ozan Kabak, ein elf Millionen Euro teurer Winterzugang von Galatasaray Istanbul, in die Innenverteidigung beordert und seiner Mannschaft eine Taktik verordnet, die von den meisten Bayern-Gegnern gewählt wird: „Hinten kompakt stehen und dann auf Konter lauern.“

          Thiago und sonst nix

          Kann man so machen, kann man aber vor allem viel besser machen als der VfB in der Anfangsphase. Schon nach etwas mehr als vier Minuten war gar nichts von Kompaktheit zu sehen, und sogar Coman dürfte überrascht gewesen sein, wie frei er vor VfB-Torwart Rob-Robert Zieler durch den Stuttgarter Strafraum spazieren durfte. Ein paar Augenblicke später schob Thiago den Ball überlegt an allen zurückgeeilten Gegenspielern vorbei zur Bayern-Führung ins Tor. Das hätte der Auftakt zu einem überaus ungemütlichen Nachmittag für die Schwaben werden können, erst recht, wenn Kimmich wenig später seinen Schuss von der Strafraumgrenze nicht knapp das Tor verfehlt hätte.

          So aber sorgte das schnelle 1:0 zunächst für das Gegenteil: Die einfache Führung bewog die Bayern offenbar dazu, umstandslos in den Feierabend-Modus umzuschalten und Kräfte zu sparen – ganz so, als stünden die Auseinandersetzungen in der Champions League mit dem FC Liverpool unmittelbar bevor. Bis zum 19. Februar und dem Hinspiel in England bleibt allerdings noch etwas Zeit.

          Da blickt Robert Lewandowski noch traurig drein: Der polnische Torjäger verschießt einen Elfmeter.

          Die Bayern der ersten Halbzeit erinnerten an jene Münchner Mannschaft, die im Herbst wichtige Punkte zuhause gegen Freiburg oder Düsseldorf verspielte – und sie hatten sogar noch Glück, zumindest mit einem Remis in die Pause zu gehen. Zunächst hatte Donis (26. Minute) genügend Muße, sich ungestört den Ball richtig zurecht zu legen, bevor er ihn aus 20 Metern unhaltbar für Manuel Neuer unter die Latte schoss. Dafür aber stand der Nationaltorwart nach 33 Minuten entscheidend im Weg, als abermals Donis auf fünf Metern zum Schuss kam und Neuer traf.

          Mehr Geschwindigkeit

          Bayern-Trainer Niko Kovac versuchte, in der zweiten Halbzeit mehr Geschwindigkeit auf den Platz zu bringen – für den defensiven Mittelfeldspieler Javi Martinez kam mit Serge Gnabry ein weiterer Stürmer. Das sollte sich schnell auszahlen – der deutsche Nationalspieler traf nach einem Getümmel vor dem Stuttgarter Tor mit einem von Gentner abgefälschten Schuss (55.) zur abermaligen Führung.

          Kurz danach hätte die Partie binnen Sekunden eine jeweils unterschiedliche Richtung nehmen können. Gonzalez (64.) scheiterte aber erst an Neuer und dann am Pfosten, und im direkten Gegenzug verursachte Kempf reichlich ungeschickt einen Elfmeter, als er Lewandowski auf den Fuß trat. Der Pole trat selbst an – und abermals flog der Ball vom Pfosten zurück ins Feld.

          Es hätte so noch eine zähe Angelegenheit für die Münchner werden können, aber der VfB bot den Bayern eine nächste Chance an, die diese dann nicht ausschlugen: Zieler flog nach einem Eckball völlig unbedrängt an der Flanke vorbei, Goretzka traf per Kopf zum 3:1 (71.) ins leere Tor. Lewandowski erhöhte noch auf 4:1 (84.), und als der kanadische Winterzugang Alphonso Davies danach zu seinem Bundesliga-Debüt kam, war die erste Halbzeit längst vergessen.

          „Wir kommen gut ins Spiel, haben dann aber 35 Minuten überhaupt nicht stattgefunden“, sagte Bayern-Trainer Niko Kovac. „In der zweiten Halbzeit ist es viel besser gelaufen, und wir haben es geschafft, unsere individuelle Klasse mehr ins Spiel zu bringen. Wir haben das Spiel verdient gewonnen, abhaken, weiter geht's."

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