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2:0 gegen Berlin : Bremens Di Santo macht’s doppelt

  • Aktualisiert am

Werders Matchwinner: Franco di Santo nach seinem ersten Tor Bild: dpa

Wer nicht angreift, kann nicht gewinnen: Die Hertha versteckt beim Gastspiel in Bremen ihre Offensive und bleibt im Tabellenkeller. Auf der Gegenseite trifft Franco di Santo doppelt für Werder.

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          Doppel-Torschütze Franco di Santo hat Werder Bremen zum Rückrunden-Start Luft im Abstiegskampf verschafft und die Lage von Hertha BSC verschärft. Der Argentinier schoss die Norddeutschen am Sonntag mit seinen Saisontreffern sieben und acht (43. und 69. Minute) zum 2:0 (1:0)-Heimsieg gegen erschreckend schwache Berliner.

          Dank des vierten Erfolgs im fünften Heimspiel unter Trainer Viktor Skripnik verbesserten sich Bremer auf Tabellenplatz zwölf der Bundesliga. Dagegen werden die Sorgen der Hertha, die auf Rang 15 abrutschte und nur noch einen Punkt Vorsprung auf einen direkten Abstiegsplatz hat, immer größer.

          Die beiden Teams hatten über den Winter auf unterschiedliche Strategien gesetzt. Die Hertha-Spitze entschied sich trotz der bedrohlichen Lage gegen Zukäufe. Stattdessen hoffen die Berliner auf die nach längeren Pausen zurückgekehrten Leistungsträger Fabian Lustenberger und Sebastian Langkamp, die beide in der Startelf standen.

          Bei den Bremern forcierte Coach Skripnik indes den Verjüngungskurs. Die Neuzugänge Jannik Vestergaard (22) und Levin Öztunali (18) durften sofort von Beginn an ran, dagegen fand sich Routinier Clemens Fritz zunächst auf der Bank wieder.

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          Gegen die defensiv eingestellten Gäste bestimmte Werder vor 40.187 Zuschauern im Weserstadion zunächst die Partie und hatte die ersten Chancen. Ein Schuss von Davie Selke, der zehn Meter vor dem Tor plötzlich frei stand, war zu unplatziert (9. Minute). Philipp Bargfredes Versuch aus der Distanz verfehlte knapp das Ziel (20.), ehe Selke erneut an Hertha-Schlussmann Thomas Kraft scheiterte (22.).

          Insgesamt aber war das Niveau des Spiels über weite Strecken mäßig, Stockfehler und eine Reihe rustikaler Fouls verdarben den Zuschauern phasenweise den Spaß. Auch Hertha-Coach Jos Luhukay, der auf eine Reihe verletzter Profis verzichten musste, wendete sich zwischenzeitlich mit Grausen ab. Bei ihren seltenen Kontergelegenheiten blieb die Hauptstadt-Elf ideen- und harmlos.

          So war es durchaus verdient, als der zuletzt länger verletzte Di Santo kurz vor der Pause die Hausherren sehenswert in Führung schoss. Nach Zuspiel von Theodor Gebre Selassie zog der Argentinier von der Strafraumgrenze ab, der Ball senkte sich über Kraft hinweg ins Netz.

          Und die Sorgen der Berliner wurden noch größer: Mittelfeldspieler Peter Niemeyer musste zur Pause verletzt aufgeben. Immerhin hatten die Herthaner den Ernst der Lage erkannt und taten nun mehr fürs Spiel. Gegen die aggressiven Bremer leisteten sich die Gäste aber weiterhin zu viele schnelle Ballverluste. Die Hertha-Fans reagierten sauer. „Wir wollen Euch kämpfen sehen“, schallte es von den Rängen.

          Aber es half nichts. Die Bremer blieben das bessere Team und belohnten sich dafür. Eine Flanke des eingewechselten Fritz versenkte Matchwinner Di Santo per Seitfallzieher am verdutzten Kraft vorbei zum 2:0. Nun zweifelte kaum noch jemand am siebten Heimsieg der Bremer gegen die Hertha nacheinander. In der 78. Minute durfte sich Di Santo den verdienten Applaus abholen, Levent Aycicek kam für ihn aufs Feld. „Die beiden Tore waren schön, aber wichtig sind die drei Punkte, alles andere ist Nebensache“, sagte der Doppeltorschütze nach der Partie, der schon für die nächste Aufgabe am Mittwoch bei 1899 Hoffenheim geschont wurde.

          „Das geht einfach so nicht, dass wir so in die Rückrunde starten“, schimpfte Hertha-Torwart Thomas Kraft auf der anderen Seite. „Wir machen zu viele einfache Fehler, haben nach vorn nicht die notwendige Durchschlagskraft.“ Gegen Bayer Leverkusen müssen die Berliner auf ein Ende der Talfahrt hoffen.

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