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DFL-Sicherheitspapier : Fanvertreter rechnen mit weiteren Protesten

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Vertrauensbruch: Viele Ultras kritisieren, dass die Debatte im Vorfeld symbolisch überhöht worden sei Bild: dpa

Keinen Tag nachdem die Deutsche Fußball-Liga mit deutlicher Mehrheit das Maßnahmenpaket für mehr Sicherheit in Stadien beschließt, kündigen Fanvertreter weitere Proteste an. Eine Eskalation befürchten sie jedoch nicht.

          Michael Gabriel, Leiter der Koordinationsstelle Fanprojekte (Kos), rechnet wegen des neuen Sicherheitskonzepts im deutschen Fußball mit weiteren Protesten vonseiten der Anhänger. „Ja, die wird es geben, auch weil die Debatte im Vorfeld so symbolisch überhöht war und das Ergebnis aus Fan-Perspektive nicht zufriedenstellend ist“, sagte er der Nachrichtenagentur dpa. Er gehe davon aus, dass die Proteste auch weiterhin beeindruckend und konstruktiv sein würden. „Das bedeutet: Hallo, wir sind da, wir wollen eingebunden und ernst genommen werden. Das ist der Subtext, der in den Protesten steckt. Wir hoffen, dass dieses Signal angekommen ist.“

          „Verloren gegangenes Vertrauen“

          Durch die Aktion „12:12“ hatten an den vergangenen drei Spieltagen die Anhänger in den Bundesliga-Arenen mit Schweigen während der ersten zwölf Minuten und zwölf Sekunden der Partien ihren Unmut ausgedrückt. Am Mittwoch hatten die 36 Profivereine mit großer Mehrheit ein Maßnahmenpaket für mehr Sicherheit in den Stadien verabschiedet. Es werde zentral sein, ob es der Fußball schaffe, „das verloren gegangene Vertrauen der Fans zurückzugewinnen“, meinte Gabriel. „Da muss es große Anstrengungen geben bei Vereinen, DFB (Deutscher Fußball-Bund d. Red.) und DFL (Deutscher Fußball Liga).“

          Die Organisatoren des Schweigeprotests rechnen mit einer Fortsetzung der Aktion. „Ich gehe davon aus, dass ab morgen, wenn der letzte Spieltag der Hinrunde beginnt, auf jeden Fall noch einmal zwölf Minuten und zwölf Sekunden geschwiegen wird“, sagte Philipp Markhardt, Sprecher von „ProFans“ und der „12:12“-Kampagne an diesem Donnerstag. In der Winterpause werde man sich zusammensetzen und sehen, „wie wir weiterverfahren werden“, erzählte Markhardt. Von einem möglichen Boykott eines kompletten Spieltags habe er auch gehört. „Das halte ich aber für relativ unwahrscheinlich.“ Eine Eskalation der Proteste befürchtet der Fanvertreter nicht, „denn das wäre absolut kontraproduktiv und das wissen natürlich auch die Gruppen, die in der Initiative zusammengeschlossen sind.“

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