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DFL positioniert sich : Heiliges Wochenende

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Klare Botschaft: DFL-Geschäftsführer Christian Seifert verwahrt sich gegen Wochenendspiele in internationalen Wettebwerben. Bild: dpa

Die DFL positioniert sich gegen Expansionspläne der internationalen Verbände. Sie würden das nationale Fußballgefüge „im Kern erschüttern“, so Geschäftsführer Seifert.

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          Die Deutsche Fußball Liga (DFL) hat die internationalen Verbände gewarnt, ihre Wettbewerbe zu erweitern und Spieltage auf das Wochenende zu verlegen. „Sollte diese rote Linie überschritten werden, dann werden wir auch juristische Schritte prüfen müssen. Sie (die Wochenenden/d.Red.) sind die Herzkammern des Fußballs. Es wäre nicht akzeptabel, wenn durch solche Maßnahmen ein gesamtes nationales Fußballgefüge im Kern erschüttert würde. Und das würde es“, sagte DFL-Geschäftsführer Christian Seifert am Dienstag auf dem Neujahrsempfang der DFL in Frankfurt.

          Anno Hecker
          Verantwortlicher Redakteur für Sport.

          Er bezog sich dabei auf kolportierte Pläne der Europäischen Fußball-Union (Uefa) und des Internationalen Fußball-Verbandes (Fifa): „Wir beurteilen die möglicherweise weiter ausufernden Wettbewerbsideen sehr kritisch“, erklärte Seifert.

          Im Gegensatz zu seiner Rede vor einem Jahr bei gleicher Gelegenheit lobte er die Entwicklung der Bundesliga. Damals hatte Seifert unter anderem die Leistungen der Vereine unterhalb der Champions League (Spielplan, Ergebnisse und Termine für das Achtefinale) kritisiert. Am Dienstag zollte er ein gutes halbes Jahr nach dem Desaster der Nationalmannschaft in Russland dem Deutschen Fußball-Bund (DFB) großen Respekt für dessen Arbeit im zweiten Halbjahr. Mit Blick auf den Erfolg bei der Wahl um die Europameisterschaft 2024 dankte Seifert namentlich DFB-Präsident Reinhard Grindel für die „sehr gute“ Bewerbung. Die Würdigung wertete Grindel gegenüber dieser Zeitung als Zeichen für ein „gutes, professionelles Miteinander“.

          Die DFL hatte den von den Landesverbänden 2016 an die DFB-Spitze gehobenen Grindel zunächst kritisch betrachtet. Parallel zur WM entflammte die Kritik aus der Bundesliga am 58 Jahre alten Hamburger noch einmal. Seitdem der DFB den Zuschlag für die EM erhielt, sitzt Grindel wieder fest im Sattel. Im Herbst will er für die nächste Amtszeit kandidieren. Eine Gegenkandidatur zeichnet sich nicht ab.

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