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DFL-Konzept : Spahn stärkt Bundesliga trotz „Fall Kalou“ den Rücken

  • Aktualisiert am

Sieht Bundesliga gut gerüstet: Gesundheitsminister Jens Spahn hält eine Fortsetzung der Saison für möglich. Bild: dpa

Das Facebook-Video von Salomon Kalou hat für Aufregung gesorgt. Gesundheitsminister Jens Spahn zweifelt dennoch nicht an den Plänen zur Fortsetzung der Bundesliga. Bayerns Ministerpräsident Markus Söder sieht das DFL-Konzept „in Verruf“ gebracht.

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          Auch nach dem Video von Hertha-Profi Salomon Kalou hat Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) keinen Zweifel am Hygiene-Konzept der Deutschen Fußball Liga (DFL). „Das grundsätzliche Konzept macht Sinn und kann auch Vorbild sein im übrigen für andere Profisport-Bereiche. Aber dann muss es auch gelebt werden“, sagte der Politiker am Dienstagmorgen im Deutschlandfunk.

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          Deswegen sei es wichtig gewesen, dass der Berliner Verein nach diesem Video auch Konsequenzen gezogen hat. „Und ich hoffe, dass jetzt alle verstanden haben, dass es hier um etwas geht“, meinte Spahn weiter.

          Kalou hatte am Montag über Facebook ein Video veröffentlicht. Dies zeigte unter anderen, wie bei seinem Mitspieler Jordan Torunarigha eine Probe für einen Corona-Test genommen wird. Zudem hatte der 34-Jährige Gespräche in der Umkleidekabine unter anderem mit Teamkollege Vedad Ibisevic aufgenommen. Während der Video-Sequenz gab Kalou immer wieder Mitspielern oder Vereinsmitarbeitern die Hand und verstieß damit gegen die von der DFL in ihrem Konzept gemachten Vorgaben. Kalou wurde noch am Montag von Hertha BSC suspendiert.

          Neustart am 15. Mai?

          Am Mittwoch soll bei einer Konferenz von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) mit den Ministerpräsidenten entschieden, ob und - wenn ja - wann die Bundesliga und die zweite Bundesliga trotz der Corona-Pandemie ihren Spielbetrieb wieder aufnehmen darf. Dafür hat die DFL ein Hygienekonzept mit Serientests bei allen 36 Profiteams ausgearbeitet, das unter anderem von Spahns Ministerium und vom Arbeitsministerium begutachtet worden ist. Nach Informationen der Nachrichtenagentur Reuters soll die Politik bereit sein, der Bundesliga einen Neustart am übernächsten Wochenende zu gestatten.

          Spahn bezeichnete die Bundesliga auch als „Exportschlager“. Es sei klar, dass die Tests zunächst für das Gesundheitswesen verwendet werden. Und wenn dann noch etwas ginge, könne auch in der Bundesliga getestet werden. „Dann glaube ich, macht es Sinn im Profisport, Schritt für Schritt in einem neuen Alltag zu kommen. Aber der muss auch gelebt werden.“ Das müssten die Vereine garantieren können.

          Söder sieht „Konzept in Verruf“ gebracht

          Bayerns Ministerpräsident Markus Söder hat sich kritisch zur jüngsten Video-Posse um Fußballprofi Salomon Kalou von Hertha BSC geäußert. „Da macht die Liga hervorragende Konzepte, und dann gibt es Einzelspieler, wie jetzt zu lesen war, die sich sehr, sehr, sehr unglücklich verhalten. Ich finde auch gut, dass Profivereine sehr hart dagegen entscheiden, weil das bringt das ganze Konzept in Verruf“, meinte der CSU-Politiker.

          Söder war am Dienstag nicht direkt auf Kalou angesprochen worden. Er nannte von sich aus das Beispiel, als es um Regelungen und deren Umsetzung bei der langsamen Öffnung gesellschaftlicher Bereiche in der Corona-Krise ging.

          Der FDP-Vorsitzende Christian Lindner hat harte Strafen für Fußballprofis wie den Hertha-Spieler Salomon Kalou gefordert, die sich nicht an Hygiene- und Abstandsregeln halten. „Das ist ein Warnschuss für alle, dass jeder Verantwortung tragen muss“, sagte Lindner am Dienstag der Deutschen Presse-Agentur in Berlin. „Solches individuelle Fehlverhalten muss daher so streng geahndet werden, dass es selbst Fußballmillionären richtig weh tut. Dennoch darf daraus nun kein Schaden für die Liga insgesamt entstehen.“ Lindner befürwortet es aber weiter, die Fußballsaison mit Spielen ohne Publikum fortzusetzen - bei strenger Einhaltung von Hygieneauflagen.

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