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DFL macht DFB Druck : DFL fordert Neuerung des Schiedsrichterwesens

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Die DFL hält nach den bisherigen Pannen eine Neuordnung des Schiedsrichterwesens in der Bundesliga für unausweichlich. Bild: dpa

Auch nach der Absetzung von Hellmut Krug geht die Diskussion um den Videobeweis weiter. Die DFL fordert unter anderem eine Neuordnung des Schiedsrichterwesens.

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          Die Deutsche Fußball Liga (DFL) hat eine „eigenständige Organisation des Schiedsrichterwesens“ in der Ersten und Zweiten Bundesliga unter ihrer Beteiligung gefordert. Das erklärte die Liga am Dienstag in Frankfurt. „Angesichts der wirtschaftlichen Dimension, in denen sich der Profi-Fußball mittlerweile bewegt“, erscheint der DFL dieser Schritt unverzichtbar.

          Sie verwies dabei auf ihre Mitfinanzierung und will sich in den Prozess einbinden lassen, ohne die „Hoheit des DFB“ zur Vermeidung von Interessenkonflikten untergraben zu wollen: „Hierzu wird die DFL, die derzeit rund 17 Millionen Euro jährlich in das Schiedsrichterwesen inklusive Torlinientechnologie und Video-Assistent investiert, dem DFB einen Vorschlag übermitteln“, heißt es weiter.

          Ohne Rücksicht auf Namen und Positionen sei es erforderlich, die organisatorischen Strukturen und Verantwortlichkeiten den massiv gestiegenen Erfordernissen im Sinne von Transparenz und klaren Verantwortlichkeiten anzupassen. DFL-Präsident Reinhard Rauball kritisiert in der Mitteilung das Management des Video-Beweises: „Die Pilotphase des Video-Assistenten hat schonungslos Probleme offengelegt, die es an einigen Stellen schon lange gibt und nun endlich behoben werden müssen.“

          Zuvor hatte der Deutsche Fußball-Bund die Schwächen eingeräumt und im Zuge der Diskussion den Projektleiter Hellmut Krug am Montag dieses Amtes enthoben. Krug gehört auch zu den zentralen Figuren des Schiedsrichterstreits. Er war unter anderem von dem Unparteiischen Manuel Gräfe angegriffen worden. Vorwürfe wie „Vetternwirtschaft“ und eine Manipulation von Bewertungen konnten weder der DFB intern noch die Ethik-Kommission des Verbandes klären.

          Auf die anonym veröffentlichte Klage, Krug habe Video-Assistenten beeinflusst, in einem Fall etwa zu Gunsten des FC Schalke 04, reagierte der DFB mit einer Klärung der Zuständigkeiten. Von sofort an werden die Supervisor während der Bundesligaspiele nur noch Beobachter der Video-Assistenten sein und keinen Kontakt zu ihnen haben. Die Kritik der DFL am Schiedsrichterwesen trifft sie auch selbst. Krug war 2007 zum Liga-Verband gewechselt.

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