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DFB und die Corona-Krise : König Fußball hat abgedankt

Das Virus hat den Fußball stillgelegt, der DFB aber sich selbst: Präsident Fritz Keller gibt auch nicht immer eine gute Figur ab. Bild: Picture-Alliance

Zu Beginn der Corona-Krise fühlte sich der Fußball unantastbar. Nun steckt er im Abstiegskampf. Die Politik macht mit ihm, was sie will. Und der DFB ist kaum sichtbar. Er hat sich selbst stillgelegt.

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          Markus Söder hat dem Fußball in dieser Woche gezeigt, wie man mit ihm spielt. Als bayerischer Landesvater sonnte er sich am Montag im Glanz des Henkelpotts. Den hatte der FC Bayern nach dem Gewinn der Champions League mit nach München gebracht. Drei Tage später zeigte auch Söder als Corona-Krisenmanager im Berliner Kanzleramt dem deutschen Fußball kühl die Rote Karte für dessen Plan, zur neuen Bundesligasaison wenigstens vor ein paar Zuschauern spielen zu dürfen. Der Fußball war bei der Entscheidung der Bundeskanzlerin und der 16 Ministerpräsidenten zu einer x-beliebigen Verhandlungsmasse im großen Corona-Paket herabgesunken. Die Politik hat verstanden, dass sie mit dem Fußball mittlerweile machen kann, was sie will: streicheln oder treten, je nach Nützlichkeit und Tagesform. König Fußball hat abgedankt.

          Die Geisterspiele in den deutschen Bundesligen gehen wegen der zuletzt wieder steigenden Infektionszahlen bis mindestens Ende Oktober in die Verlängerung, womöglich bis Ende des Jahres. Bis dahin sind auch alle anderen Großveranstaltungen abgesagt. Niemand kann wissen, wann ein volles Stadion, in dem die Menschen schreien, singen, sich umarmen und küssen, wieder als Zeichen von Lebenslust wahrgenommen wird. Aus dem Fußball als emotionalem Massenerlebnis ist die Luft raus.

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