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DFB und Nada : Nur 75 bis 100 Bluttests im Fußball

Kontrolle ist besser, aber noch nicht gut genug: Der Fußball führt rund 75 Blutkontrollen pro Jahr ein Bild: Wonge Bergmann

Die Anti-Doping-Agentur Nada und der DFB einigen sich: In der kommenden Saison wird es 75 Blutkontrollen geben. Diese haben allerdings nur reduzierte Aussagekraft, da es sich nur um Trainingskontrollen handelt.

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          In der neuen Fußball-Saison wird es erstmals Blutkontrollen zur Entdeckung von möglichem Doping in der ersten und zweiten Bundesliga sowie in den Nationalmannschaften geben. Das ist das Ergebnis von monatelangen Verhandlungen zwischen dem Deutschen Fußball-Bund, der Deutschen Fußball-Liga und der Nationalen Anti-Doping-Agentur (Nada). Die Parteien würdigten den Vertrag als Fortschritt im Kampf gegen die Manipulation. In der vergangenen Saison hatte die Nada 500 Dopingkontrollen auf der Basis von Urinabgaben im Fußball analysieren lassen. Bei diesem Umfang bleibt es.

          Anno Hecker
          Verantwortlicher Redakteur für Sport.

          Rund 15 bis 20 Prozent dieser Überprüfungen werden nun Blutproben sein, also etwa 75 bis 100. Der Vertrag hat keine Auswirkungen auf die Wettkampfkontrollen, die der Fußball nach wie vor selbst organisiert. Und zwar zur Zufriedenheit der Nada, wie Vorstand Lars Mortsiefer erklärte. Längst nicht alle Sportverbände arbeiteten so professionell.

          Ausnahmslos während des Trainings

          Ein großer Schwachpunkt ist die geringe Zahl der Blutkontrollen. Die Nada machte kein Hehl daraus, dass sie gerne mehr im Fußball angesetzt hätte. Hochgerechnet werden im Schnitt pro Verein nicht einmal zwei Profis pro Jahr einen Tropfen Blut abgeben müssen. Zwar hat die Nada freie Hand bei der Wahl der Kontrollart. Aber der vom Fußball bereitgestellte Etat reicht nicht aus für wesentlich mehr Blutuntersuchungen, falls die Überprüfung mittels Urin-Kontrollen nicht entscheidend reduziert werden soll.

          Dass die Blutkontrollen ausnahmslos während des Trainings und nicht unmittelbar nach den Spielen (Wettkampfkontrollen) genommen werden dürfen, reduziert auch die Aussagekraft des Projektes. Zwar kann Blut-Doping - etwa mit dem Medikament Erythropoietin - auch im Urin nachgewiesen werden. Aber die zum Beispiel durch Eigenbluttransfusion kurz vor einem Spiel veränderten Blutwerte werden weiterhin nicht erfasst. Damit drohen Lücken bei der Erstellung eines Blutprofils, an dem man indirekt einen hinreichenden Manipulationsverdacht ablesen könnte.

          Mit höchstens 100 Blutkontrollen unter rund 900 Erst- und Zweitliga-Spielern lassen sich keine aussagekräftigen Erkenntnisse im Fußball gewinnen. Angesichts der kleinen Zahl von Blutproben werden sich die Kontrolleure auf die besten Spieler konzentrieren, also auf die Mitglieder der Nationalmannschaft und den erweiterten Kreis der Auswahl. Die Kontrollen sollen in der Winterpause, vor wichtigen Spielen und vor der Weltmeisterschaft 2014 in Brasilien stattfinden.

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