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DFB-Sportgerichtsverhandlung : Das Urteil fällt erst am Montag

  • Aktualisiert am

Hauptzeuge vor dem DFB-Sportgericht: Schiedsrichter Wolfgang Stark Bild: dpa

Die Urteilsverkündung des DFB-Sportgerichts nach dem Chaosspiel zwischen Düsseldorf und Hertha wird vertagt. Nach stundenlanger Beweisaufnahme gibt es erst am Montag ein Ergebnis. Aber selbst dann muss der Fall noch nicht abgeschlossen sein.

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          Die Entscheidung über den Einspruch von Hertha BSC gegen die Wertung des Relegations-Rückspiels bei Fortuna Düsseldorf fällt erst am Montag. Das Sportgericht des Deutschen Fußball-Bundes vertagte sich am Freitag in Frankfurt nach mehr als sechsstündiger Beweisaufnahme. Die Verhandlung soll am Montag fortgesetzt werden. Dann soll um 15.00 Uhr das Urteil verkündet werden.

          Hertha hatte nach der 2:2 ausgegangenen Partie in Düsseldorf Protest eingelegt. Weil Fortuna-Anhänger schon vor dem Abpfiff den Rasen stürmten, hatte Schiedsrichter Wolfgang Stark das Spiel für 21 Minuten unterbrochen. Als die Fans den Rasen wieder verlassen hatten, pfiff der Referee die Partie noch einmal für 93 Sekunden an. Einen Tag später legte die Hertha Einspruch ein. „Ein regulärer Spielbetrieb war für uns nicht mehr möglich“, begründete Manager Michael Preetz den Schritt.

          Schiedsrichter Stark trat am Freitag als Hauptzeuge bei der Verhandluung vor dem Sportgericht in der DFB-Zentrale in Frankfurt auf. Er ist beim Skandalspiel von Düsseldorf nach eigenen Angaben ganz massiv von Spielern von Hertha BSC angegriffen worden und hat einen Bluterguss am Hinterkopf erlitten.

          Stark sprach von einer „Hetzjagd“, vier bis fünf Berliner Profis hätten versucht, nach dem Schlusspfiff die Schiedsrichter-Kabine zu stürmen. „Der Spieler Kobiaschwili hat mit ausgestrecktem Arm, mit der Faust in meine Richtung geschlagen. Ich duckte mich kurz ab und wurde am Hinterkopf getroffen“, sagte der Unparteiische.

          „So bin ich noch nicht behandelt worden“

          Wenn er sich nicht an einem Geländer habe festhalten können, wäre er fünf bis sechs Meter die Treppe hinuntergestürzt. Starks Assistent Mike Pickel und der vierte Offizielle, Markus Wingenbach, bestätigten den Vorfall. Stark sagte, er sei weiter attackiert worden. So habe ihn Christian Lell am Arm gepackt. Beleidigungen wie „Du feige Sau!“ und „Du feiges Schwein!“ seien gefallen.

          Gegen Lewan Kobiaschwili, Christian Lell, Thomas Kraft und Andre Mijatovic hat der DFB-Kontrollausschuss Ermittlungen eingeleitet. Darüber wurde bei dieser Sitzung am Freitag aber nicht verhandelt. Mijatovic, so Stark, habe ihn als „Wichser“ bezeichnet. Stark hatte schon vor der DFB-Verhandlung Anzeige wegen Körperverletzung gegen einen Berliner Spieler bei der Polizei gestellt.  „So bin ich noch nicht behandelt worden. Ich hatte Angst nach dem Spiel und ich war den Tränen nahe. So was habe ich in meiner Schiedsrichter-Laufbahn noch nicht erlebt“, sagte der WM-Referee.

          Der Rasen in Düsseldorf wird wieder nachwachsen, die Schäden für den Fußball bleiben Bilderstrecke

          Die Sportgerichtsverhandlung begann um 13.30 Uhr unter großem Medieninteresse in der DFB-Zentrale. Düsseldorf war vertreten unter anderen durch Finanzvorstand Paul Jäger und Anwalt Horst Kletke, Hertha durch Manager Michael Preetz und Anwalt Christoph Schickhardt.

          Schon während der Verhandlung wurde deutlich, dass woomöglich am Freitag gar kein Urteil fallen werde. Alleine die Beweisaufnahme dauerte fünfeinhalb Stunden. Richter Lorenz sprach von einem „ungeheuren Zeitdruck“ angesichts der Tatsache, dass die Bundesliga-Saison eigentlich längst abgeschlossen ist. Aber selbst nach der Urteilsverkündung am Montag muss der Fall nicht abgeschlossen sein: Beide Klubs können nach einem Urteil in erster Instanz noch vor das DFB-Bundesgericht ziehen.

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