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DFB-Sportgericht : Kobiaschwili für ein halbes Jahr gesperrt

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Kobiaschwili zeigte sich geständig und entging dadurch wohl einen längeren Zwangspause Bild: dpa

Nach seinem Faustschlag gegen Schiedsrichter Wolfgang Stark darf Lewan Kobiaschwili in diesem Jahr kein Fußball mehr spielen. Ein Geständnis verhindert eine längere Zwangspause.

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          So lange wurde noch kein Bundesliga-Spieler geperrt: Wegen eines Faustschlages in der Relegation zwischen Fortuna Düsseldorf und Hertha BSC ist Lewan Kobiaschwili zu einer Rekordstrafe verurteilt worden. Wie der Deutsche Fußball-Bund (DFB) mitteilte, hat das DFB-Sportgericht den Georgier in Diensten des Hauptstadtclubs trotz seines Geständnisses für 30 Wochen bis zum Ende des Jahres suspendiert.

          „Ich werde dieses Urteil akzeptieren, damit ich weiter Fußball spielen kann. Meine Familie und ich haben in der letzten Zeit sehr gelitten, daher bin ich jetzt sehr froh, dass das Verfahren abgeschlossen ist“, sagte Kobiaschwili. Sein Vertrag in Berlin läuft noch bis Ende Juni 2013. Die Rückrunde könnte der bald 35 Jahre alte Kobiaschwili damit noch für die Hertha spielen.

          Gnädiges Sportgericht

          Gnädig zeigte sich das DFB-Sportgericht bei Berlins Torhüter Thomas Kraft und Kapitän Andre Mijatovic. Wegen Schiedsrichter-Beleidigung muss Kraft bei vier Pflichtspielen seines Vereins pausieren. Mijatovic erhielt eine Sperre von drei Partien. Auch diese beiden hatten ihre Verfehlungen zugegeben. Ursprünglich hatte der Kontrollausschuss für Kraft fünf und für Mijatovic vier Spiele Sperre gefordert.

          Hertha akzeptierte die reduzierten Strafen - dagegen hat der Club über einen Einspruch gegen die Wertung des Relegationsspiels immer noch nicht entschieden. Mit seinem Urteil zu Kobiaschwili lag das DFB-Sportgericht deutlich unter der Forderung des DFB-Kontrollausschusses. Dieser hatte für Kobiaschwili eine einjährige Sperre gefordert.

          Die bisherige Rekordsperre hatte bisher der vor kurzem gestorbene Timo Konietzka inne. Im Trikot des TSV 1860 München war er in der Saison 1966/67 wegen einer Tätlichkeit gegen einen Schiedsrichter im Spiel gegen seinen ehemaligen Verein Borussia Dortmund zu einem halben Jahr Spielpause verurteilt worden.

          Hohe Einkommensverluste

          „Bei der Bemessung der Sperre für Lewan Kobiaschwili wurde insbesondere sein Geständnis berücksichtigt, das auch auf das Strafverfahren und einen möglichen Zivilrechtsstreit ausstrahlen kann“, sagte der Vorsitzende Richter Hans E. Lorenz. „Im Übrigen erleidet der Spieler durch die Sperre hohe Einkommensverluste.“

          Kobiaschwili hatte nach dem Abpfiff des Chaos-Spiels am 15. Mai (2:2) und dem damit verbundenen sportlichen Abstieg der Hertha in die 2. Liga Schiedsrichter Wolfgang Stark auf dem Treppenabgang des Spielertunnels von hinten mit einem Faustschlag am Hinterkopf getroffen. Der Unparteiische kam darauf ins Straucheln und konnte nur durch das Abstützen am Treppengeländer einen Sturz vermeiden. Er erlitt ein Hämatom im Nackenbereich. Der Unparteiische erstattete daraufhin Strafanzeige gegen Kobiaschwili.

          Thomas Kraft (r.) muss vier, Andre Mijatovic (l.) drei Spiele zuschauen Bilderstrecke

          Die Sperre des Georgiers wird rückwirkend auf den 16. Mai datiert und endet am 31. Dezember dieses Jahres, also auf 210 Tag festgesetzt. Der Defensivspezialist darf in dieser Zeit weder Pflicht- noch Freundschaftsspiele seines Vereins absolvieren.

          Offen ist noch das Strafmaß für den Berliner Christian Lell. Wegen einer Tätlichkeit gegen seinen Gegenspieler und Schiedsrichter-Beleidigung hatte der DFB-Kontrollausschuss eine Sperre von sechs Meisterschaftsspielen beantragt. Er soll in der Nachspielzeit seinen Gegenspieler Assani Lukimya angespuckt und nach Spielschluss den Unparteiischen beleidigt haben. Mit einem Urteil des Sportgerichts sei noch im Laufe dieser Woche zu rechnen, teilte der DFB mit. Lell hat sich mittlerweile bei Lukimya entschuldigt.
           

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