https://www.faz.net/-gtm-a05te

DFB und Fußballer-Protest : An den Regeln wachsen

  • -Aktualisiert am

Jadon Sancho fordert „Gerechtigkeit für George Floyd“ und wird dafür vom DFB nicht bestraft. Bild: AFP

Der DFB bestraft die Spieler, die in der Bundesliga protestieren, nicht und erspart sich damit viele Diskussionen. Doch wer Regeln macht, die ernst genommen werden sollen, muss zu ihnen stehen. Wenn dem DFB das nicht möglich ist, muss er sie ändern.

          1 Min.

          Auch Roger Federer hat das schwarze Rechteck getwittert, das Solidarität mit der Bewegung „Black Lives Matter“ signalisieren soll. Coco Gauff allerdings hat diese Pose des Welt-Höchstverdieners im Sport nicht genügt. Das Tennis-Wunderkind ist zwar erst 16. Aber nicht so leicht zu beeindrucken. Sie hat Federer umgehend ein paar nützliche Links geschickt zu Spendenkonten und Unterschriftenlisten. Dort kann er nun seine tiefempfundene Solidarität mit den unterdrückten Schwarzen materiell ausleben. Recht hat Coco Gauff! Sie kann zwischen Worten und Taten unterscheiden.

          Die Online-Flatrate: F+
          FAZ.NET komplett

          Zugang zu allen exklusiven F+Artikeln. Bleiben Sie umfassend informiert, für nur 2,95 € pro Woche.

          Jetzt 30 Tage kostenfrei testen

          Was wir daraus schließen können? Dass es viele andere, konkretere Möglichkeiten gibt, seine Ansichten zu vertreten als mit Parolen und Symbolen. Auch das Verbot der Sportverbände, politische Meinungen auf den Platz zu tragen, heißt ja nicht, dass sie diese unterdrückten. Aber dort generieren sie nur deshalb Aufmerksamkeit, weil der Absender einen super Aufschlag servieren oder kunstvoll durch Abwehrreihen dribbeln kann – und seine Mitspieler und Konkurrenten ähnliche Stärken haben. Sportskanonen sind nicht per se ethisch-moralische Überflieger. Das können sie höchstens zusätzlich sein, und dann werden sie sich Gelegenheit verschaffen, sich außerhalb der Arena zu profilieren.

          Testen Sie unsere Angebote.
          Jetzt weiterlesen

          Testen Sie unsere Angebote.
          F.A.Z. PLUS:

            FAZ.NET komplett

          F.A.Z. PLUS:

            im F.A.Z. Digitalpaket

          : Aktion

          Diese und viele weitere Artikel lesen Sie mit F+

          Donald Trump in Ohio am 6. August

          Streit um Wechat : Trump bannt Chinas Lebensader

          Die Super-App Wechat ist das chinesische digitale Taschenmesser für alles. In Amerika kommunizieren mehr als drei Millionen Chinesen nach Hause – wie Wendy Tang. Die Studentin glaubt, der amerikanische Präsident schlage seine letzte Schlacht.