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DFB-Pokal : Mainz 05 und die verflixte erste Runde

  • -Aktualisiert am

Überstehen Bo Svensson und Mainz 05 die erste Pokal-Runde? Bild: dpa

Der FSV Mainz 05 und der DFB-Pokal: Das ist eine besondere Leidensgeschichte. Nun geht es zum Regionalligaklub Elversberg. Zwei Personalien möchte der Trainer vorher nicht verraten.

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          Unterhalten sich alteingesessene Fans des FSV Mainz 05 über den DFB-Pokal, fallen garantiert Sätze wie: „Mir fliege eh direkt raus.“ Der Wettbewerb hat offenbar so manchen Anhänger des Bruchwegklubs traumatisiert, und tatsächlich bietet dessen jahrzehnteübergreifendes Abschneiden keinen Anlass, von einer Erfolgsgeschichte zu reden. Auch wenn die Rheinhessen seltener in der ersten Runde scheiterten, als es sich im kollektiven Gedächtnis festgesetzt hat.

          DFB-Pokal

          Doch Niederlagen wie das 1:2 nach Verlängerung in Lübeck (2009), dem die Entlassung des Aufstiegstrainers Jörn Andersen folgte, das 4:5 im Elfmeterschießen beim Chemnitzer FC (2014, nach 120 Minuten stand es 5:5) oder das schmachvolle 0:2 in Kaiserslautern vor zwei Jahren, bei dem sich zudem die Mainzer Ultras komplett danebenbenahmen, bleiben haften. Stärker jedenfalls als unspektakuläre Erstrundensiege in Cottbus oder Lüneburg.

          Mit einem solchen könnten die Mainzer an diesem Sonntag gut leben, wenn sie in der ersten Hauptrunde bei der SV Elversberg antreten. Beim Südwest-Regionalligaklub aus dem Saarland, vom langjährigen Bundesligaprofi Horst Steffen trainiert, der die vorige Saison als Tabellenzweiter beendete und in diesem Jahr einen abermaligen Anlauf Richtung Dritte Liga nehmen wird. „Das ist kein normaler Regionalligist, sondern eigentlich ein Drittligist“, warnt 05-Trainer Bo Svensson davor, den Gegner zu unterschätzen. Das habe die SVE in den jüngsten Testspielen mit einem Sieg über den SV Wehen Wiesbaden und einer knappen Niederlage gegen den 1. FC Köln unterstrichen.

          „Ich bin sehr privilegiert“

          Die Vorbereitung auf diese Partie sah nicht wesentlich anders aus als vor einem Bundesligaspiel. Zu den Videoanalysen kamen die Informationen, die U-23-Trainer Bartosch Gaul aus den Aufeinandertreffen mit den Elversbergern in der vorigen Saison beisteuern konnte. Svenssons Erkenntnis: „Sie spielen einen guten Fußball, sind gut in ihren Abläufen drin, und sie treten nicht nur passiv auf, sondern arbeiten aktiv gegen den Ball.“

          Mit welchem Personal er im Waldstadion Kaiserlinde antreten wird, sagte Svensson bei der Pressekonferenz am Freitagmittag nicht. Theoretisch steht der komplette Kader zur Verfügung, wobei es abzuwarten bleibe, ob die verspätet ins Training eingestiegenen Akteure – also die Europameisterschaftsteilnehmer, der zunächst an einer Fußverletzung laborierende Koreaner Jae-sung Lee und der in der vorigen Woche verpflichtete Olympiarückkehrer Anton Stach – schon ihr Potential ausschöpfen könnten. „Aber körperlich sieht es bei allen gut aus.“

          Zwei Personalien mochte Svensson noch nicht verraten: Wer die Mannschaft als Kapitän aufs Feld führen wird – und wer im Tor stehen wird, ob Robin Zentner, der Stammkeeper der vorigen Saison, oder sein Herausforderer Finn Dahmen, der Schlussmann der U-21-Europameisterelf. In der Spielführerfrage blockt er schon deshalb ab, weil er sie für überbewertet hält und keinen Grund sieht, Schlagzeilen zu liefern.

          „Ich bin sehr privilegiert, weil ich sieben, acht Kandidaten habe, die es machen könnten. Und ich weiß, dass sie auch dann eine Führungsrolle einnehmen können, wenn sie die Kapitänsbinde nicht tragen.“ Was die künftige Nummer eins zwischen den Pfosten angeht, kommen nur zwei Leute infrage: Zentner, der bisherige Stammkeeper, und Dahmen, der U-21-Europameister. An diesem Sonntag (15.30 Uhr im F.A.Z.-Liveticker zum DFB-Pokal und bei Sky) wird Svensson in Elversberg das Geheimnis lüften.

          Seine eigenen Erinnerungen an den DFB-Pokal sind übrigens breit gefächert, liegen aber deutlich über dem 05-Durchschnitt. 2008 war Svensson an der einzigen Mainzer Halbfinalteilnahme beteiligt, als die zweitklassigen Rheinhessen bei Bayer Leverkusen 1:4 nach Verlängerung unterlagen. Vier Jahre später drangen sie immerhin bis ins Viertelfinale gegen den SC Freiburg vor, in dem sie 2:0 führten, aber 2:3 verloren. „Und in der ersten Runde bin ich auch schon gescheitert“, verschweigt der Däne die Pleite in Lübeck nicht. „Ich habe alles erlebt, außer ins Finale zu kommen.“

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