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Nach Hopp-Schmähungen : Ermittlungen gegen Dortmund-Fans

  • Aktualisiert am

Die BVB-Fans provozierten mit ihren Plakaten und Bannern gegen TSG-Mäzen Dietmar Hopp. Bild: dpa

Anhänger des BVB provozierten beim Bundesligaspiel in Hoffenheim mit drastischen Plakaten und Bannern gegen TSG-Mäzen Dietmar Hopp. Das könnte nun ernste Konsequenzen nach sich ziehen.

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          Nach den Anfeindungen gegen Dietmar Hopp hat der Kontrollausschuss des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) wie erwartet Ermittlungsverfahren eingeleitet. Wie der DFB am Montag bestätigte, richten sich diese sowohl gegen die TSG Hoffenheim als auch gegen Borussia Dortmund. Beide Vereine wurden in einem ersten Schritt um Stellungnahmen zu den Vorfällen gebeten.

          Bundesliga

          Unmittelbar vor dem Anpfiff der Bundesligapartie am Samstag (1:1) hatten die Zuschauer im Dortmunder Auswärtsblock ein riesiges Banner entrollt, auf dem TSG-Mehrheitseigner Hopp auf einem Foto in einem roten Fadenkreuz zu sehen war. Auch waren abermals Schmähgesänge zu vernehmen. Gegen die TSG ermittelt der Kontrollausschuss deshalb wegen des Verdachts auf „nicht ausreichenden Ordnungsdienst“. Der BVB muss sich für das „unsportliche Verhalten der Anhänger“ verantworten.

          Bereits am Samstag hatte sich Dortmunds Klubchef Hans-Joachim Watzke auf der BVB-Homepage für die Vorfälle entschuldigt. „Das ist nicht zu akzeptieren!“, sagte er und kündigte an, im Laufe der Woche das persönliche Gespräch mit Hopp zu suchen: „So ein Verhalten entspricht in keiner Weise unseren Werten!“

          In einem offenen Brief forderten die Hoffenheimer Geschäftsführer Peter Görlich und Frank Briel: „Denjenigen, die mit unverhohlenem Hass und Hetze bis hin zu einem Mordaufruf nicht nur die Werte des Fußballs verraten, sondern eindeutig gegen Recht und Gesetz verstoßen, müssen wir entschieden entgegentreten: Vereine, Verbände, Verantwortliche, Spieler und Fans.“

          Anwalt fordert Konsequenzen

          Christoph Schickhardt hat als Anwalt von Hopp und der TSG Hoffenheim indes massivere Konsequenzen aus den Beleidigungen gefordert. „Bei solchen Vorkommnissen sollte ein Spiel in Zukunft gar nicht angepfiffen werden oder erst dann, wenn die Plakate entfernt wurden“, sagte der Sportrechtsexperte dem „Kicker“ (Montag). Schiedsrichter Harm Osmers aus Hannover hatte die Partie jedoch normal angepfiffen.

          Hoffenheim-Mäzen Dietmar Hopp (vorne) im Stadion der TSG beim Spiel gegen Dortmund

          Der Fußball-Weltverband Fifa hat in seinen Regeln einen Drei-Stufen-Plan für Fälle von rassistischen und diskriminierenden Äußerungen, der auch in der Bundesliga gilt. Als erste Maßnahme bittet der Stadionsprecher darum, solche Aktionen zu unterlassen. Dies war in der Sinsheimer Rhein-Neckar-Arena auch geschehen. Weitere Stufen wären nach einer abermaligen Ansage des Stadionsprechers eine Spielunterbrechung und ein Spielabbruch.

          Die Gäste-Anhänger protestierten mit ihren Aktionen gegen Hausverbote von Fans aus ihrem Lager und einen Strafantrag Hopps gegen mehr als 30 BVB-Fans. Zudem gab es weitere beleidigende Spruchbänder und Schmähgesänge gegen den 78 Jahre alten Hopp, der selbst im Stadion war.

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