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Ärger nach Pokal-Halbfinale : DFB kontert Kritik von Bayern-Trainer Flick

  • Aktualisiert am

Hansi Flick war nicht glücklich über die Ansetzung des Halbfinales seines FC Bayern. Bild: AFP

Die Münchner gewinnen das Halbfinale im DFB-Pokal. Dennoch ist Hansi Flick nicht zufrieden. Nach dem Spiel übt er Kritik am DFB und dessen Terminierung der Partie. Nun folgt die Antwort des Verbandes.

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          Der Deutsche Fußball-Bund hat die Kritik von Bayern-Trainer Hansi Flick an der Terminierung der DFB-Pokalspiele zurückgewiesen. „Die Ansetzung folgte den üblichen Grundsätzen. Ganz entscheidend ist dabei die Gleichbehandlung aller Teams, um größtmögliche Chancengleichheit zu gewährleisten“, wurde ein DFB-Sprecher am Freitag von der „Bild“ zitiert. „Zu berücksichtigen war hier insbesondere die lange Spielpause des 1. FC Saarbrücken und zudem, dass den Finalisten mit Blick auf das Endspiel eine möglichst lange Vorbereitungszeit ermöglicht wird“, hieß es weiter.

          DFB-Pokal

          Der Coach des deutschen Rekordmeisters hatte nach dem Finaleinzug durch ein 2:1 gegen Eintracht Frankfurt die Ansetzungen als „unglücklich“ bezeichnet und gesagt: „Vielleicht hätte man so ein Halbfinale, ähnlich wie es die Champions League plant, auch nach der Runde machen können, um sich erst einmal komplett auf die Meisterschaft zu konzentrieren.“ Er habe dies auch von Anfang an intern so gesagt, „aber leider ist beim DFB keiner auf die Idee gekommen, das umzusetzen. Das ist so, das muss man hinnehmen.“

          Die Bayern treffen am 4. Juli im Endspiel im Berliner Olympiastadion auf Bayer Leverkusen. Leverkusen hatte sich im Halbfinale beim Viertligaverein 1. FC Saarbrücken durchgesetzt, der wegen der coronabedingten Zwangspause und dem Abbruch der Saison in der Regionalliga Südwest drei Monate lang kein Spiel bestritten hatte.

          Nach derzeitiger Rechtslage könnten beim DFB-Pokalfinale nur wenige Hundert Zuschauer im Berliner Olympiastadion sein – und das auch nur unter sehr strengen, für ein Fußballspiel logistisch schwer zu erfüllenden Auflagen. „Es gilt nach wie vor die Eindämmungsmaßnahmenverordnung: § 4 Veranstaltungen, Versammlungen, Zusammenkünfte und Ansammlungen; im Zusammenhang mit § 1 der Verordnung über das Verbot von Großveranstaltungen. Darüber können wir uns als Sportverwaltung nicht hinwegsetzen“, teilte ein Sprecher der Berliner Innenverwaltung am Donnerstag auf Anfrage mit.

          Laut Corona-Verordnung dürfen trotz Verbots für öffentliche Veranstaltungen vom 30. Juni 2020 an „sonstige Veranstaltungen und Zusammenkünfte“ unter freiem Himmel mit bis zu 1000 Personen in der Hauptstadt stattfinden. Abzüglich der Kader und Delegationen der Finalisten sowie Medienvertretern blieben somit nur einig Hundert Plätze in der Arena, die normalerweise mehr als 74.000 Besuchern Platz bietet.

          Über die Besucher müsste unter anderem eine Anwesenheitsdokumentation mit Informationen zur Kontaktnachverfolgung geführt werden, die bei einer Einlasskontrolle unter den gängigen Abstandsregeln zu erfolgen hätte. Laut Berliner Senat ist für einen Vorstoß für Fans im Stadion der DFB als Veranstalter am Zug. Beantragt habe der Verband bisher „ein Spiel ohne Zuschauer“, hieß es von der Behörde.

          Leverkusens Sportdirektor Rudi Völler hatte die Hoffnung auf ein Endspiel vor Fans geäußert. In dem „riesigen Stadion“ könne man „ein kleines Zeichen“ setzen: „Ich bin da ein bisschen Optimist und habe die Hoffnung noch nicht aufgegeben, dass wir vielleicht ein paar Zuschauer dabei haben werden. Aber das entscheidet die Politik“, sagte Völler. Bayern-Trainer Flick äußerte sich skeptisch: „Ich weiß nicht, ob das jetzt schon soweit sein kann, dass in Berlin eventuell Zuschauer sind. Ich kann es mir fast nicht vorstellen“, sagte der 55-Jährige.

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