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Torfestival in Gelsenkirchen : Leipzig fertigt Schalke ab

  • -Aktualisiert am

Jubel in Rot: RB Leipzig lässt Schalke keine Chance. Bild: Reuters

Nichts zu holen gibt es für den FC Schalke beim Duell mit RB Leipzig. Nach einem frühen Treffer verläuft das Spiel lange ausgeglichen. Am Ende aber wird es ganz bitter für Königsblau.

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          RB Leipzig ist zurück in der Erfolgsspur und lauert nach dem souveränen 5:0-Sieg beim FC Schalke 04 weiterhin im Windschatten des FC Bayern auf eine Möglichkeit zur Rückkehr an die Tabellenspitze. Zwischenzeitlich litt der Herbstmeister ja unter einer kleinen Krise mit drei Bundesligapartien ohne Sieg und dem Aus im DFB-Pokal. Doch nun spielt das Ensemble von Trainer Julian Nagelsmann wieder auf höchstem Niveau, in der Bundesliga und in der Champions League. Schalke war am Samstagabend so chancenlos wie lange nicht in einem Heimspiel, schon in den ersten Sekunden nach dem Anpfiff hatte sich ein solcher Verlauf angedeutet.

          Bundesliga

          Gerade einmal 55 Sekunden waren absolviert, als Marcel Sabitzer 20 Meter vor dem Schalker Tor viel zu viel Raum und Zeit hatte, und mit einem präzisen Fernschuss in die lange Ecke die Führung für RB erzielte. Es war ein Treffer, der dem Spiel nicht guttat. Auf der Basis dieses Zwischenstandes zogen sich die Leipziger erst mal zurück in die eigene Hälfte, machten die Räume eng und entblößten so die Schalker Probleme bei der Suche nach Lösungen in engen Räumen. Die Gelsenkirchener fanden keine Lücken, hatten bis zur 66. Minute, als Matija Nastasic aufs Tor köpfte, keine echte Chance. Zur Halbzeit stand es zwar erst 0:1, aber die Statistiker hatten ein Torschussverhältnis von 0:11 für RB ermittelt. Auch Suat Serdar, der in der Hinrunde oftmals tolle Ideen gegen tief stehende Gegner hatte, fand keine Wege durch das dichte Leipziger Defensivgestrüpp.

          Der Nationalspieler war nach einer Sprunggelenksprellung zurück in die Mannschaft gekehrt, Serdar bringe zusätzliche „Energie in die Truppe“ und sei überdies sehr „torgefährlich“, hatte Trainer David Wagner vor dem Anpfiff voller Hoffnung in Erinnerung gerufen. Exakt in diesen beiden Kategorien hatten die Schalker während der vergangenen Wochen große Schwächen. Serdar fehlte und Amine Harit, der mit seinen Ideen und seinen Abschlüssen in etlichen Partien der ersten Saisonhälfte entscheidende Impulse gesetzt hatte, durchschreitet ein Formtief, auch an diesem Abend blieb der Marokkaner blass.

          Die gute Stimmung der bisherigen Saison ist daher mehr und mehr durchsetzt von einer wachsenden Unzufriedenheit, die das Publikum nun sogar mit Momenten des Zorns anreicherte. Schon früh in der Partie löste Alexander Nübel, dessen Wechsel zum FC Bayern im Winter für viele Kontroversen weit über Gelsenkirchen hinaus gesorgt hatte, neue Spannungen aus. Schon beim Gegentor von Sabitzer hatte er gepatzt, in der zehnten Minute ließ der Torhüter einen hohen Ball aus der Hand fallen, der dann jedoch von einem Kollegen geklärt wurde. Nachdem Nübel dann nach 25 Minuten unter einer Ecke hindurchgesegelt war, wurde er nach seinem nächsten Ballkontakt empört ausgepfiffen. Nicht nur von ein paar Extremisten, sondern von sehr vielen Menschen in der Arena.

          Nach dem starken Rückrundenauftakt gegen Borussia Mönchengladbach quälen die Schalker sich mit allerlei Problemen herum. Fünf Bundesligapartien am Stück haben sie nicht mehr gewonnen, die Qualifikation für die Champions League wird immer unwahrscheinlicher. Das Team ist eben doch relativ abhängig von der Form einiger wichtiger Spieler. Und Winterzugang Michael Gregoritsch, der der zunächst sehr viel versprechend gespielt hatte, fehlte an diesem Abend erstmals in der Startelf, weil er sich auch nicht als zuverlässiger Lösung für die Offensivprobleme entpuppt hatte.

          Für Gregoritsch spielte Rabbi Matondo, der beim Schalker 3:1-Sieg im Hinspiel seine beste Partie für den Revierklub gemacht und sein bislang einziges Bundesligator geschossen hatte. Nun wurde der junge Angreifer nach einer enttäuschenden ersten Halbzeit ausgewechselt. Begünstigt von einer kleinen Unordnung in der Schalker Defensive konnte Timo Werner nach einer Stunde aus zwölf Metern schießen, Omar Mascaell fälschte den Ball ab, es stand 0:2. Als Marcel Halstenberg nach einer Ecke per Kopf zum 0:3 getroffen hatte, war die Partie entschieden (68.), bevor der Abend mit Angelinos 0:4 (78.) und Emil Forsbergs 0:5 (89.) endgültig zu einer Demütigung für den FC Schalke 04 wurde.

          „Ab der ersten Minute haben wir es sehr gut gemacht. Ich denke, der Sieg geht in Ordnung“, sagte Schnellstarter Sabitzer bei Sky. „Wenn wir so weiter machen, sind wir schwer zu stoppen, aber wir müssen immer 100 Prozent bringen“, fügte der Österreicher nach dem höchsten Auswärtssieg in der noch jungen RB-Bundesliga-Historie an. „Die haben uns ausgespielt, sie sind sehr stark. Wir haben eine geile Hinrunde gespielt. Für uns ist wichtig, dass die Fans hinter uns sind, auch nach einem solchen Spiel“, sagte Schalkes sichtlich enttäuschter Weston McKennie.

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