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2:0 in Nürnberg : Der VfB stürzt glücklich auf Rang 18 ab

  • -Aktualisiert am

Bereit zum Abflug: Timo Baumgartl (rechts) vom VfB Stuttgart jubelt neben dem Nürnberg Federico Palacios. Bild: EPA

Der Erleichterung im Ländle: Der VfB Stuttgart gewinnt nach langer in Nürnberg. Nach dem ersten Sieg unter Trainer Markus Weinzierl fällt das Team kurioserweise dennoch von Rang 17 auf Rang 18 ab.

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          Nach trüben Wochen und bitteren Niederlagen sieht der VfB Stuttgart endlich mal wieder Licht. Der Tabellenletzte feierte am Samstag seinen zweiten Saisonsieg, den ersten unter dem neuen Trainer Markus Weinzierl. Der 2:0-Erfolg beim Aufsteiger 1. FC Nürnberg durch Treffer von Timo Baumgartl (68. Minute) und Erik Thommy (82.) war das Resultat eines endlich mal wieder couragierten Auftritts, bei dem der Siegeswille des VfB von Beginn an spürbar war. Kurioserweise rutscht der zuvor punkt- und torgleich mit Fortuna Düsseldorf auf Rang 17 plazierte VfB trotz des Erfolgs auf Rang 18 ab. Düsseldorf war zeitgleich noch torhungriger.

          Die Franken dagegen, auf Platz fünfzehn verharrend, sind nach ein paar ordentlichen Spielen wieder mitten drin im Abstiegskampf. Die Widerstandskraft und die spielerische Klasse des FCN reichten am Samstag vor 50.000 Zuschauern im ausverkauften Max-Morlock-Stadion nicht aus, sich den Schwaben effektiv in den Weg zu stellen.

          Bundesliga

          Weinzierls Eröffnungsbilanz nach seinen drei ersten Arbeitsproben als Nachfolger des entlassenen Tayfun Korkut war desaströs: drei Spiele, drei Niederlagen, 0:11 Tore. Nun aber, nach den Duellen mit den deutlich besseren Teams aus Dortmund, Hoffenheim und Frankfurt, witterte der VfB eine Chance zur Crashkurskorrektur. Der im Sommer mal wieder aufgestiegene „Club“ schien als Tabellenfünfzehnter ein Gegner auf Augenhöhe. Beide Traditionsvereine, die Franken mit neun deutschen Meistertiteln, die Schwaben mit fünf, sind derzeit weit von der guten alten Zeit entfernt. „Ein Sieg könnte sehr, sehr heilsam sein“, sagte der leidgeprüfte Weinzierl vor der Begegnung im Souterrain der Liga. Seine Hoffnung erfüllte sich vollends.

          Die Stuttgarter bewiesen schon in den ersten 45 Minuten zumindest mehr Courage als zuvor. Der VfB bestimmte diese Begegnung auf lange überschaubarem Niveau mit mehr Ballbesitz (56 Prozent), mehr gewonnenen Zweikämpfen und einem Mehr an Selbstvertrauen. Ein Tor bejubeln aber konnte der VfB so wenig wie der in den ersten 45 Minuten arg limitierte „Club“. Mario Gomez, der Stuttgarter Altnationalspieler, war am nächsten dran, als ihm sein Angriffskollege Gonzalez den Ball nach einem ansehnlichen Sturmlauf perfekt servierte (39.). Der alte Torjäger aber hatte sein Visier augenscheinlich verstellt und verfehlte damit sein Traumziel bei weitem. Auf der anderen Seite bot sich Zrelak eine Gelegenheit, als ihn der quirlige Holländer Misidjan anspielte und der Slowake knapp am Tor vorbeischoss (22.). Das war es aber fürs Erste mit den nennenswerten Chancen in einem Kampfspiel, das beiderseits von den defensiven Kräften dominiert wurde.

          Vorteile weiter beim VfB

          Frischer Pfeffer kam erst nach der Pause ins Spiel. Der „Club“ wie der VfB verstärkten ihre Bemühungen um das ersehnte erste Tor. Doch zum einen parierte der Stuttgarter Schlussmann Zieler Kerks Flachschuss (55.), und zum anderen schoss Gomez bei seiner nächsten Chance über das Nürnberger Tor (57.). Insgesamt ging es nun hüben wie drüben temperamentvoller zu. Ein Fitnessproblem, wie es den Stuttgartern nach dem 0:3 gegen Frankfurt nachgesagt wurde, war bei Weinzierls Spielern nicht zu erkennen.

          Die Vorteile lagen weiter beim VfB, der nun endlich seine 10.000 mitgereisten Fans begeisterte, als sich Innenverteidiger Baumgartl im Anschluss an Aogos Eckball Bauers missratene Kopfballabwehr zunutze machte und volley das 1:0 für die Stuttgarter schoss. Eine Energieleistung, die den Auftritt des VfB an diesem Nachmittag angemessen spiegelte.

          Es kam noch besser für die Stuttgarter, als der eben eingewechselte Thommy mit einem Gewaltschuss unter die Latte des Nürnberger Tors das 2:0 machte und damit die Hoffnungen belebte, sich in absehbarer Zeit aus dem größten Schlamassel befreien zu können. Die Anhänger der Schwaben gaben hierfür schon mal den Ton vor. Sie sangen selig vor Glück den altdeutschen Stadionhit in Erwartung weiterer Siege: „Oh, wie ist das schön!“

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