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3:1 in Hannover : Stuttgart belohnt sich erstmals selbst

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VfB-Spieler Maxim bejubelt sein Tor zum 3:1-Endstand Bild: dpa

Im Duell der Krisenklubs hat Stuttgart das bessere Ende für sich: Gentner, Werner und Maxim drehen die Partie in Hannover für den VfB. Die Niedersachsen rutschen durch die Niederlage ans Tabellenende.

          Der VfB Stuttgart hat im Krisen-Duell den ersten Saisonsieg gefeiert - und Hannover 96 auf den letzten Platz der Fußball-Bundesliga geschossen. Die Schwaben setzten sich am Mittwoch nach fünf Niederlagen im sechsten Saisonspiel verdient mit 3:1 (2:1) durch. Dank der Tore von Christian Gentner (16. Minute), Timo Werner (18.) und Alexandru Maxim (90.+1) überholte der VfB in der Tabelle die Hannoveraner, die mit einem Punkt nun Schlusslicht sind.

          Torschütze zum 2:1 - Timo Werner (Mitte) klatscht sich mit seinen VfB-Kameraden Bilderstrecke

          Für 96 traf vor 36.800 Zuschauern lediglich Kenan Karaman (14.), so dass Hannovers Coach Michael Frontzeck auch im zehnten Versuch ohne Sieg gegen die Stuttgarter blieb und immer mehr um seinen Job bangen muss. Nach dem völlig missratenen Saisonstart hatten sich beide Klubs bereits zu Treueschwüren für ihre Trainer genötigt gesehen.

          In Hannover könnte die Zeit für Frontzeck trotzdem bald ablaufen. Martin Bader soll in den nächsten Tagen als neuer Geschäftsführer verpflichtet werden, wie Klubchef Martin Kind am Rande des Spiels bestätigte. Bader könnte dann nicht nur einen Sportdirektor, sondern womöglich auch einen neuen Trainer suchen müssen. Zumindest am Samstag beim Spiel in Wolfsburg werde Frontzeck aber noch auf der Bank sitzen, versicherte Kind am späten Abend.

          „Es ist brutal ärgerlich, gegen einen direkten Konkurrenten zu verlieren“, sagte 96-Schlussmann Ron-Robert Zieler. Dagegen bekannte VfB-Verteidiger Florian Klein: „Es ist eine riesengroße Erleichterung. Wichtig war, dass wir nach dem 0:1 die richtige Reaktion gezeigt haben. Man hat gesehen, dass wir unbedingt gewollt haben.“

          Dabei hatten die Gastgeber den besseren Start erwischt. So war es durchaus verdient, als Karaman Hannover nach präziser Vorarbeit von Hiroshi Kiyotake aus kurzer Distanz in Führung brachte. Es war das 800. Heimtor der Niedersachsen in der Bundesliga. Doch der VfB konterte nur zwei Minuten später. Gäste-Kapitän Gentner wurde im 96-Strafraum nicht energisch attackiert und schlenzte fein ins rechte Eck. Damit kassierte Hannover auch im 24. Spiel in Serie ein Gegentor, die Vereins-Negativmarke wurde so eingestellt.

          Aber es kam umgehend noch schlimmer. Gentner eroberte den Ball, bediente Daniel Ginczek, dessen Schuss 96-Keeper Ron-Robert Zieler vor die Füße von Werner abwehrte. Der Youngster hatte wenig Mühe, nach 1105 Minuten seine Torflaute zu beenden. „Zwei vermeidbare Tore“, urteilte Clubchef Kind zur Pause beim TV-Sender Sky. Die Hausherren waren nun völlig verunsichert. Sogar Routinier Leon Andreasen unterliefen häufig Fehlpässe. Mit den frühen Attacken der Stuttgarter hatte das 96-Mittelfeld große Mühe.

          Die Stuttgarter waren trotz einiger Mängel die spielerisch bessere Mannschaft, auch wenn ihre Defensive nicht immer sicher wirkte. So hatten die Gäste Glück, als Hannovers Marcelo kurz vor der Pause den Pfosten traf. Im Gegenzug verpasste Filip Kostic die mögliche Vorentscheidung. Mit einem Pfeifkonzert verabschiedeten die Zuschauer das Heim-Team in die Kabine.

          Aber es wurde auch nach dem Seitenwechsel nicht besser. Die Schwaben hatten weiterhin die besseren Szenen und schienen dem dritten Tor näher als Hannover dem Ausgleich. Wie so oft in dieser Saison schluderten die Stuttgarter aber mit ihren Möglichkeiten. Den Gastgebern indes fehlten zumeist die Mittel, um sich vor dem VfB-Tor aussichtsreich in Position zu bringen.

          Es war nur selten ein durchschlagskräftiges Konzept zu erkennen, verzagt fügten sich die Frontzeck-Schützlinge in die fünfte Pleite nacheinander. Kurz vor Schluss traf der eingewechselte Maxim nach einer verunglückten Rettungsaktion von Zieler ins verwaiste Tor und machte alles klar.

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