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Mangelhafte Mainzer : So hatte Beierlorzer das nicht trainiert

  • -Aktualisiert am

Trainer Beierlorzer, alleingelassen im Mainzer Stadion. Bild: EPA

Das Gute an Geisterspielen ist, dass man sie als potentieller Zuschauer nicht sehen muss. Die Mainzer Fans hätten gegen Leipzig genauso wenig Grund zur Freude gehabt wir Trainer Beierlorzer.

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          Sicher, etwas trist wirkte das Ganze schon vor dem Anpfiff. Mochte Stadionsprecher Andreas Bockius bei der Verlesung der Mannschaftsaufstellungen auch so tun, als wäre das Thema „Bundesligafußball in Zeiten der Coronapandemie“ an ihm vorbeigegangen, kam doch von den Rängen in der Arena am Europakreisel keine Resonanz.

          Bundesliga

          Dort hingen nicht mal, wie in etlichen anderen Stadien, Banner einzelner Fanklubs, und Pappfiguren wie in Mönchengladbach waren schon gar kein Thema gewesen. Als hinreichender Grund dafür, dass der FSV Mainz 05 aus seinem Heimspiel gegen RB Leipzig am Sonntag eine Horrorshow machte, ging die Atmosphäre allerdings genauso wenig durch wie die Qualität der Sachsen.

          Zwar sahen sich die Rheinhessen einem RB-Team gegenüber, das abgesehen von der fast schon schlampigen Chancenverwertung alle seine Stärken zur Geltung brachte. Aber die 05er machten es dem dreimaligen Torschützen Timo Werner und dessen Kollegen mit einer Vielzahl individueller und taktischer Fehler auch einfach. „Das sah im Training besser aus“, sagte Achim Beierlorzer, „aber es sollte im Spiel besser aussehen als im Training.“ In den Übungseinheiten hatte, wie der Trainer berichtete, offenbar auch die eigens wieder einstudierte Dreierkette prächtig funktioniert – gegen die Leipziger war von der erhofften Intensität und Aggressivität, aber auch von einer vernünftigen Zuteilung im Strafraum nichts zu erkennen.

          Zum Beispiel beim 0:2: Während die Mainzer sich auf einen vor das Tor geschlagenen Freistoß einstellten, führten die Leipziger auf ihrer rechten Angriffsseite kurz aus. „Das hat bei uns zu Unordnung geführt, und danach hat es zu lange gedauert, in unsere Grundordnung zu kommen“, analysierte Beierlorzer. „Wir haben Spieler in der Mannschaft gewähnt, die das organisieren können, insbesondere Jeffrey Bruma. Aber in dem Moment waren wir entweder überfordert mit der Art, wie Leipzig uns gestresst hat, oder nicht wach und konzentriert genug.“

          Der niederländische Routinier im Abwehrzentrum sah zudem davon ab, die rund zwei Meter Distanz zu Poulsen zu überbrücken, sondern blieb im leeren Raum stehen. Poulsen auch, und der köpfte den Ball ins Tor. Spätestens jetzt war absehbar, dass sich ein Spiel entwickeln würde, von dem jeder potentielle 05-Zuschauer froh sein dürfte, es nicht gesehen zu haben.

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